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Das Ende der Banken

Warum wir sie nicht brauchen

Von Jonathan McMillan
19 Minuten
Das Ende der Banken: Warum wir sie nicht brauchen von Jonathan McMillan

Wenn Banken „too big to fail“ sind und die staatliche Absicherung als Freifahrtschein für hochriskante Kreditgeschäfte betrachten, läuft irgendetwas schief. Dabei ist Das Ende der Banken (2018) vielleicht näher als ihnen lieb ist. Diese Blinks beleuchten die Entwicklung unseres Finanzsystems von der traditionellen Geschäftsbank bis zu den zwielichtigen Machenschaften moderner Schattenbanken. Sie zeigen, warum es an der Zeit ist, die Welt der Banken umzukrempeln.

  • Alle, die die Mechanismen der Kreditwirtschaft besser verstehen möchten
  • Jeder, der wissen will, warum das Bankensystem unsere Wirtschaft gefährdet
  • Alle, die sich über Alternativen zum heutigen Finanzsystem informieren möchten

Der Name Jonathan McMillan ist ein Pseudonym, hinter dem sich zwei Autoren verbergen. Beide sind Schweizer Finanzexperten und bestens mit den Mechanismen der Finanzwelt vertraut. Der eine möchte unerkannt bleiben und arbeitet für eine international operierende Bank. Er hat mit seinem Co-Autor studiert und langjährige Erfahrung an den Finanzplätzen von New York, London und Zürich gesammelt.

Der zweite Autor ist Dr. Jürg Müller, der nach seinem Wirtschaftsstudium in Cambridge an der ETH Zürich promovierte. Er hat sich in seiner Dissertation auf die Bankenregulierung und ihre Auswirkungen auf die makroökonomische Stabilität konzentriert und schreibt als Wirtschaftsjournalist für die Neue Zürcher Zeitung.

Original: Das Ende der Banken © 2018 Campus Verlag GmbH, Frankfurt am Main/New York

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Das Ende der Banken

Warum wir sie nicht brauchen

Von Jonathan McMillan
  • Lesedauer: 19 Minuten
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Das Ende der Banken: Warum wir sie nicht brauchen von Jonathan McMillan
Worum geht's

Wenn Banken „too big to fail“ sind und die staatliche Absicherung als Freifahrtschein für hochriskante Kreditgeschäfte betrachten, läuft irgendetwas schief. Dabei ist Das Ende der Banken (2018) vielleicht näher als ihnen lieb ist. Diese Blinks beleuchten die Entwicklung unseres Finanzsystems von der traditionellen Geschäftsbank bis zu den zwielichtigen Machenschaften moderner Schattenbanken. Sie zeigen, warum es an der Zeit ist, die Welt der Banken umzukrempeln.

Kernaussage 1 von 12

Das Kerngeschäft der Banken besteht darin, durch die Vergabe von Krediten Innengeld zu schöpfen.

Bevor wir klären, warum das traditionelle Bankensystem komplett auf links gedreht gehört, müssen wir zwei Dinge genauer betrachten: seinen grundlegenden Modus Operandi und seine diversen Makel. Das Kerngeschäft einer jeden Geschäftsbank besteht darin, durch die Vergabe von Krediten Geld zu generieren. Damit gehen wir direkt in medias res, denn Moment mal: Ist die Geldschöpfung nicht dem Staat bzw. der Zentralbank vorbehalten?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir zwischen Innengeld und Außengeld unterscheiden. Außengeld ist das Geld, das durch die Zentralbank eines Landes geschöpft wird. Sie bringt von außen neues Geld in den Umlauf einer Volkswirtschaft, indem sie Kredite an Geschäftsbanken vergibt und Wertpapiere wie z.B. Staatsanleihen kauft. Dieses neue Geld wird dann vom Staat investiert und von den Geschäftsbanken in Form von Krediten an Unternehmen und Privathaushalte weitergegeben.

Innengeld ist folglich das Geld, das die Geschäftsbanken bei der Kreditvergabe innerhalb der Privatwirtschaft schöpfen. Ihre Geldschöpfung basiert auf der doppelten Buchführung: Wenn eine Bank einen Kredit an einen Schuldner vergibt, verbucht sie die Transaktion auf der Passivseite der Bilanz. Gleichzeitig kann sie die Forderung an denselben Schuldner als Aktivum verbuchen und damit neue Geschäfte machen. Aber verdeutlichen wir das anhand eines Beispiels.

Alex gründet eine Bank mit doppelter Buchführung. Er investiert 80.000 EUR Eigenkapital in seine Bank, um eine Liquiditätsreserve zu bilden. Kurz darauf vergibt er seinen ersten Kredit in Höhe von 60.000 EUR an Sarah, die Geld für die Gründung ihres Cafés benötigt. Alex verbucht die 60.000 EUR also einmal als Kredit auf Passivseite. Gleichzeitig eröffnet er für Sarah ein Konto mit einem Guthaben von 60.000 EUR. Diese 60.000 EUR verbucht er auf Aktivseite, denn sie stehen für die Forderung an Sarah, das Geld an Alex’ Bank zurückzuzahlen. Mit dieser Verbindlichkeit kann er arbeiten, um z.B. neue Kredite zu vergeben.

Damit sind in der Bilanz zusätzliche 60.000 EUR wie aus dem Nichts aufgetaucht – ohne dass Außengeld ausgegeben wurde: Sarah kann die Röstmaschine und die Inneneinrichtung für ihr Café finanzieren. Durch ihren Einkauf im Groß- oder Einzelhandel wurde mit dem neu geschöpften Innengeld ein Geschäft in der Realwirtschaft getätigt. Gleichzeitig kann Alex mit den 60.000 EUR auf ihrem Konto arbeiten, um z.B. neue Kredite zu vergeben.

Genau diese Innengeldschöpfung definieren die Autoren als das Kerngeschäft des traditionellen Bankings.

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