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Was wollen die denn hier?

Deutsche Grenzerfahrungen

Von Lucas Vogelsang, Joachim Król
12 Minuten
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Was wollen die denn hier? von Lucas Vogelsang, Joachim Król

Der Mauerfall liegt eine ganze Weile zurück. Doch oft ist das geteilte Deutschland noch immer in den Köpfen präsent. Lucas Vogelsang und Joachim Król haben sich deshalb 30 Jahre nach dem Mauerfall auf eine Reise quer durch Deutschland begeben, um den Stand der mentalen Wiedervereinigung nachzuspüren. In den Blinks zu Was wollen die denn hier? (2019) stellen wir Biografien von Menschen vor, die viel über die ehemalige DDR, aber auch die Bundesrepublik Deutschland erzählen.

  • Jeder, der sich für deutsche Geschichte interessiert
  • Alle, für die der Osten immer noch nicht so richtig zu Deutschland gehört
  • Menschen, die glauben, sie hätten bereits alle guten Geschichten zur Wende gehört

Lucas Vogelsang arbeitete als Reporter für den Tagesspiegel, Die Zeit, die Welt am Sonntag und den Playboy. Für zahlreiche seiner Texte wurde er mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem renommierten Henri-Nannen-Preis und dem Deutschen Reporterpreis. Im Jahr 2017 erschien von ihm Heimaterde. Eine Weltreise durch Deutschland.

Joachim Król ist einer der bekanntesten Schauspieler Deutschlands. Größere Bekanntheit erreichte Król im Jahr 1993, als Detlev Bucks Film Wir können auch anders in die Kinos kam – der heimliche Film zur deutschen Einheit. Für die Rolle des Kipp gewann er u.a. den Deutschen Filmpreis und einen Bambi.

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Was wollen die denn hier?

Deutsche Grenzerfahrungen

Von Lucas Vogelsang, Joachim Król
  • Lesedauer: 12 Minuten
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Was wollen die denn hier? von Lucas Vogelsang, Joachim Król
Worum geht's

Der Mauerfall liegt eine ganze Weile zurück. Doch oft ist das geteilte Deutschland noch immer in den Köpfen präsent. Lucas Vogelsang und Joachim Król haben sich deshalb 30 Jahre nach dem Mauerfall auf eine Reise quer durch Deutschland begeben, um den Stand der mentalen Wiedervereinigung nachzuspüren. In den Blinks zu Was wollen die denn hier? (2019) stellen wir Biografien von Menschen vor, die viel über die ehemalige DDR, aber auch die Bundesrepublik Deutschland erzählen.

Kernaussage 1 von 7

Zunächst trafen die beiden Autoren auf Ursula Thom, die zwei Tage vor dem Mauerfall aus der DDR flüchtete.

Los ging die Reise in Köln. Król wohnt dort, also überquerten sie bald den Rhein, ließen Dom und Domstadt linksrheinisch liegen, und gurkten ins Ruhrgebiet, den ADAC-Atlas auf den Knien. In Bochum wartete schon ihre erste Gesprächspartnerin, mit der sie sich gemeinsam an die DDR erinnern wollten, die ehemalige Polizistin Ursula Thom. 

Die heute 69 Jahre alte Rentnerin floh am 7. November 1989 über die Tschechoslowakei und Bayern nach Westdeutschland. Zwei Tage später fiel die Mauer, die Grenze wurde geöffnet. Da lag es natürlich nahe, zu fragen, ob sie damals nicht zu überstürzt losgefahren war. Schließlich befand sich die DDR Anfang November bereits seit Wochen in Aufruhr. Demonstrationen wurden nicht mehr unterbunden, die Stasi griff nicht mehr wie gewohnt durch. Die DDR kurz vor dem Zusammenbruch – war das nicht abzusehen? 

Ihre Antwort auf die Frage spricht Bände über die DDR. Denn wo es für einen Westdeutschen offensichtlich war, dass die Ereignisse bald zur Öffnung der Grenze führen würden, war die Ostdeutsche paranoid. Sie traute dem Braten nicht. Thom saß damals vor ihrem Fernsehgerät und dachte: Bald wird geschossen. Also nahm sie die Dinge lieber selber in die Hand.

Bei der Volkspolizei durchlief sie sämtliche Abteilungen und erlebte einen ziemlichen Aufstieg – und all das, ohne bei der Stasi zu sein. Sie erzählte, dass sie in der DDR v.a. gelernt habe, dass Menschen käuflich sind. Ja, manche haben gegen Geld so in der eigenen Familie spioniert. Das kam für sie nicht infrage.

Dass sie auch einmal so enden könnte, bei der Stasi, war letztendlich auch der Grund, warum sie floh. Mehr und mehr sah sie, dass sie unter dieser Käseglocke nicht länger leben wollte. Lange Zeit arrangierte sie sich damit, lächelte, machte gute Miene zum bösen Spiel. Doch irgendwann ging es nicht mehr, sie wollte nur noch fort – sonst, sagt sie, wäre sie verrückt geworden. Dass es dann ausgerechnet zwei Tage zu früh waren, sollte ihr Schicksal werden. Ob sie es bereut habe? Nein, das hat sie nicht.

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