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Die Schlafwandler

Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog

Von Christopher Clark
18 Minuten
Audio-Version verfügbar
Die Schlafwandler: Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog von Christopher Clark

Wie können Konflikte so eskalieren, dass daraus ein Weltkrieg entsteht? Christopher Clark untersucht in Die Schlafwandler die Ursachen für den Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Von den Fakten, die in den Geschichtsbüchern stehen, bis zu den weniger bekannten Verbindungen und Verfeindungen der europäischen Länder gibt Clark einen umfangreichen Einblick in die Geschichte des frühen 20. Jahrhunderts.

  • Jeder, der sich für die Geschichte des frühen 20. Jahrhunderts interessiert
  • Jeder, der verstehen möchte, wie Kriege entstehen
  • Studenten der Geschichte und der Politikwissenschaft

Sir Christopher Clark ist ein australischer Historiker, der Neuere Geschichte an der University of Cambridge lehrt. 2007 erhielt er für sein Buch Preußen den renommierten Wolfson Prize. Für seine wissenschaftlichen Verdienste wurde Clark 2015 zum Ritter geschlagen.

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Entdecke die Kernaussagen zu diesem Titel:

Die Schlafwandler

Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog

Von Christopher Clark
  • Lesedauer: 18 Minuten
  • Verfügbar in Text & Audio
  • 11 Kernaussagen
Die Schlafwandler: Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog von Christopher Clark
Worum geht's

Wie können Konflikte so eskalieren, dass daraus ein Weltkrieg entsteht? Christopher Clark untersucht in Die Schlafwandler die Ursachen für den Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Von den Fakten, die in den Geschichtsbüchern stehen, bis zu den weniger bekannten Verbindungen und Verfeindungen der europäischen Länder gibt Clark einen umfangreichen Einblick in die Geschichte des frühen 20. Jahrhunderts.

Kernaussage 1 von 11

Komplexe Allianzen stellten eine grundlegende Ursache für den Ausbruch des Krieges dar.

Ein Verbündeter kann unglaublich wertvoll sein: jemand, der den Rücken stärkt und mit dem ein gemeinsames Ziel verfolgt wird. Aber wo es Verbündete gibt, sind Feinde meistens auch nicht weit entfernt. Auf politischer Ebene können durch solche Bündnisse und Verfeindungen schwerwiegende Konflikte entstehen.

Vor Beginn des Ersten Weltkrieges spielten Verbündete eine wichtige Rolle in der internationalen Politik. Die Ursachen des Krieges wurden viel diskutiert, aber ein Großteil der Historiker sehen das System von Allianzen, welches einige europäische Länder vereinte und andere wiederum verfeindete, als wichtigen Grund für die Konflikte.

Die meisten europäischen Mächte waren durch Allianzen mit anderen Ländern verbunden. Wenn eines dieser Länder bedroht wurde, kamen die anderen zur Hilfe. Die Allianz mit Russland schützte z.B. das kleine Serbien vor einem Angriff der Österreicher. Österreich war wiederum mit Deutschland alliiert, das sie unterstützen würde. Außerdem bestand zwischen Russland und Frankreich eine Allianz, um eine Bedrohung aus Deutschland abzuwehren.

Diese Allianzen dienten zwar dazu, potenziellen Bedrohungen vorzubeugen, erhöhten jedoch in Wirklichkeit das Konfliktrisiko in der europäischen Politik. Wenn in einem Gebiet ein Krieg ausbrach, könnte das Allianzsystem eine Kettenreaktion und damit einen europaweiten Konflikt auslösen.

Durch die Einbindung instabiler Regionen wie dem Balkan in dieses System wurde das Risiko zusätzlich erhöht. Einst vom Osmanischen Reich regiert, stand das Gebiet in der südöstlichen Ecke Europas nun vor dem Zusammenbruch. In diesem Machtvakuum sahen sowohl Österreich als auch Russland die Chance, ihre Interessen an dem Gebiet durchzusetzen – und würden sich zur Not mit Gewalt dafür einsetzen.

Umso komplizierter wurde diese Situation durch die verschiedenen Nationalitäten, die in dieser Region repräsentiert waren. Slaven, Deutsche, Bosnier, Ungarn, Rumänen und Bulgaren teilten sich diesen Raum. Diese verschiedenen Interessen erschwerten die Kontrolle über das Gebiet und führten oft zu gewaltsamen Ausbrüchen.

Das komplizierte Netz von Allianzen verwandelte ganz Europa in ein Pulverfass.

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