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Das sind die Blinks zu

Die hohe Kunst des Alterns

Kleine Philosophie des guten Lebens

Von Otfried Höffe
13 Minuten
Audio-Version verfügbar
Die hohe Kunst des Alterns: Kleine Philosophie des guten Lebens von Otfried Höffe

Die Hohe Kunst des Alterns (2018) wirft einen philosophischen Blick auf unsere alternde Gesellschaft. Die Blinks zeigen, wie wir glücklich und in Würde älter werden können, denn: Altern will gelernt sein!

  • Ältere Menschen sowie deren Angehörige und Bekannte
  • Alle, die sich für Philosophie und Ethik interessieren
  • Jeder, der sich einen erfüllten und würdevollen Lebensabend wünscht

Otfried Höffe ist Professor für Philosophie und Leiter der Forschungsstelle Politische Philosophie an der Universität Tübingen. Er ist Autor zahlreicher Monographien u.a. zu den Themen Vernunft, Demokratie und Gerechtigkeit. Zuletzt erschien von ihm die Geschichte des politischen Denkens (2016).

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Die hohe Kunst des Alterns

Kleine Philosophie des guten Lebens

Von Otfried Höffe
  • Lesedauer: 13 Minuten
  • Verfügbar in Text & Audio
  • 8 Kernaussagen
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Die hohe Kunst des Alterns: Kleine Philosophie des guten Lebens von Otfried Höffe
Worum geht's

Die Hohe Kunst des Alterns (2018) wirft einen philosophischen Blick auf unsere alternde Gesellschaft. Die Blinks zeigen, wie wir glücklich und in Würde älter werden können, denn: Altern will gelernt sein!

Kernaussage 1 von 8

Im deutschen Gesundheitssystem steht bei der Altenfürsorge vor allem ökonomisches Denken im Vordergrund.

Ein Großteil der alten Menschen ist darauf angewiesen, dass man ihnen hilft, sie pflegt und ihnen Zuneigung schenkt. Unser Pflegesystem sieht aber v.a. Letzteres nicht vor. Hohes Alter wird hier hauptsächlich als Kostenfaktor gesehen, was dazu führt, dass man mit alten Menschen umgeht, als seien sie eine defekte Ware.

Das liegt in erster Linie daran, dass unsere Gesundheit wie so vieles andere auch der kühlen Logik des Kapitalismus und damit der Wirtschaftlichkeit unterworfen ist. Der Wirtschaftswissenschaftler Bert Rürup fand bspw. heraus, dass deutsche Krankenhäuser in der Zeit zwischen 1991 und 2006 mit 45% weniger finanziellen Mitteln auskommen mussten. Diese drastische Kürzung betrifft alte Menschen ganz besonders, da sie im Vergleich zu anderen Altersgruppen überdurchschnittlich häufig in Krankenhäusern behandelt werden.

Der ökonomische Druck wirkt sich auch auf die Art der Behandlungen aus. So versucht man aus Kostengründen besonders auf den geriatrischen Stationen, die Aufenthaltsdauer der Patientinnen und Patienten zu verkürzen. Selbst dann, wenn ein längerer stationärer Aufenthalt angebracht wäre.

Gleichzeitig wird aus ökonomischen Überlegungen heraus zu häufig operiert. Denn Operationen bringen den Krankenhäusern Geld – auch wenn ihr medizinischer Sinn zweifelhaft ist. In beiden Fällen scheint die Wirtschaftlichkeit mehr zu zählen als das Wohl der Patienten.

Dass die Wirtschaftlichkeit immer mehr die Überhand gewinnt, sieht man ebenfalls daran, dass in Krankenhäusern und Pflegeheimen medizinische Direktoren zunehmend durch kaufmännische ersetzt werden. Der betriebswirtschaftliche Blick bestimmt den Alltag in diesen Einrichtungen. Aus Pflegeheimen werden Betriebe, Patienten werden zu Kunden bzw. zur Profitquelle – oder eben zum Kostenfaktor.

Am zynischsten offenbart sich diese Wirtschaftsmentalität in der Formulierung des „sozialverträglichen Frühablebens“. Je früher Menschen sterben, so die Logik, desto weniger fallen sie der Gesellschaft finanziell zur Last.

Pflege und Fürsorge für Hilfebedürftige sind für die Betroffenen jedoch essenziell, unabhängig davon, wie hoch die Kosten sind und ob Effizienzkriterien eingehalten werden. Daher ist es höchst bedenklich, wenn derartige ökonomische Motive den Pflegebereich bestimmen. Denn damit wird älteren Menschen das versagt, was sie würdevoll altern lässt: Zuneigung und Respekt.

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