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Das sind die Blinks zu

Ehrlichkeit ist eine Währung

Erinnerungen

Von Theo Waigel
15 Minuten
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Ehrlichkeit ist eine Währung: Erinnerungen von Theo Waigel

Das Erste, was vielen beim Namen Theo Waigel einfällt, sind die Augenbrauen. Doch sein Markenzeichen lenkt davon ab, dass der Bayer in der Ära von Bundeskanzler Helmut Kohl historische Weichen für unser Land gestellt hat. Als Bundesfinanzminister gehörte er zu den Architekten der Wiedervereinigung, außerdem gilt er als „Vater des Euro“. Die Blinks zu Ehrlichkeit ist eine Währung (2019) zeichnen die wichtigsten Stationen im Leben des Politikers nach.

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Theo Waigel war von 1989 bis 1998 Bundesfinanzminister im Kabinett Helmut Kohl und von 1988 bis 1999 CSU-Parteivorsitzender. In seiner Autobiografie Ehrlichkeit ist eine Währung blickt der promovierte Jurist auf sein politisches Vermächtnis zurück.

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Entdecke die Kernaussagen zu diesem Titel:

Ehrlichkeit ist eine Währung

Erinnerungen

Von Theo Waigel
  • Lesedauer: 15 Minuten
  • Verfügbar in Text & Audio
  • 9 Kernaussagen
Ehrlichkeit ist eine Währung: Erinnerungen von Theo Waigel
Worum geht's

Das Erste, was vielen beim Namen Theo Waigel einfällt, sind die Augenbrauen. Doch sein Markenzeichen lenkt davon ab, dass der Bayer in der Ära von Bundeskanzler Helmut Kohl historische Weichen für unser Land gestellt hat. Als Bundesfinanzminister gehörte er zu den Architekten der Wiedervereinigung, außerdem gilt er als „Vater des Euro“. Die Blinks zu Ehrlichkeit ist eine Währung (2019) zeichnen die wichtigsten Stationen im Leben des Politikers nach.

Kernaussage 1 von 9

Theo Waigels Kindheit wurde vom Tod seines Bruders überschattet.

Bei Theo Waigels Geburt im Jahr 1939 war sein Vater noch bei der Familie, aber schon kurz darauf wurde er von der Wehrmacht eingezogen – der Zweite Weltkrieg hatte begonnen.

Obwohl Waigel zunächst ohne Vater aufwuchs, beschreibt er seine frühen Kindheitsjahre als sorglos und behütet. Gemeinsam mit seiner Mutter, seiner Halbschwester Maria, die aus einer früheren Beziehung des Vaters stammte, und seinem 13 Jahre älteren Bruder Gustl lebte er im kleinen Dorf Oberrohr in Bayern.

Die Unbeschwertheit endete abrupt, als Waigels Bruder 1943 in den Krieg eingezogen wurde. Ein knappes Jahr lang schrieb er der Familie noch Briefe voller Hoffnung und in dem Vertrauen, dass er bald heimkehren würde. Doch dann, an einem Oktobertag 1944, stand der Oberbürgermeister von Oberrohr bei den Waigels an der Tür und überbrachte die schlimme Nachricht: Gustl war gefallen.

Die Mutter trauerte den Rest ihres Lebens um ihren Sohn. Freude und Lachen verschwanden aus dem Waigel’schen Haushalt. Zwar kehrte der Vater unversehrt aus dem Krieg zurück, aber als die Schwester ein Jahr später heiratete und wegzog, blieb der junge Theo mit den trauernden Eltern allein.

In der folgenden Zeit suchte er Trost bei Freunden, Nachbarn und Verwandten. Dabei erwies es sich als Glücksfall für ihn, dass die Familie nach Kriegsende ein aus dem Sudentenland vertriebenes Lehrer-Ehepaar und deren Sohn Rudi auf ihrem Bauernhof aufnahm. Rudi war gesund von der Front heimgekehrt, und Theo fand in ihm schnell einen brüderlichen Freund, der ihm über den Verlust von Gustl hinweghalf.

Im Jahr 1945 trat Waigel in der alten Kleidung seines Bruders den Weg zur Schule nach Ursberg an. Er wurde ein eifriger Schüler, der hin und wieder aber auch „Tatzen“ kassierte, weil er nicht so brav war, wie es die Lehrer erwarteten. 1950 wechselte er zur Oberschule nach Krumbach, wo er Abitur machte.

Erst nach dem Tod seiner Mutter fand Waigel die Kriegspost seines Bruders. Und erst beim Lesen der Briefe wurde ihm bewusst, wie sehr sein Bruder und dessen Tod ihn als Mensch geprägt haben.

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