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Das sind die Blinks zu

… trotzdem ja zum Leben sagen

Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager

Von Viktor Frankl
15 Minuten
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… trotzdem ja zum Leben sagen: Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager von Viktor Frankl

In … trotzdem ja zum Leben sagen (1946) beschreibt der Psychologe Viktor Frankl seine Erfahrungen als KZ-Häftling. Doch es geht ihm nicht um die Beschreibung der Gräueltaten, sondern um seine Beobachtungen, wie die Insassen der Konzentrationslager mit ihrem Alltag umgingen. Dabei stellte er fest, dass auch Menschen unter den allerschlimmsten Umständen Wege finden können, mit ungeheurem Leid umzugehen. Auf der Grundlage dieser Beobachtung entwickelte er die Logotherapie – eine Therapieform, die nicht von den äußeren Gegebenheiten, sondern vom Innersten des Menschen ausgeht. Was Frankl genau in den KZs beobachten konnte und wie ihn das zur Logotherapie brachte, beleuchten diese Blinks.

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Mit 35 Jahren wurde der österreichische Psychiater Viktor Frankl gemeinsam mit seiner Familie in Konzentrationslager deportiert. Dort lernte er viel darüber, wie Menschen, die unvorstellbares Leid erfahren, psychisch damit umgehen. Er hatte sich schon vorher intensiv mit den Themen Leid, Depression und Suizid auseinandergesetzt und beobachtete den KZ-Alltag mit einem sehr professionellen Blick. Nach seiner Befreiung wurde er zu einem der renommiertesten Psychologen des 20. Jahrhunderts und gründete mit der Logotherapie eine neue Therapieform. … trotzdem ja zum Leben sagen wurde in 26 Sprachen übersetzt.

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… trotzdem ja zum Leben sagen

Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager

Von Viktor Frankl
  • Lesedauer: 15 Minuten
  • Verfügbar in Text & Audio
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… trotzdem ja zum Leben sagen: Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager von Viktor Frankl
Worum geht's

In … trotzdem ja zum Leben sagen (1946) beschreibt der Psychologe Viktor Frankl seine Erfahrungen als KZ-Häftling. Doch es geht ihm nicht um die Beschreibung der Gräueltaten, sondern um seine Beobachtungen, wie die Insassen der Konzentrationslager mit ihrem Alltag umgingen. Dabei stellte er fest, dass auch Menschen unter den allerschlimmsten Umständen Wege finden können, mit ungeheurem Leid umzugehen. Auf der Grundlage dieser Beobachtung entwickelte er die Logotherapie – eine Therapieform, die nicht von den äußeren Gegebenheiten, sondern vom Innersten des Menschen ausgeht. Was Frankl genau in den KZs beobachten konnte und wie ihn das zur Logotherapie brachte, beleuchten diese Blinks.

Kernaussage 1 von 9

Viele KZ-Häftlinge hofften in den ersten Tagen auf ein Erwachen aus dem Alptraum, danach schlug die Hoffnung in Verzweiflung um.

Viele Menschen, die in ein Konzentrationslager deportiert wurden, hatten vorher bereits die schlimmsten Geschichten darüber gehört. Man würde also meinen, dass ihre erste Reaktion einfach Angst war, als sie selbst deportiert wurden. Was wirklich in den Menschen vorging, lässt sich in drei Phasen einteilen.

Die erste Phase fand während des Transports und in den ersten Tagen im Lager statt. Ohne Wasser und Nahrung wurden auf Frankls Transport 1500 Menschen in einen Viehwaggon eingepfercht und in eine ungewisse Zukunft voller Schrecken verfrachtet.

Zu diesem Zeitpunkt befanden die meisten Gefangenen sich noch in einem Schockzustand. Viele suchten nach kleinen Hoffnungsschimmern, so wie Ertrinkende, die nach einem Strohhalm greifen. Dabei fanden sie alle möglichen Begründungen dafür, warum das alles nur ein Missverständnis sein müsse und sie sicher bald zu ihrer Familie zurückkehren könnten. Viele sagten sich trotz ihres Wissens über die Zustände im Lager, dass es bei ihnen anders sein würde.

Diejenigen, die in Auschwitz ankamen, wurden etwa sofort beim Ausstieg aus dem Zug in zwei Gruppen aufgeteilt. In den meisten Fällen wurde die eine Gruppe sofort hingerichtet, während die andere Zwangsarbeit leisten sollte. Warum diese Selektion vorgenommen wurde und was mit der anderen Gruppe geschah, wurde den Gefangenen verschwiegen. Viele Häftlinge waren überzeugt, dass der eine Teil begnadigt und freigelassen werden würde. Zwar gab es dafür keine logische Begründung, doch die Gefangenen malten sich alles Mögliche aus, bis sie schließlich glaubten, ihre Erlösung sei nahe.

In dieser ersten Phase fiel es den Neuankömmlingen schwer, die unvorstellbare Herabsetzung, die gewaltsame Behandlung durch die Aufseher oder den Anblick anderer Gefangener, die bestraft und gequält wurden, zu ertragen. Viele spielten daher mit dem Gedanken Selbstmord zu begehen, beispielsweise den elektrischen Zaun zu berühren, der das Lager umgab, um ihrem Leiden ein Ende zu setzen. Nach den ersten Tagen folgte Phase zwei.

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