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Der Luzifer-Effekt

Die Macht der Umstände und die Psychologie des Bösen

Von Philip Zimbardo
15 Minuten
Der Luzifer-Effekt: Die Macht der Umstände und die Psychologie des Bösen von Philip Zimbardo

In Der Luzifer-Effekt zeigt Philip Zimbardo, dass niemand böse geboren wird, sondern dass wir durch besondere Umstände zu bösen Menschen werden können – und zwar jeder von uns. An den Beispielen seines Stanford-Prison-Experiments und eines Prozesses zu den Vorfällen im irakischen Gefängnis von Abu Ghureib erklärt er, was diese Umstände sind, wie wir sie erkennen, und wie wir verhindern, selbst böse zu werden.

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  • Jeder, der verstehen möchte, wie es zu kriminellen Handlungen kommt

Philip Zimbardo ist ein US-amerikanischer Professor der Sozialpsychologe, der vor allem durch sein 1971 durchgeführtes Stanford-Prison-Experiment, einem Meilenstein in der Psychologieforschung, Bekanntheit erlangte. Er promovierte in Yale, unterrichtete in Stanford und hat zahlreiche Bücher veröffentlicht. In seiner Arbeit beschäftigte er sich über Jahrzehnte damit, wie und warum Menschen zur „dunklen Seite der Macht“ verleitet werden. Er war außerdem Präsident des amerikanischen Psychologen-Verbands.

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Der Luzifer-Effekt

Die Macht der Umstände und die Psychologie des Bösen

Von Philip Zimbardo
  • Lesedauer: 15 Minuten
  • 9 Kernaussagen
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Der Luzifer-Effekt: Die Macht der Umstände und die Psychologie des Bösen von Philip Zimbardo
Worum geht's

In Der Luzifer-Effekt zeigt Philip Zimbardo, dass niemand böse geboren wird, sondern dass wir durch besondere Umstände zu bösen Menschen werden können – und zwar jeder von uns. An den Beispielen seines Stanford-Prison-Experiments und eines Prozesses zu den Vorfällen im irakischen Gefängnis von Abu Ghureib erklärt er, was diese Umstände sind, wie wir sie erkennen, und wie wir verhindern, selbst böse zu werden.

Kernaussage 1 von 9

Gelegenheit macht Diebe: Wir alle können zu Menschen werden, die Böses tun.

Wir denken oft, dass böse Menschen schon böse geboren wurden. Kaum jemand kann sich vorstellen, dass Adolf Hitler im Kindergarten sein Pausenbrot mit einem anderen Kind geteilt hat oder dass Attentäter von ihren Nahestehenden als liebevolle Menschen wahrgenommen werden. Stattdessen stellen wir uns vor, dass solche Menschen schon immer in allen Lebensbereichen abgrundtief böse und krank waren.

Doch diese Vorstellung ist falsch. Die Wahrheit sieht ganz anders aus: Unter den richtigen Umständen kann jeder von uns zu einem schlechten Menschen werden. Die Grenze zwischen Gut und Böse ist fließend. Was dem einen als böse erscheint, ist für den anderen vollkommen okay.

Sehen wir uns einmal das Beispiel von Ivan „Chip“ Frederick an. Er war im Jahr 2003 Sergeant bei der US-Army: ein normaler, junger Mann aus Virginia, der sein Vaterland und Baseball liebte. Er war durchschnittlich intelligent und bei psychologischen Tests wurde festgestellt, dass er eine stabile und ausgeglichene Persönlichkeit hatte. Wenige Monate später war er im Gefängnis von Abu Ghuraib und folterte Gefangene auf grausamste Weise. Was war geschehen? Warum veränderte sich dieser Mensch so radikal?

Spontan würden wir jetzt gerne antworten, dass er eben schon immer ein Sadist war und das nur den größten Teil seines Lebens gut versteckt hat. Erst in Abu Ghuraib zeigte Frederick dann sein wahres Gesicht.

Leider sehen das auch die meisten Psychologen so: Bei der Erklärung von bösen Taten konzentrieren sie sich oft auf die Veranlagung und versuchen, in der Kindheit des Täters Hinweise darauf zu finden, dass er schon böse geboren wurde. Auch Chip Frederick wurde von vielen Menschen so beurteilt. Dabei wird aber der eigentliche Grund für sein Verhalten übersehen: Er befand sich einfach in der perfekten Situation, um Grausamkeiten zu begehen. Die Umstände ließen ihn zu einem solchen „Monster“ werden. Wie so eine Situation aussieht, erfahren wir in den nächsten blinks.

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