Kategorien entdecken

In der App öffnen In der App öffnen In der App öffnen
Das sind die Blinks zu

Orientalismus

Westliche Vorstellungen über den Orient

Von Edward W. Said
13 Minuten
Orientalismus von Edward W. Said

In Orientalismus (1978) geht es darum, wie der globale Westen den Nahen Osten und Asien durch seine eigenen Augen betrachtet, kategorisiert und beurteilt. In dieser vorherrschenden eurozentristischen Perspektive ist kein Platz für den realen Orient. Sie bringt nur ein Bild der östlichen Welt als Gegenstück zu unserer eigenen, „richtigen“, westlichen Kultur hervor. Das Buch erschien 1978 und hat seitdem die Diskussion um die Wahrnehmung des Nahen und Fernen Ostens stark beeinflusst.

  • Alle, die ihre Vorstellung des Nahen und Fernen Ostens hinterfragen möchten
  • Alle, die sich für die Auswirkungen des Kolonialismus interessieren
  • Alle, die mehr über die Ideengeschichte des Ostens erfahren wollen

Der palästinensisch-US-amerikanische Intellektuelle Edward Said (1935–2003) war ein bekannter Literaturkritiker und -theoretiker. Er unterrichtete vergleichende Literaturwissenschaften an den Universitäten Columbia, Harvard und Yale. Zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen zählen u.a. Kultur und Imperialismus und Musik ohne Grenzen. Gemeinsam mit dem Dirigenten Daniel Barenboim gründete er das West-Eastern Divan Orchestra.

Kennst du schon Blinkist Premium?

Mit Blinkist Premium erhältst du Zugang zu dem Wichtigsten aus mehr als 3.000 Sachbuch-Bestsellern. Das Probeabo ist 100% kostenlos.

Premium kostenlos testen

Was ist Blinkist?

Blinkist ist eine App, die die großen Ideen der besten Sachbücher in einprägsame Kurztexte verpackt und erklärt. Die Inhalte der über 3.000 Titel starken Bibliothek reichen von Sachbuch-Klassikern, über populäre Ratgeber bis hin zu diskutierten Neuerscheinungen. Basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen wird jeder Titel von speziell geschulten Autoren aufbereitet und dem Nutzer als Kurztext und Audiotitel zur Verfügung gestellt.

Discover
3.000+ top
nonfiction titles

Get unlimited access to the most important ideas in business, investing, marketing, psychology, politics, and more. Stay ahead of the curve with recommended reading lists curated by experts.

Entdecke die Kernaussagen zu diesem Titel:
Entdecke die Kernaussagen zu diesem Titel:
Entdecke die Kernaussagen zu diesem Titel:

Orientalismus

Von Edward W. Said
  • Lesedauer: 13 Minuten
  • 8 Kernaussagen
Jetzt kostenloses Probeabo starten Jetzt lesen oder anhören
Orientalismus von Edward W. Said
Worum geht's

In Orientalismus (1978) geht es darum, wie der globale Westen den Nahen Osten und Asien durch seine eigenen Augen betrachtet, kategorisiert und beurteilt. In dieser vorherrschenden eurozentristischen Perspektive ist kein Platz für den realen Orient. Sie bringt nur ein Bild der östlichen Welt als Gegenstück zu unserer eigenen, „richtigen“, westlichen Kultur hervor. Das Buch erschien 1978 und hat seitdem die Diskussion um die Wahrnehmung des Nahen und Fernen Ostens stark beeinflusst.

Kernaussage 1 von 8

Der Orient ist eine Erfindung des Westens.

In unserer Wahrnehmung liegen die östlichen Länder in weiter Ferne, geografisch wie kulturell. In den Nachrichten und in der Werbung werden vor allem Unterschiede herausgestellt. In der Berichterstattung liegt der Fokus dabei auf negativen Aspekten: Wir hören von Bombenangriffen, der Bedrohung durch religiöse Fundamentalisten und Menschenrechtsverletzungen. Die Werbung zeichnet das positive Gegenbild: Palmen, Strände, Exotik. Gemeinsamkeiten haben keinen Platz. Wen interessiert es schon, dass sich die meisten Bewohner dieser Länder genau wie wir morgens ins Büro quälen und ihren Feierabend mit gewöhnlichen Freizeitaktivitäten verbringen.

Dieser verquere Blick auf die östliche Welt hat Tradition. Der Orient wurde vom Westen erfunden, um die Kulturen der Länder östlich von Europa begreifbar zu machen. Aus dem vermeintlichen Wissen, das reisende Forscher über den Osten sammelten, entstand eine stark vereinfachende Wissenschaftsdisziplin: der Orientalismus. 

Seinen Anfang nahm der moderne Orientalismus bereits 1798, als Napoleon in Ägypten einmarschierte. Napoleon und seine Armee wurden von zahlreichen Gelehrten begleitet, die mit der Aufgabe betraut waren, eine Enzyklopädie Ägyptens zu erstellen. Das Ergebnis war die 23-bändige Beschreibung Ägyptens

Im 19. Jahrhundert sprangen weitere Kolonialmächte wie zum Beispiel Großbritannien auf den Zug auf. Die westlichen Gelehrten nannten sich selbst „Orientalisten“. Den Orient verstanden sie als Einheit, die den Mittleren Osten, Asien und den Fernen Osten umfasste.

Den Orientalisten galt der Orient als exotisch, erotisch und irrational. Damit waren zahlreiche Stereotype verbunden. U.a. war es gang und gäbe, den Orient als eine Ansammlung fremdartiger Länder zu betrachten – ein Ort, an dem verbotene Leidenschaften ausgelebt werden konnten. Unterstützt wurde diese Vorstellung durch den Harem, der die Phantasie der männlichen Gelehrten entflammte. 

Doch nicht nur wilde Leidenschaft wurde im Orient verortet, sondern auch die Abwesenheit von Rationalität und Logik. Im Gegensatz zu den Menschen aus dem Westen galt der „Orientale“ als impulsiv und emotional.

Mit Premium freischalten Jetzt lesen oder anhören

Inhalt

Mit Premium freischalten Jetzt lesen oder anhören

Bringe mehr Wissen in deinen Alltag!

Sichere dir jetzt Zugang zu den Kernaussagen der besten Sachbücher – praktisch in Text & Audio in nur 15 Minuten pro Titel.
Created with Sketch.