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Radikal, idealistisch, schön – die ehemalige Fraktionsvorsitzende der Linken Sahra Wagenknecht avancierte zum marxistischen Popstar der bundesdeutschen Politik. Ihr politischer Werdegang polarisierte und faszinierte über Parteigrenzen hinweg. Diese Blinks geben einen intimen Einblick in die Person Sahra Wagenknecht (2019) und beschreiben ihren steilen Weg von der eigenbrötlerischen Intellektuellen zur idealistischen Spitzenpolitikerin.

  • Alle, die sich für den Menschen hinter der kontroversen Spitzenpolitikerin interessieren
  • Marx-Fans und alle, die sich für linke Politik begeistern
  • Alle mit einem Faible für deutsche Geschichte und spannende Biografien

Christian Schneider arbeitet als Sozialpsychologe und gilt als Begründer der „psychoanalytischen Generationengeschichte“. Er lehrt an der Universität Kassel und hat bereits mehrere Bücher zu sozialpsychologischen Themen veröffentlicht. Seit 2001 betreibt er eine Praxis für psychoanalytisches Coaching in Frankfurt am Main, in der er vor allem Führungskräfte betreut.

 

Original: Sahra Wagenknecht © 2019 Campus Verlag GmbH, Frankfurt am Main/New York

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Sahra Wagenknecht

Die Biografie

Von Christian Schneider
  • Lesedauer: 13 Minuten
  • 8 Kernaussagen
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Sahra Wagenknecht von Christian Schneider
Worum geht's

Radikal, idealistisch, schön – die ehemalige Fraktionsvorsitzende der Linken Sahra Wagenknecht avancierte zum marxistischen Popstar der bundesdeutschen Politik. Ihr politischer Werdegang polarisierte und faszinierte über Parteigrenzen hinweg. Diese Blinks geben einen intimen Einblick in die Person Sahra Wagenknecht (2019) und beschreiben ihren steilen Weg von der eigenbrötlerischen Intellektuellen zur idealistischen Spitzenpolitikerin.

Kernaussage 1 von 8

Sahra Wagenknecht wuchs in der DDR als Einzelgängerin auf.

Sahra Wagenknechts Geschichte beginnt mit der Begegnung ihrer Eltern am damaligen Ostberliner Bahnhof Friedrichstraße. Deren untypische Beziehungskonstellation legte den Grundstein für ihre eigene außergewöhnliche Biografie.

Wagenknechts Mutter stammte aus der thüringischen Provinz und war für das Studium nach Ostberlin gezogen. Ihr Vater war ein iranischer Aktivist aus Westberlin, der in den Studentenprotesten von 1968 an der Seite von Benno Ohnesorg gegen den Besuch des Schahs demonstrierte. Die Beziehung lebte davon, dass er die innerdeutsche Grenze regelmäßig für kurze Aufenthalte überquerte. Am 16. Juli 1969 kam die gemeinsame Tochter Sahra zur Welt.

Der Vater hatte von vornherein klargemacht, dass er früher oder später in sein Heimatland zurückkehren werde, um beim Aufbau der jungen iranischen Demokratie zu helfen. Als der Tag kam, war die kleine Sahra zweieinhalb Jahre alt. Ihre Mutter gab sie daraufhin in die Obhut ihrer Eltern, um sich in Berlin auf das Studium zu konzentrieren. So wuchs das Mädchen bei seinen Großeltern im thüringischen Göschwitz nahe Jena auf. Dort fiel es Sahra schwer, sich zu integrieren. Sie sah nicht typisch deutsch aus und wurde von anderen Kindern in der Kinderkrippe früh ausgegrenzt. 

Das sonst gehorsame Mädchen weigerte sich zunehmend, in die Krippe zu gehen, und blieb schließlich ganz zu Hause. Da ihre Großeltern beide arbeiten mussten, war Sahra schon als Dreijährige über lange Zeiträume auf sich gestellt. Ihre Selbstständigkeit wurde oft nur unterbrochen, wenn ihr Opa das Mittagessen aus der Kantine brachte.

So lernte Sahra früh, alleine zurechtzukommen. Sie wusste sich zu beschäftigen und lernte voller Neugier schon mit vier Jahren lesen. Das eröffnete ihr den Zugang zu einer völlig neuen Welt, die von Geschichten und neuen Gedanken beherrscht war. Sie begeisterte sich für Märchen, Zahlenrätsel und Logikspiele und fand ihren ganz eigenen Schutzraum zwischen den Bücherstapeln in der Jenaer Bücherei.

1976 holte ihre Mutter sie für die Einschulung nach Ostberlin. Als Sahra in der Schule wegen ihres Aussehens gemobbt wurde, setzte sie sich notfalls kratzend und beißend zur Wehr. Ab der dritten Klasse hatte sie zumindest eine treue Freundin – namens Beate. Der Kontakt hält bis heute an, obwohl Beate Sahra später als Einzelgängerin beschrieb, die nicht wirklich wisse, was Freundschaft bedeute.

Ihr Vater blieb für Sahra ein Sehnsuchtsmotiv. Als 1978 der persische Schah einen Besuch in Ostberlin ankündigte, plante das neunjährige Mädchen in Gedanken ein Attentat gegen ihn. Sahra sah ihn als Feind, gegen den schon ihr Vater gekämpft hatte. Die kindliche Fantasie war in erster Linie ein Ausdruck dafür, wie sehr sie ihren Vater vermisste. Sie war aber auch ein erstes Aufflackern ihrer großen Leidenschaft: eine politische Stimme zu haben.

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