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Syrien verstehen

Geschichte, Gesellschaft und Religion

Von Gerhard Schweizer
18 Minuten
Audio-Version verfügbar
Syrien verstehen: Geschichte, Gesellschaft und Religion von Gerhard Schweizer

Syrien verstehen (2016) gibt einen Einblick in die Geschichte Syriens und des gesamten Nahen Ostens. Von der Entstehung des Islam bis hin zum Eroberungsfeldzug des „Islamischen Staats“ erklärt der Autor den religiösen und geographischen Kontext, der zum Syrienkrieg geführt hat.

  • Jeder, der den Islam für rückständig hält
  • Zeitungsleser, die sich für den historischen Hintergrund des Syrienkriegs interessieren
  • Jeder, der Syrien vor dem Krieg gerne bereist hätte und es jetzt nicht mehr kann

Gerhard Schweizer promovierte 1975 an der Universität Tübingen in empirischer Kulturwissenschaft. Seither arbeitet er als freier Schriftsteller und publizierte zahlreiche Werke über die Kulturgeschichte des Islam. Dieses Buch ist der erste Teil seiner neuesten Buchreihe.

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Syrien verstehen

Geschichte, Gesellschaft und Religion

Von Gerhard Schweizer
  • Lesedauer: 18 Minuten
  • Verfügbar in Text & Audio
  • 11 Kernaussagen
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Syrien verstehen: Geschichte, Gesellschaft und Religion von Gerhard Schweizer
Worum geht's

Syrien verstehen (2016) gibt einen Einblick in die Geschichte Syriens und des gesamten Nahen Ostens. Von der Entstehung des Islam bis hin zum Eroberungsfeldzug des „Islamischen Staats“ erklärt der Autor den religiösen und geographischen Kontext, der zum Syrienkrieg geführt hat.

Kernaussage 1 von 11

In Syrien sind Christentum und Islam unzertrennlich miteinander verwoben.

Blenden wir einmal kurz die schrecklichen Bilder des Krieges in Syrien aus und begeben uns auf eine Zeitreise.

Syrien war keineswegs immer fest in muslimischer Hand, ganz im Gegenteil: Es war sogar eines der Kernländer des frühen Christentums. In Antiochia, der damaligen Hauptstadt Syriens, entwickelten sich im 1. Jahrhundert n. Chr. die Grundstrukturen der christlichen Kirche, wie wir sie heute kennen. Hier wurde das Wort „Messias“ erstmals aus dem Hebräischen in das griechische „Christos“ übersetzt und hier bezeichneten sich seine Anhänger auch erstmals als „Christen“ und begannen, das Kreuz zu verehren. Bis ins 7. Jahrhundert blieb Syrien eines der wichtigsten theologischen Zentren des Christentums und hatte einen eigenen Bischofssitz.

Im 7. Jahrhundert wurde Syrien dann zum Zentrum des islamischen Großreichs. Der fünfte Kalif Muawiya verlegte damals seine Residenz von Medina in Saudi-Arabien nach Damaskus und von dort aus erweiterten die nachfolgenden Kalifen ihr Reich über Nordafrika nach Spanien und über den Iran bis an die Grenze Indiens.

Dennoch prägten beide Religionen die Kultur Syriens. In jeder größeren Stadt existiert ein christlich geprägtes Viertel und bis zum Kriegsbeginn 2011 fanden sich in den Straßen häufig ein Kirchturm und ein Minarett direkt nebeneinander.

Sowohl christliche als auch muslimische Feiertage und Festlichkeiten waren Teil des öffentlichen Lebens in Syrien. Es gab außerdem zahlreiche volkstümliche Bräuche, die von Christen und Muslimen gemeinsam begangen wurden. So beteten z.B. muslimische und christliche Frauen in der Tradition altsyrischer Fruchtbarkeitsriten gemeinsam für die Überwindung ihrer Unfruchtbarkeit.

Auch vor dem Haupt des christlichen Heiligen Johannes dem Täufer in der Umayyaden-Moschee in Damaskus beten sowohl Christen als auch Muslime. Auf einem Minarett dieser Moschee, das den Namen „Jesusminarett“ trägt, prangt die Inschrift: „Dein Reich, Jesus Christus, ist ein Reich der Ewigkeit und deine Herrschaft währt ewig.“

So ist Syriens Geschichte auch immer die Geschichte des Dialogs zweier Religionen.

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