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Schnelles Denken, langsames Denken

Die Fehleranfälligkeit unseres Gehirns und wie wir richtige Entscheidungen fällen

Von Daniel Kahneman
21 Minuten
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Schnelles Denken, langsames Denken von Daniel Kahneman

Daniel Kahnemans Schnelles Denken, langsames Denken (2012) rekapituliert die jahrzehntelange Forschung des Nobelpreisträgers. Das Buch veranschaulicht seinen herausragenden Beitrag zum Forschungsstand im Bereich der Psychologie und Verhaltensökonomie. Die Arbeit von Kahneman und seinem Forschungsteam hat unser aktuelles Verständnis vom menschlichen Gehirn stark geprägt. Dank ihr verstehen wir heute, wie wir Entscheidungen fällen, warum wir uns so häufig irren und worauf wir bei unserer Entscheidungsfindung achten sollten.

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Dr. Daniel Kahneman ist einer der einflussreichsten Kognitionspsychologen der Welt. 2002 wurde ihm für seine Forschungen zur Erwartungstheorie – die in diesen Blinks auch vorgestellt wird – der Wirtschaftsnobelpreis verliehen. Er ist emeritierter Professor für Psychologie und öffentliche Angelegenheiten der Woodrow Wilson School sowie emeritierter Eugene-Higgins-Professor für Psychologie an der Universität Princeton. Zudem ist er Mitglied des Center for Rationality an der Hebrew University in Jerusalem. Gewidmet hat Kahneman das Buch übrigens seinem Forscherkollegen Amos Tversky, mit dem er viele der geschilderten Untersuchungen durchgeführt hat. Tversky verstarb 1996.

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Entdecke die Kernaussagen zu diesem Titel:

Schnelles Denken, langsames Denken

Von Daniel Kahneman
  • Lesedauer: 21 Minuten
  • Verfügbar in Text & Audio
  • 13 Kernaussagen
Schnelles Denken, langsames Denken von Daniel Kahneman
Worum geht's

Daniel Kahnemans Schnelles Denken, langsames Denken (2012) rekapituliert die jahrzehntelange Forschung des Nobelpreisträgers. Das Buch veranschaulicht seinen herausragenden Beitrag zum Forschungsstand im Bereich der Psychologie und Verhaltensökonomie. Die Arbeit von Kahneman und seinem Forschungsteam hat unser aktuelles Verständnis vom menschlichen Gehirn stark geprägt. Dank ihr verstehen wir heute, wie wir Entscheidungen fällen, warum wir uns so häufig irren und worauf wir bei unserer Entscheidungsfindung achten sollten.

Kernaussage 1 von 13

Das Wechselspiel zwischen dem intuitiven System 1 und dem rationalen System 2 bestimmt unser Verhalten.

Versuche, das folgende Problem zu lösen: Ein Schläger und ein Ball kosten zusammen 1,10 Euro. Der Schläger kostet einen Euro mehr als der Ball. Wie viel kostet der Ball?

0,10 Euro ist die Antwort, die dir vermutlich sofort in den Sinn kommt?

Diese Antwort ist falsch. Nimm dir einen Augenblick Zeit und rechne die Aufgabe durch. Erkennst du jetzt den Fehler? Die korrekte Antwort lautet 0,05 Euro.

Gestatten, in diesem Denkprozess hast du gerade die beiden Systeme deines Gehirns kennengelernt.

Für deine erste Antwort – die 0,10 Euro – war das intuitiv und automatisch funktionierende System 1 verantwortlich. Erst im zweiten Durchgang, als du noch mal genauer nachgedacht hast, hast du das analytische, bewusste und rational operierende System 2 aktiviert. Das Zusammenspiel der beiden Systeme bestimmt unsere Denkweise, die Urteile und Entscheidungen, die wir fällen, und somit auch unser Handeln.

Schauen wir uns die beiden Systeme noch mal genauer an. System 1, das automatische System, arbeitet intuitiv und schnell – häufig ohne unsere bewusste Steuerung. Dieses System kommt zum Einsatz, wenn wir z.B. plötzlich ein lautes, unerwartetes Geräusch wahrnehmen. Wie reagieren wir? Unsere Aufmerksamkeit richtet sich sofort automatisch auf die Geräuschquelle: der Autopilot hinter dieser Reaktion ist das System 1. Dieses System ist ein Vermächtnis unserer evolutionären Vergangenheit: Es verschafft uns Überlebensvorteile, da es uns zu raschem Urteilen und Handeln befähigt. Wenn unsere Vorfahren bspw. ein plötzliches lautes Brüllen vernahmen, mussten sie blitzschnell reagieren und vor dem Säbelzahntiger davonrennen. Zeit, um genauer nachzudenken, blieb da nicht. System 1 produziert außerdem Gefühle und Neigungen und es gaukelt uns kausale Zusammenhänge vor, wo eigentlich keine bestehen. Es ist nämlich nicht besonders gut in Statistik.

Das System 2, oder das willentliche System, kommt dagegen zum Einsatz, wenn wir uns selbst reflektieren und nachdenken, oder unsere Aufmerksamkeit bewusst auf etwas richten. Es generiert bewusste Handlungen wie Selbstkontrolle, eine gut überlegte Wahl und eine gezielte Fokussierung unserer Aufmerksamkeit. Wenn wir z.B. eine bestimmte Frau in einer Menschenmenge suchen, beschäftigt sich unser Gehirn willentlich mit dieser Aufgabe: Es ruft sich Erkennungsmerkmale dieser Person in Erinnerung und erwägt alle Informationen, die bei ihrem Auffinden weiterhelfen könnten.

Durch die Fokussierung des Gehirns bei der Nutzung von System 2 können sogar potenziell störende Faktoren ausgeblendet werden, wie etwa die anderen Menschen im Gedränge. Wenn wir diesen Fokus aufrechterhalten, können wir die Gesuchte innerhalb weniger Minuten ausfindig machen. Lässt unsere Aufmerksamkeit nach, sinken dagegen auch unsere Erfolgschancen.

Unsere beiden Systeme sind übrigens nicht sichtbar oder in einem bestimmten Bereich des Gehirns zu verorten. Kahneman – und andere Psychologen – benutzen diese Begriffe vielmehr, um anschaulich zu erklären, wie Denkprozesse funktionieren.

Wie du dich verhältst, wird grundsätzlich vom Zusammenspiel dieser beiden Systeme bestimmt. Wie dieses Zusammenspiel abläuft und was dabei schief gehen kann, erfährst du in den folgenden Blinks.

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