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Das sind die Blinks zu

Wohnwahnsinn

Warum Mieten immer teurer und Eigentum unbezahlbar wird

Von Utta Seidenspinner
13 Minuten
Audio-Version verfügbar
Wohnwahnsinn: Warum Mieten immer teurer und Eigentum unbezahlbar wird von Utta Seidenspinner

Die Mieten steigen und steigen, während Wohnraum immer knapper wird: Deutschland hat ein Wohnungsproblem. Doch wer ist schuld an dieser Misere? Die Blinks zu Wohnwahnsinn (2018) beleuchten das Problem aus verschiedenen Blickwinkeln und zeigen auf, wo die Politik ansetzen könnte, um diesen Wahnsinn zu stoppen.

  • Alle, die wissen wollen, warum der deutsche Immobilienmarkt so angespannt ist
  • Jeder, der sich für die Mechanismen der Immobilien-Wirtschaft interessiert
  • Alle, die auf der Suche nach ihrer Traumwohnung sind

Utta Seidenspinner ist studierte Soziologin und arbeitet als Journalistin, hauptsächlich fürs Fernsehen. Das Thema Immobilien beschäftigt sie seit ihrer Studienzeit, u.a. auch aufgrund persönlicher Erfahrungen in New York und München. Wohnwahnsinn ist ihr erstes Buch.

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Entdecke die Kernaussagen zu diesem Titel:

Wohnwahnsinn

Warum Mieten immer teurer und Eigentum unbezahlbar wird

Von Utta Seidenspinner
  • Lesedauer: 13 Minuten
  • Verfügbar in Text & Audio
  • 8 Kernaussagen
Wohnwahnsinn: Warum Mieten immer teurer und Eigentum unbezahlbar wird von Utta Seidenspinner
Worum geht's

Die Mieten steigen und steigen, während Wohnraum immer knapper wird: Deutschland hat ein Wohnungsproblem. Doch wer ist schuld an dieser Misere? Die Blinks zu Wohnwahnsinn (2018) beleuchten das Problem aus verschiedenen Blickwinkeln und zeigen auf, wo die Politik ansetzen könnte, um diesen Wahnsinn zu stoppen.

Kernaussage 1 von 8

Deutsche Immobilien sind bei Investoren aus dem Ausland gefragt.

Na, kennst du deine Nachbarn? Großstädten ist das Leben ja etwas anonymer, sodass man seine Nachbarn hin und wieder über Wochen nicht zu Gesicht bekommt. Doch es gibt auch solche Nachbarn, die tatsächlich nie da sind: z.B. ausländische Investoren, die ihre Wohnung als reines Investitionsprojekt behandeln und niemals wirklich eingezogen sind.

Das Interesse am deutschen Wohnungsmarkt ist groß, bietet er doch vergleichsweise günstige Preise bei hoher Sicherheit. Und all das in einem Land, das als wirtschaftlicher Motor Europas gilt. Wer würde da nicht zuschlagen wollen – wenn er denn das entsprechende Geld hat?

Im Jahr 2017 gingen in Berlin 16.000 der 23.000 Immobilientransaktionen an deutsche Eigentümer. Die Zahlen trügen jedoch, denn oft stecken hinter deutschen Firmen in Wirklichkeit ausländische Investoren. Laut dem Verband deutscher Pfandbriefbanken ging im Jahr 2017 bspw. die Hälfte der Käufe deutscher Immobilien, die mehr als 10 Millionen Euro kosten, ans Ausland.

Gleichzeitig sind die Namensregister der Eigentümer in Deutschland nur dann einsehbar, wenn man sein Interesse auch begründen kann. Diese Anonymität wissen viele internationale Käufer sehr zu schätzen – denn in vielen anderen europäischen Staaten sind die Grundbücher frei einsehbar.

Dennoch wissen wir zumindest etwas über die internationale Immobilienkundschaft: Mitte der Nullerjahre waren es vor allem Iren und Briten, etwas später dann Südeuropäer und Russen, die deutsche Immobilien kauften und in sie investierten.

Die aktuelle Stammkundschaft kommt vor allem aus China und dem arabischen Raum. Seit Dubai zunehmend als Immobilienblase gilt, schätzen arabische Investoren den deutschen Häusermarkt umso mehr. Alle angebotenen Wohnungspreise sind nachvollziehbar, sprich: Der deutsche Markt ist keine Blase, die so bald zerplatzen wird.

Auch in China schätzt man Hauseigentum hoch. Jedoch ist der Immobilienkauf auf dem heimischen Markt oft schwieriger als im Ausland: In Shanghai müssen Käufer bspw. auch offiziell angemeldet sein.

Der deutsche Immobilienboom ist so groß, dass man mittlerweile sogar speziell für ausländische Investoren baut. Ein gutes Beispiel für dieses Phänomen ist das Neue Europaviertel in Frankfurt. Die Süddeutsche Zeitung nannte die Europaallee, die durch den Frankfurter Stadtteil führt, eine „furchterregende, kilometerlange Straßenschneise“. Dabei entsprechen die glatten Fassaden nur den Wünschen der internationalen Kunden, die vor allem Wert auf Modernität und Sauberkeit legen.

Finanziell ging das Ganze jedenfalls auf: Der 172 Meter hohe Grand Tower in der Europaallee war bereits drei Jahre vor Eröffnung so gut wie ausverkauft. Die meisten Wohnung gingen dabei, kaum verwunderlich, an ausländische Investoren. Und das bei einem Preis von bis zu 30.000 Euro pro Quadratmeter.

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