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Network Thinking

Was kommt nach dem Brockhaus-Denken?

Von Ulrich Weinberg
15 Minuten
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Network Thinking: Was kommt nach dem Brockhaus-Denken? von Ulrich Weinberg

Network Thinking beschreibt ein neues Denkmodell, das weg von der linearen hin zu einer vernetzten Denkstruktur führt. Denn vernetzte Ansätze werden notwendig, um die Herausforderungen unserer digitalen Welt zu meistern. Die neue Denkweise durchbricht Grenzen und vereint verschiedene Disziplinen. So wird Raum für neue Ideen und Möglichkeiten geschaffen.

  • Manager und Führungspersonen, die Innovation in ihr Unternehmen bringen wollen
  • Studenten, die genug vom Frontalunterricht haben
  • Jeder, der sein kreatives Potential ausschöpfen will

Ulrich Weinberg ist Gründer der School of Design Thinking am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam, die Studenten auf eine vernetzte Arbeitswelt vorbereitet. Er hatte außerdem eine Gastprofessur in Peking an der Communication University of China inne und ist seit 2014 ehrenamtlicher Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Qualität e.V. (DGQ).

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Network Thinking

Was kommt nach dem Brockhaus-Denken?

Von Ulrich Weinberg
  • Lesedauer: 15 Minuten
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Network Thinking: Was kommt nach dem Brockhaus-Denken? von Ulrich Weinberg
Worum geht's

Network Thinking beschreibt ein neues Denkmodell, das weg von der linearen hin zu einer vernetzten Denkstruktur führt. Denn vernetzte Ansätze werden notwendig, um die Herausforderungen unserer digitalen Welt zu meistern. Die neue Denkweise durchbricht Grenzen und vereint verschiedene Disziplinen. So wird Raum für neue Ideen und Möglichkeiten geschaffen.

Kernaussage 1 von 9

Neues Lernen lernen: Network Thinking ist eine vernetzte Form des Lernens, die Abschied vom linearen Brockhaus-Denken nimmt.

Viele von uns sind wahrscheinlich noch mit Bänden von Enzyklopädien im Haus aufgewachsen, die mehrere Regale in Anspruch nahmen. Das war die damals größte Wissensquelle, die wir zu Hause schnell griffbereit hatten: alphabetisierte, kategorisierte Einträge, die uns bei den Hausaufgaben halfen oder unsere Neugier stillten. Heute steht uns mit Wikipedia eine neue Art von Informationsquelle online zur Verfügung. Doch das Internet repräsentiert nicht nur einen Wechsel von Papier zum Bildschirm: Die Ansammlung vernetzter Seiten hat auch ein neues Denkmodell hervorgebracht.

Das Brockhaus-Denken repräsentierte die vorherrschende Wissensorganisation des letzten Jahrhunderts. In den Enzyklopädien wurde Wissen linear geordnet und strukturiert und Informationen wurden in Kategorien und Fachgebiete von A bis Z organisiert. Nicht nur Brockhaus hielt sich an dieses Denkmodell: Schulen trennten Fächer nach Fachgebieten, Universitäten teilten Wissen in Fakultäten.

Die digitale Revolution betrifft nicht nur unseren Zugang zu Informationen, sondern sämtliche Lebens- und Arbeitsprozesse. Allerdings sind noch nicht alle Bereiche unseres Alltags im neuen Zeitalter angekommen. Unser traditionelles Bildungssystem befindet sich beispielsweise noch im Brockhaus-Stil des letzten Jahrhunderts.

Dieses lineare Denken wird mittlerweile jedoch zum Relikt der Vergangenheit. Bei Wikipedia, dem heutigen Äquivalent zum Brockhaus, werden Wissensexperten von Hobby- und einigen Fachautoren abgelöst. Diese Veränderung zeigt nicht nur eine andere Art von Urheberschaft, sondern weist auf eine neue Wissensorganisation hin.

Die Vernetzung ersetzt das klassische Silo-Denken, welches Informationen in isolierte „Wissensinseln“ kategorisiert. Stattdessen bietet die neue Organisation eine freie Struktur, mit der die strikte Trennung nach Fachbereichen aufgelöst wird: Auf Wikipedia sind alle Informationen per Hyperlink miteinander verbunden.

Um die Zukunft zu gestalten, braucht die digitale Welt diese Vernetzung, das Network Thinking. Statt der geraden Linien des alten Systems besteht ein Netzwerk aus Knoten, d.h. Informationen, die miteinander verbunden werden.

Wir bewegen uns also weg von einer rigiden Form der Wissensstrukturierung hin zu einer flexiblen Vernetzung von Informationen.

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