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Das sind die Blinks zu

Eros, Wollust, Sünde

Sexualität in Europa von der Antike bis in die Frühe Neuzeit

Von Franz X. Eder
15 Minuten
Audio-Version verfügbar
Eros, Wollust, Sünde: Sexualität in Europa von der Antike bis in die Frühe Neuzeit von Franz X. Eder

Hast du dich schon einmal gefragt, was Sexualität und Begehren genau bedeuten und inwiefern sich der Sexualitätsbegriff über die Jahrhunderte gewandelt hat? Die Blinks zu Franz X. Eders Eros, Wollust, Sünde (2018) bieten dir Einblicke in eine erstaunliche Kulturgeschichte, vom antiken Griechenland über das Mittelalter bis hin zur Reformationszeit und zur Renaissance.

  • Alle, die dem Vorwurf der Prüderie entgehen möchten
  • Experten der Geschichte, Theologie sowie Sozial- und Kulturwissenschaften
  • Jeder, der wissen möchte, wie sich unser heutiges Verständnis von Sexualität entwickelte

Franz X. Eder ist Professor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität Wien. Seine Forschungsgebiete sind die Geschichte der Familie sowie die Körper- und Sexualitätshistorie.

Original: Eros, Wollust, Sünde © 2018 Campus Verlag GmbH, Frankfurt am Main/New York

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Entdecke die Kernaussagen zu diesem Titel:

Eros, Wollust, Sünde

Sexualität in Europa von der Antike bis in die Frühe Neuzeit

Von Franz X. Eder
  • Lesedauer: 15 Minuten
  • Verfügbar in Text & Audio
  • 9 Kernaussagen
Eros, Wollust, Sünde: Sexualität in Europa von der Antike bis in die Frühe Neuzeit von Franz X. Eder
Worum geht's

Hast du dich schon einmal gefragt, was Sexualität und Begehren genau bedeuten und inwiefern sich der Sexualitätsbegriff über die Jahrhunderte gewandelt hat? Die Blinks zu Franz X. Eders Eros, Wollust, Sünde (2018) bieten dir Einblicke in eine erstaunliche Kulturgeschichte, vom antiken Griechenland über das Mittelalter bis hin zur Reformationszeit und zur Renaissance.

Kernaussage 1 von 9

Im antiken Griechenland bildete die heterosexuelle Ehe das gesellschaftliche Fundament, war aber bei Weitem nicht die einzige Form von Liebe und Sexualität.

Die meisten Menschen würden zustimmen, dass unser Sexualtrieb ein ursprüngliches Empfinden darstellt. Und tatsächlich wird die menschliche Fortpflanzung hauptsächlich durch das Sehnen nach sexueller Lust vorangetrieben. Und ist es nicht genau diese Lust, die auch so manchen modernen Menschen immer noch ab und an in die Bredouille bringt?

Die alten Griechen behalfen sich daher eines cleveren Tricks, um diese mächtige Naturgewalt zu zähmen: Sie ernannten die domestizierte Liebe in der Ehe zu ihrem gesellschaftlichen Fundament. Wie kam es dazu?

Die häusliche Gemeinschaft um die Familie, oikos, musste als sozialer und ökonomischer Grundstein der griechischen Gesellschaft etabliert werden. Das gelang den Griechen, indem sie dem partnerschaftlichen Sexualleben und der damit verbundenen Zeugung von Kindern die zentrale Rolle im oikos zuschrieben, die ohne stetigen Nachwuchs ja nicht gedeihen könne. Statt dem Volk also seine sexuellen Lüste zu verbieten, wurde eros, die sexuelle Liebe, geschickt als Bindeglied in der monogamen Partnerehe propagiert.

Diese „Liebe“ befand sich jedoch fernab der modernen, romantischen Vorstellungen, die sich um dieses Konzept ranken. Meist kannten sich die Eheleute vor ihrer Hochzeit kaum und die Zusammenkunft war hauptsächlich durch sozial-ökonomische Faktoren bestimmt. So verheirateten viele Familien ihre meist nur 14- bis 18-jährigen Töchter vornehmlich an 30-jährige Männer aus gutem Elternhaus – letztere blieben aber bis dahin nicht keusch, sondern „durften“ vorher schon sexuelle Erfahrungen mit Sklavinnen und Prostituierten sammeln.

Die käufliche Liebe wurde dementsprechend als normal angesehen. Ihre bekannteste Form fand sie in den Beziehungen zu hetairai, den „Gefährtinnen“ oder auch Hetären. Sie kamen als Sklavinnen zur Welt, erhielten durch ihre Schönheit aber einen Status jenseits der Dienerschaft und gesellschaftlichen Ächtung. In vielen Fällen verhalf ihnen ihre Profession sogar zu Ansehen und Wohlstand.

Auch die gleichgeschlechtliche Liebe muss hier Erwähnung finden. Homoerotische Bedürfnisse mussten schließlich auch irgendwie ausgelebt werden, da es für sie keinen Platz im sozial etablierten Familienbild gab. Die häufigste Form der gleichgeschlechtlichen außerehelichen Liebe war die paiderastia: die erotische Beziehung älterer, angesehener Männer mit jungen Knaben.

Wer glaubt, dass diese Verhältnisse speziell im antiken Griechenland vorherrschten, der irrt. Der folgende Blink gibt uns Einblicke in eine weitere Gesellschaft der Antike, die den Griechen in Sachen Sexualität in nichts nachstand.

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