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Das sind die Blinks zu

Der Dreißigjährige Krieg

Europäische Katastrophe, Deutsches Trauma 1618–1648

Von Herfried Münkler
22 Minuten
Audio-Version verfügbar
Der Dreißigjährige Krieg: Europäische Katastrophe, Deutsches Trauma 1618–1648 von Herfried Münkler

Die Erinnerung an den Dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648 verblasst heute im Schatten der zwei großen Weltkriege. Dabei galt der längste deutsche Krieg über dreihundert Jahre lang als das Trauma der modernen deutschen Geschichte. Was machte ihn so verheerend? Wie konnte er so lange wüten? Diese Blinks nehmen dich mit auf eine spannende Zeitreise zu seinen Ursachen und Wendungen. Sie zeigen auch, was uns der Blick zu den Schlachten der Vergangenheit über die Kriege der Gegenwart verrät.

  • Jeder, der sich mit Geschichte beschäftigt oder für die deutsche Vergangenheit interessiert
  • Alle, die die Gegenwart durch den Blick in die Historie besser verstehen möchten
  • Interessierte, die wissen wollen, wie der Dreißigjährige Krieg Deutschland und Europa bis heute verändert hat

Herfried Münkler wurde 1951 im hessischen Friedberg geboren und lehrt als Professor für Politikwissenschaften an der Berliner Humboldt-Universität. Er spezialisierte sich auf politische Theorie und Ideengeschichte, erlangte besonders durch seine Forschungen zu Machiavelli Bekanntheit und gilt als einer der führenden Akademiker seines Fachs. Zu seinen herausragenden Publikationen gehören neben seiner Dissertation Machiavelli (2004) auch Die neuen Kriege (2002) und Imperien (2005).

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Entdecke die Kernaussagen zu diesem Titel:

Der Dreißigjährige Krieg

Europäische Katastrophe, Deutsches Trauma 1618–1648

Von Herfried Münkler
  • Lesedauer: 22 Minuten
  • Verfügbar in Text & Audio
  • 14 Kernaussagen
Der Dreißigjährige Krieg: Europäische Katastrophe, Deutsches Trauma 1618–1648 von Herfried Münkler
Worum geht's

Die Erinnerung an den Dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648 verblasst heute im Schatten der zwei großen Weltkriege. Dabei galt der längste deutsche Krieg über dreihundert Jahre lang als das Trauma der modernen deutschen Geschichte. Was machte ihn so verheerend? Wie konnte er so lange wüten? Diese Blinks nehmen dich mit auf eine spannende Zeitreise zu seinen Ursachen und Wendungen. Sie zeigen auch, was uns der Blick zu den Schlachten der Vergangenheit über die Kriege der Gegenwart verrät.

Kernaussage 1 von 14

Der Dreißigjährige Krieg war lange Zeit der schwerste und bedeutendste Krieg im kollektiven deutschen Gedächtnis.

Dreißigjähriger Krieg – das klingt nach trockenen Geschichtsstunden und Erinnerungen, die im Schatten zweier Weltkriege und der deutschen Teilung verblassen. Dabei standen die zwischen 1618 und 1648 in ganz Europa wütenden Gefechte über 300 Jahre lang geradezu exemplarisch für die Zerstörungswut und Grausamkeit des Krieges.

Der Dreißigjährige Krieg brannte sich nicht nur wegen seiner zermürbenden Dauer und gewaltigen Ausbreitung in das Gedächtnis der Zeit ein. Er war auch beispiellos verheerend. Er verwüstete unzählige Städte und Landstriche und brachte Hunger, Krankheit und Armut mit sich. Er führte zu brutalen Belagerungen und scheußlichen Begleiterscheinungen wie plündernden Soldaten- und Marodeursbanden. Er verursachte exorbitante Kriegssteuern und brachte die Bevölkerung in den größten Misskredit der folgenden 300 Jahre.

Vor allem aber forderte er sowohl unter Soldaten als auch Zivilisten so viele Todesopfer wie nie zuvor. Historiker gehen heute von insgesamt drei bis vier Millionen aus. Das entsprach seinerzeit einem Anteil von 15-20% der Gesamtbevölkerung auf dem europäischen Kontinent.

Der Dreißigjährige Krieg hatte entscheidenden Einfluss auf den weiteren Verlauf der deutschen Geschichte. Während die anderen großen Nationen Europas souveräne Staaten bildeten, blieb Deutschland bis ins späte 19. Jahrhundert hinein ein loser und monarchisch geführter Bund von Fürstentümern. Grund dafür war der Westfälische Friede, dessen Vertragsverhandlungen das Ende des Krieges markierten. Darin wurden die Grafschaften, Fürsten- und Bistümer in ihrer Souveränität gestärkt. Dadurch hielt auch die konfessionelle Spaltung des Reiches an, die sich später im Konflikt zwischen den mächtigen Dynastien der Habsburger und Hohenzollern zuspitzen sollte und der Gründung eines deutschen Nationalstaats lange im Wege stand.

Eine weitere historische Konsequenz war die Entstehung eines Opfernarrativs. Die Deutschen verstanden sich noch lange Zeit als Opfer des Dreißigjährigen Krieges. Dadurch sahen sie sich im Recht, Forderungen an andere Staaten stellen und diese notfalls mit Gewalt durchsetzen zu können. Gleichzeitig setzte man innerhalb des Staatenbundes alles daran, Situationen wie vor dem Kriegsbeginn 1618 zu vermeiden und unvermeidbare Gefechte möglichst schnell und geordnet zu beenden.

Der Dreißigjährige Krieg spielte also eine große Rolle für die deutsche Geschichte und Selbstwahrnehmung. Aber was war das eigentlich für ein Krieg?

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