Das sind die Blinks zu

Becoming

Meine Geschichte

Von Michelle Obama
19 Minuten
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Becoming von Michelle Obama

Von den einen wurde sie als „wütende schwarze Frau“ gebrandmarkt, von den anderen als herzliche und mutige Stilikone gefeiert – zu einer First Lady hat eben jeder eine Meinung. Wie Michelle Obama zu der Frau wurde, die sie heute ist, und wie es sich anfühlt ständig im Rampenlicht zu stehen, erzählen wir dir in den Blinks zu ihrer Autobiografie Becoming (2018).

  • Menschen, die sich für Menschen interessieren
  • Alle, die einen persönlichen Blick in das Zentrum der Macht werfen wollen
  • Frauen und Mädchen auf der Suche nach Vorbildern

Michelle Robinson Obama studierte Jura in Princeton und Harvard. Nach einigen Jahren als Anwältin orientierte sich sich beruflich um und arbeite unter anderem in der Kommunalverwaltung und in einem Krankenhaus. Von 2009 bis 2017 war sie die First Lady der USA und engagierte sich dabei in unterschiedlichen Initiativen. 

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Becoming

Meine Geschichte

Von Michelle Obama
  • Lesedauer: 19 Minuten
  • Verfügbar in Text & Audio
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Becoming von Michelle Obama
Worum geht's

Von den einen wurde sie als „wütende schwarze Frau“ gebrandmarkt, von den anderen als herzliche und mutige Stilikone gefeiert – zu einer First Lady hat eben jeder eine Meinung. Wie Michelle Obama zu der Frau wurde, die sie heute ist, und wie es sich anfühlt ständig im Rampenlicht zu stehen, erzählen wir dir in den Blinks zu ihrer Autobiografie Becoming (2018).

Kernaussage 1 von 12

Musik in jedem Zimmer.

Wenn Michelle Obama an ihre frühe Kindheit denkt, hört sie Klaviergeklimper. Unter der Familienwohnung in Chicago lebte ihre Großtante Robbie, die Kindern aus dem ganzen Viertel Klavierunterricht gab. Die ständige musikalische Begleitung aus dem Fußboden weckte schließlich ihren Ehrgeiz. Sie war gerade mal vier Jahre alt, als sie entschied: Ich will auch Klavier spielen.

Michelle wohnte mit ihren liebevollen Eltern und ihrem zwei Jahre älteren Bruder Craig, der stets ihr Verbündeter war, im Süden von Chicago. Ihr Vater arbeitete im Wasserwerk, und ihre Mutter war die beste, die man sich nur wünschen konnte: Eine fröhliche, liebevolle und findige Frau, die sich mit Elan in ihrer Gemeinde engagierte. 

Michelles Familie hatte schon immer Musik im Blut. Ihr Großvater hatte in seiner Wohnung Lautsprecher in jedem Zimmer installiert, sogar im Bad, und auch ihr Vater war ein riesiger Jazz-Fan. 

Und ihre Großtante Robbie war eben Klavierlehrerin. Trotzdem wirkte sie auf Michelle ziemlich furchteinflößend. Mit ihrem strengen Blick, dem geraden Rücken und ihrer um den Hals hängenden Lesebrille wies sie ihre Schüler gerne sehr deutlich zurecht, wenn sie mal wieder nicht genug geübt hatten.

Als die kleine Michelle zum ersten Mal auf den Klavierhocker kletterte, fragte Robbie sie, wo denn das eingestrichene C sei. Michelle lernte, dass diese Taste die wichtigste von allen war – sie war der Ankerpunkt, von dem jedes Stück ausging. Für eine Vierjährige ist es gar nicht so einfach, aus 88 Tasten die richtige herauszufischen. Zum Glück war Robbies Klavier alt und etwas mitgenommen: An der Taste zum eingestrichenen C war ein Stück abgebrochen, etwa so groß wie Michelles Fingernagel. Und so war es ganz einfach zu entdecken.

Das Klavierspielen gefiel Michelle und sie war sehr ehrgeizig – zu ehrgeizig für Robbies Geschmack. Als sie ihr stolz ein Stück für etwas weiter Fortgeschrittene vorspielte, wurde ihre Großtante böse: Was unterstand sie sich, nicht die vorgeschriebene Reihenfolge der Stücke einzuhalten! Robbies Strenge und Michelles quirlige Art gerieten mehr als einmal aneinander.

Irgendwann kam der große Tag: Einmal im Jahr mietete Robbie eine Halle an der Universität im Stadtzentrum und ihre Schüler zeigten ihr Können. Michelle hatte ausdauernd geübt und freute sich darauf, mit ihrem hübschen Kleidchen und ihren beiden Zöpfen im Rampenlicht zu stehen.

Doch als sie vor dem schicken Flügel saß, kam der Schock: Alle achtundachtzig Tasten sahen exakt gleich perfekt aus! Wie sollte sie nur das eingestrichene C finden? Kurz bevor sie vor Scham im Boden versank, kam ein vertrauter Arm von hinten über ihre Schulter: Robbie legte sanft ihren Finger auf das eingestrichene C. Und Michelle begann zu spielen.

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