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Das sind die Blinks zu

Obwohl sich bisher nur wenige chinesische Marken international etablieren konnten, hat der chinesische Markt in den letzten Jahrzehnten einige der größten Unternehmen der Welt hervorgebracht. In Zusammenarbeit mit der politischen Führung des Landes besetzen sie wichtige Zukunftstechnologien und drängen zunehmend auch auf den Weltmarkt. Die Blinks zu Chinas Bosse (2018) geben dir einen Einblick in dieses unbekannte Reich der chinesischen Superlative und skizzieren dabei die Wirtschaftswelt von morgen.

  • Alle, die die Wirtschaftsmacht China kennenlernen wollen
  • Jeder, der sich Gedanken um heutige und zukünftige wirtschaftliche Herausforderungen macht
  • Europäer, die gern die eigene Wahrnehmung ins Verhältnis setzen wollen

Wolfgang Hirn ist Wirtschaftsredakteur beim manager magazin. Der Asien-Experte hat bereits zwei Bücher zum neuen China veröffentlicht: Herausforderung China (2005) sowie Der nächste Kalte Krieg (2013).

Original: Chinas Bosse © 2018 Campus Verlag GmbH, Frankfurt am Main/New York

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Entdecke die Kernaussagen zu diesem Titel:

Chinas Bosse

Unsere unbekannten Konkurrenten

Von Wolfgang Hirn
  • Lesedauer: 13 Minuten
  • 8 Kernaussagen
Chinas Bosse: Unsere unbekannten Konkurrenten von Wolfgang Hirn
Worum geht's

Obwohl sich bisher nur wenige chinesische Marken international etablieren konnten, hat der chinesische Markt in den letzten Jahrzehnten einige der größten Unternehmen der Welt hervorgebracht. In Zusammenarbeit mit der politischen Führung des Landes besetzen sie wichtige Zukunftstechnologien und drängen zunehmend auch auf den Weltmarkt. Die Blinks zu Chinas Bosse (2018) geben dir einen Einblick in dieses unbekannte Reich der chinesischen Superlative und skizzieren dabei die Wirtschaftswelt von morgen.

Kernaussage 1 von 8

Staatsunternehmen spielen in der chinesischen Wirtschaft eine große Rolle.

Die Volksrepublik China ist in vielerlei Hinsicht besonders. Doch viele Menschen kennen das mit 1,4 Milliarden Einwohnern bevölkerungsreichste Land der Erde kaum. Sie wissen bspw. nicht, dass China auf dem Papier zwar von einer „demokratischen Diktatur des Volkes“ geleitet, aber trotzdem von der Kommunistischen Partei Chinas regiert wird. Oder dass dieser Mix aus Demokratie und Kommunismus sich in der chinesischen Wirtschaft zeigt, die ein Hybrid aus freier Marktwirtschaft und Planwirtschaft ist.

Was macht dieses System so besonders?

Ein großer Teil der chinesischen Wirtschaftsleistung wird von staatlich geführten Unternehmen gestemmt. Dabei gibt es ca. 100 große Staatsunternehmen und etwa 100.000 kleinere, staatlich geführte Betriebe, die ihre Sitze in den chinesischen Provinzen und Kommunen haben. Alle Staatsunternehmen zusammen beschäftigen in China insgesamt 60 Millionen Menschen und erwirtschaften 35% des Bruttosozialprodukts.

Teilweise sind sie dabei die einzig relevanten Unternehmen in ihrer jeweiligen Branche. Mono- oder Oligopole finden sich in China in der Tabakindustrie, im Bankenwesen, in der Luftfahrt, der Telekommunikations- und der Energiebranche. China Railway bspw. ist auch ein solcher Monopolist. China ist bekannt für seine Hochgeschwindigkeitszüge und ein gut ausgebautes Streckennetz. Dieses Verkehrsparadies konnte allerdings nur mit staatlicher Subvention entstehen. So hat China Railway insgesamt etwa 700 Milliarden Dollar Schulden angehäuft, doch diese werden allesamt vom chinesischen Staat gedeckt. Die einzig profitable Schnellstrecke, auf der Züge von China Railway unterwegs sind, führt von Peking nach Schanghai. Die Strecke ist allerdings so ergiebig, dass sie direkt die profitabelste Strecke der Welt ist.

Generell sollen die chinesischen Staatsunternehmen natürlich Erträge bringen. Doch wie am Beispiel des Zugverkehrs zu sehen ist, rückt die Profitmaximierung gegenüber den politischen Zielen schon mal in den Hintergrund. Abzulesen ist dies auch daran, dass die staatlichen Unternehmen nur Vermögensrenditen von durchschnittlich 2,9% erwirtschaften. Demgegenüber kommen private Unternehmen auf 10,2%.

Beaufsichtigt werden die Staatsunternehmen von der State-Owned Assets Supervision and Administration Commission – auf Deutsch Kommission zur Kontrolle und Verwaltung von Staatsvermögen –, kurz SASAC. Diese gibt aber weder Quartalsziele vor, noch erteilt sie sonstige Befehle. Aktiv wird die Kommission normalerweise nur bei zu hohen Schulden, geplanten Auslandsinvestitionen und Überkapazitäten.

Bei langfristigen Vorhaben greift die SASAC aber auch schon mal stärker ins Wirtschaftsgeschehen ein. Bspw. beim derzeitigen Ausbau der neuen Seidenstraße, die auf moderne Weise an glorreiche Zeiten des chinesischen Handels anknüpfen soll. Auch Chinas Präsident Xi Jinping hält die staatlichen Unternehmen im Jahr 2018 an, dieses Vorhaben durch gezielte Investitionen zu unterstützen.

Wir sehen also: Staatliche Unternehmen werden in China gerne auch mal zur Erfüllung politischer Ziele eingesetzt. Schauen wir uns nun im nächsten Blink an, wie es mit den privaten Unternehmen aussieht.

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