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Die Kunst des achtsamen Putzens

Wie wir Haus und Seele reinigen

Von Keisuke Matsumoto
12 Minuten
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Die Kunst des achtsamen Putzens: Wie wir Haus und Seele reinigen von Keisuke Matsumoto

Für die meisten von uns ist Putzen eine lästige Pflicht, die man mürrisch aufschiebt oder gleich ganz delegiert. Für buddhistische Mönche hingegen ist das Saubermachen Teil einer reinigenden Routine und eines achtsamen Umgangs mit der Welt. Sie legen größten Wert auf Ordnung und Hygiene, um ihren Geist zu reinigen und sich klaren Kopfes auf das konzentrieren zu können, was wirklich wichtig ist. Davon können wir uns im Westen eine dicke Scheibe abschneiden!

  • Alle, die sich immer wieder vorm Putzen drücken
  • Menschen, die im Alltagsstress keine Zeit fürs Saubermachen finden
  • Jeder, der sich für fernöstliche Philosophie und Achtsamkeit interessiert

Keisuke Matsumoto hat selbst sieben Jahre lang als buddhistischer Mönch im Tokioter Kômyôji-Tempel gelebt, der dem Honganji-Zweig der Jôdoshinshû-Schule angehört, und dort unter anderem Philosophie studiert. Heute lebt er als Schriftsteller mit seiner Frau in Tokio.

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Die Kunst des achtsamen Putzens

Wie wir Haus und Seele reinigen

Von Keisuke Matsumoto
  • Lesedauer: 12 Minuten
  • Verfügbar in Text & Audio
  • 7 Kernaussagen
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Die Kunst des achtsamen Putzens: Wie wir Haus und Seele reinigen von Keisuke Matsumoto
Worum geht's

Für die meisten von uns ist Putzen eine lästige Pflicht, die man mürrisch aufschiebt oder gleich ganz delegiert. Für buddhistische Mönche hingegen ist das Saubermachen Teil einer reinigenden Routine und eines achtsamen Umgangs mit der Welt. Sie legen größten Wert auf Ordnung und Hygiene, um ihren Geist zu reinigen und sich klaren Kopfes auf das konzentrieren zu können, was wirklich wichtig ist. Davon können wir uns im Westen eine dicke Scheibe abschneiden!

Kernaussage 1 von 7

Buddhistische Mönche putzen, um ihren Geist zu reinigen und sich in Achtsamkeit zu üben.

Wer schon mal in Asien war und einen buddhistischen Tempel besucht hat, weiß, dass es dort vor Sauberkeit blitzt und blinkt. Das kommt nicht von ungefähr, denn die Mönche pflegen eine strenge Reinigungsroutine und beginnen jeden ihrer Tage damit, in ihren Tempeln und Gärten Ordnung zu schaffen.

Der Grund dafür sind aber weder übertriebene Putzfimmel noch strenge Hausordnungen. Für buddhistische Mönche in Japan ist Putzen keine lästige Pflicht, die man noch irgendwo in den vollen Zeitplan quetscht oder am besten gleich ganz in fremde Hände gibt. Für sie ist das Saubermachen ein geradezu meditativer Vorgang, bei dem sie nicht nur die Räume um sich herum, sondern auch ihren Geist reinigen. Sie empfinden die Stunden des Kehrens und Wischens als wertvolle „Qualitätszeit“, die befriedigt und erfüllt.

Das Ganze hat durchaus rituelle Züge. Die Mönche tragen beim Reinemachen immer die gleiche Kluft – ein schlichtes, robustes und leicht waschbares Gewand namens samue. Sie putzen immer zu denselben festen Zeiten: früh am Morgen zur Reinigung und Erfrischung des Geistes sowie am Ende eines Tages, um aufzuräumen und zur Ruhe zu kommen. Putzende Mönche sehen oft friedlich und glücklich aus, und der Legende nach hat sich ein Jünger Buddhas einst sogar bis zur Erleuchtung gefegt. Überhaupt steht Putzen in ganz Japan hoch im Kurs. Grund- und Mittelschüler z.B. halten ihre Schulräume eigenhändig sauber. Welche Empörung ein vergleichbarer Vorschlag hier im Westen auslösen würde!

In Europa herrscht vielerorts eine ganz andere Einstellung zu Ordnung und Hygiene. Was nicht mehr gebraucht wird, kommt weg. Und was kaputt geht, kauft man nach. Das ist genau betrachtet nicht nur wenig nachhaltig, sondern geradewegs respektlos. Im buddhistischen Kloster dagegen dreht sich auch beim Putzen alles um Achtsamkeit und Sparsamkeit. Die Mönche putzen draußen mit Regenwasser und drinnen mit altem Badewasser. Außerdem wird beim Putzen im Kloster fleißig gelüftet. Das trocknet das Wischwasser und ermöglicht den Kontakt zur Natur. Es lehrt Demut vor der Kälte des Winters und der Hitze des Sommers.

Buddhisten versuchen, nach Möglichkeit keine Lebewesen zu töten, sondern z.B. Insekten mit einer grundsoliden Reinlichkeit von vornherein fernzuhalten. Dazu gehört es auch, schmutziges Geschirr direkt nach dem Essen zu spülen und Böden und Arbeitsflächen zu wischen. Von alledem können wir Putzmuffel einiges lernen. Mit der richtigen Einstellung ist Saubermachen nämlich kein belastender Stress, sondern eine ruhige Routine, die auch den Geist aufräumt und die Gedanken ordnet.

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