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In Bloodlands erzählt Timothy Snyder ein dunkles Kapitel der europäischen Geschichte. Er berichtet vom Leid der Menschen in den Gebieten zwischen Deutschland und Russland. Dort wurden zwischen 1933 und 1954 über 14 Millionen Zivilisten durch die Nazis und die Sowjets getötet. In vielen Geschichtsbüchern bleiben ihre Schicksale jedoch bis heute unerwähnt. Bloodlands bricht mit diesem Schweigen und beleuchtet die Pläne und Ideologien, die hinter diesen Gräueltaten standen.

  • Jeder, der sich für die Zeit des Zweiten Weltkriegs interessiert
  • Jeder, der mehr über die Geschichte Osteuropas erfahren möchte
  • Jeder, der ein relativ unbekanntes Kapitel der deutschen Geschichte besser kennenlernen will

Timothy Snyder promovierte 1997 in Oxford und unterrichtet heute an der Yale-Universität die Geschichte Osteuropas und des Holocausts. Er hat schon verschiedene preisgekrönte Bücher veröffentlicht, unter anderem The Reconstruction of Nations und Sketches from a Secret War. Für Bloodlands erhielt er 2013 den Hannah-Arendt-Preis.

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Entdecke die Kernaussagen zu diesem Titel:

Bloodlands

Europa zwischen Hitler und Stalin

Von Timothy Snyder
  • Lesedauer: 21 Minuten
  • 13 Kernaussagen
Bloodlands: Europa zwischen Hitler und Stalin von Timothy Snyder
Worum geht's

In Bloodlands erzählt Timothy Snyder ein dunkles Kapitel der europäischen Geschichte. Er berichtet vom Leid der Menschen in den Gebieten zwischen Deutschland und Russland. Dort wurden zwischen 1933 und 1954 über 14 Millionen Zivilisten durch die Nazis und die Sowjets getötet. In vielen Geschichtsbüchern bleiben ihre Schicksale jedoch bis heute unerwähnt. Bloodlands bricht mit diesem Schweigen und beleuchtet die Pläne und Ideologien, die hinter diesen Gräueltaten standen.

Kernaussage 1 von 13

Vorgeschichte: Schon vor dem Beginn des Krieges ließ Stalin Millionen Menschen verhungern.

Die Bloodlands sind das Gebiet, das sich in der Zeit um den Zweiten Weltkrieg herum zwischen Deutschland und der Sowjetunion befand: Polen, Weißrussland, der Westteil Russlands, das Baltikum, Teile der Ukraine und das frühere Ostpreußen. Der Zweite Weltkrieg war für ganz Europa eine Katastrophe. In den Bloodlands litten die Menschen besonders stark darunter.

Das Leid begann im Jahr 1933, sieben Jahre vor dem Beginn des eigentlichen Krieges. Das Jahr, das für die westliche Welt von der großen Depression geprägt war, brachte für die Menschen in den Bloodlands eine teilweise politisch verursachte, schreckliche Hungersnot.

Der Grund dafür war, dass 1933 der erste Fünfjahresplan der Sowjetunion endete. Der Plan sah vor, die Industrialisierung mit allen Mitteln voranzutreiben, und ein Teil dieses Plans war die Kollektivierung von landwirtschaftlichen Betrieben. Kleine Bauern mussten ihre Ländereien abgeben und in staatlichen Großbetrieben arbeiten. Leider produzierten diese Kolchosen und Sowchosen nicht so viel wie geplant. Außerdem waren die Maschinen veraltet und der Winter 1931 war außergewöhnlich hart gewesen. All das führte dazu, dass die Landwirtschaft die vom Fünfjahresplan vorgesehenen Quoten im Jahr 1932 nicht erfüllen konnte, und es zu einer Lebensmittelknappheit kam.

Stalin duldete kein Zurückbleiben hinter seiner Planung und zwang die Bauern, die ihre Quote nicht erfüllt hatten, ihr Saatgut für das nächste Jahr und ihre Tiere abzugeben. Diese Maßnahme forderte natürlich im Jahr darauf ihren Preis: eine schreckliche Hungersnot, der Holodomor, suchte große Teile der Bloodlands, vor allem in der heutigen Ukraine heim. Es wird geschätzt, dass bis zum Ende des Jahres 1933 ca. 5,5 Millionen Menschen in der Sowjetunion verhungerten, davon alleine 3,3 Millionen in der Ukraine. Diese Hungersnot wurde von Stalin in Kauf genommen oder sogar verstärkt, um die aufständischen Ukrainer zum Schweigen zu bringen.

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