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Wie viele Sklaven halten Sie?

Über Globalisierung und Moral

Von Evi Hartmann
12 Minuten
Wie viele Sklaven halten Sie?: Über Globalisierung und Moral von Evi Hartmann

In Wie viele Sklaven halten sie? untersucht Evi Hartmann, wie wir Bewohner der westlichen Welt durch unseren Konsum dazu beitragen, dass in anderen Ländern Menschen wie Sklaven leben müssen. Sie illustriert die Mechanismen der Globalisierung und fordert uns alle dazu auf, ein Bewusstsein für die Folgen unseres Konsumverhaltens zu entwickeln.

  • BWL-Studenten, die sich für die Folgen der Globalisierung interessieren
  • Konsumenten, die wissen wollen, woher das kommt, was sie kaufen
  • Jeder, der kein Sklavenhalter sein möchte

Nach verschiedenen internationalen Forschungsaufenthalten und einigen Jahren als Beraterin bei A.T. Kearney ist Evi Hartmann seit 2009 Professorin für BWL an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen-Nürnberg. Dort erforscht sie die Berührungspunkte zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Sie schreibt außerdem den Blog Weltbewegend.

 

Original: Wie viele Sklaven halten Sie? © 2016 Campus Verlag GmbH, Frankfurt am Main/New York

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Wie viele Sklaven halten Sie?

Über Globalisierung und Moral

Von Evi Hartmann
  • Lesedauer: 12 Minuten
  • 7 Kernaussagen
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Wie viele Sklaven halten Sie?: Über Globalisierung und Moral von Evi Hartmann
Worum geht's

In Wie viele Sklaven halten sie? untersucht Evi Hartmann, wie wir Bewohner der westlichen Welt durch unseren Konsum dazu beitragen, dass in anderen Ländern Menschen wie Sklaven leben müssen. Sie illustriert die Mechanismen der Globalisierung und fordert uns alle dazu auf, ein Bewusstsein für die Folgen unseres Konsumverhaltens zu entwickeln.

Kernaussage 1 von 7

Aus den Augen, aus dem Sinn: Die Globalisierung macht uns alle zu modernen Sklavenhaltern, die keine Verantwortung übernehmen.

Die Globalisierung ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits freuen wir uns alle, dass wir amerikanische Serien schauen und dabei Sushi essen können und dass es kein Problem ist, den Jahresurlaub in Thailand oder der Karibik zu verbringen. Andererseits hat die Globalisierung ihre Schattenseiten: Jobs wandern von Deutschland nach Osteuropa oder Asien ab, weil dort Arbeitskräfte billiger sind und gleichzeitig verschlimmern sich an vielen Orten die Produktionsbedingungen, da zugunsten von immer geringeren Produktionskosten an allen Ecken gespart wird. Aber wer trägt die Verantwortung für die negativen Konsequenzen von Globalisierung?

Wir. Die Globalisierung macht uns alle zu modernen Sklavenhaltern. Jeder Mensch, der z.B. ein Auto und ein Smartphone besitzt und Artikel konsumiert, deren Produktion irgendwo auf der Welt stattfindet, ist dafür verantwortlich, dass Menschen in sklavenähnlichen Verhältnissen arbeiten.

Schließlich ist es unser Geld, mit dem das System der Ausbeutung überlebt. Wenn wir bei unseren Anschaffungen geizen, tragen wir zum sogenannten squeezing bei. Squeezing bedeutet, dass westliche Firmen ihre Lieferanten geradezu ausquetschen (engl. to squeeze). Sie bezahlen nur so niedrige Preise, dass es den Herstellern überhaupt nicht möglich ist, faire Löhne zu bezahlen oder z.B. auf die Arbeitssicherheit zu achten. Wenn sie das tun würden, müssten sie die Preise erhöhen und die Kunden würden einfach zu einem anderen Hersteller wechseln. Die Folge: Statt unterbezahlter Zwangsarbeit gäbe es plötzlich überhaupt keine Arbeit mehr.

Trotzdem ist sich kaum ein westlicher Konsument seiner Schuld bewusst, wenn in Indonesien ein Produktionsgebäude abbrennt oder eine Fabrik in Indien einstürzt. Denn vom Billiglohnarbeiter zum Konsumenten sind es tausende Kilometer, dort verliert man schnell den Bezug. Doch um diese Zustände zu beenden, müssen wir lernen, Verantwortung für unseren Konsum zu übernehmen. Mach dir Gedanken, was du kaufst, warum dein neues T-Shirt nur drei Euro gekostet hat und wo und von wem es hergestellt wurde. 

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