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Emotionale Stresskompetenz

Die Kunst der Selbstberuhigung

By Michaele Kundermann
  • Read in 13 minutes
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  • Contains 8 key ideas
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Emotionale Stresskompetenz by Michaele Kundermann
Synopsis

Stress ist Segen und Fluch zugleich: Einerseits ist er unser körpereigenes Warnsystem, das bei Bedrohungen Alarm schlägt und alle Kräfte mobilisiert, doch zu viel davon belastet auf Dauer unsere Psyche und Gesundheit. In den Blinks zu Michaele Kundermanns Emotionale Stresskompetenz (2018) erfährst du, wie Stress entsteht, und erhältst eine wirksame Pflegeanleitung für deinen Geist, um dich gegen ungesunde Stressattacken zu wappnen.

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Stress ist eine Schutzreaktion unseres Nervensystems.

„Oh mein Gott, bin ich gestresst!“ Solche Stoßseufzer kennen wir alle. Ganz gleich, ob es der kaum zu bewältigende Berg von Aufgaben im Büro ist, zermürbende Streitereien mit den Liebsten oder die unerledigte Steuererklärung: Der Stress hält uns im Würgegriff. Wollen wir das ändern, müssen wir den Ursprung unserer Stressgefühle kennenlernen. Und der liegt in unserem eigenen Nervensystem, welches sämtliche Stressreaktionen steuert. Dieses Nervensystem kennt zwei Grundzustände. Michaele Kundermann nennt sie Heurekum und Panikum

Heurekum beschreibt einen Zustand der Leichtigkeit und Freude. Wir sind motiviert und konzentriert bei der Sache und fühlen uns, als könnten wir Bäume ausreißen. Diese mühelose Leistungsfähigkeit, auch als Flow-Zustand bekannt, belohnt der Organismus zusätzlich mit der Ausschüttung des Zufriedenheit-Hormons Serotonin. Serotonin löst angenehme Gefühle aus, sodass wir uns so richtig pudelwohl in unserer Haut fühlen.

Wittert unser Nervensystem jedoch eine Bedrohung, schaltet es auf Alarmbereitschaft und Panikum übernimmt das Ruder. Panikum bereitet den Körper auf einen Angriff vor und versorgt uns mit einer Extraportion Energie, um in brenzligen Situationen schnell das Weite suchen oder kämpfen zu können. Dieser geniale Einfall der Evolution hat viele unserer Vorfahren vor einem frühzeitigen Tod bewahrt, wenn ihnen etwa plötzlich ein hungriger Säbelzahntiger gegenüberstand.

Mit dem Fortschreiten der menschlichen Zivilisation sind lebensbedrohliche Situationen allerdings zur Ausnahme geworden. Mit der Entwicklung des Menschen zu einem immer komplexer fühlenden und denkenden Wesen kam dafür eine neue Art der Gefahr: die emotionale Bedrohung. Dazu gehören zum Beispiel Unterdrückung, Liebesentzug und Abwertung.

Die Krux dabei ist, dass Panikum nie gelernt hat, zwischen rein emotionalen Bedrohungen und akuter Lebensgefahr zu unterscheiden. Daher reagiert es in beiden Fällen gleich – egal, ob wir nun einem Säbelzahntiger gegenüberstehen oder nur dem wütenden Chef. In beiden Fällen drosselt es die Durchblutung im vorderen Bereich des Gehirns, wo bewusste Entscheidungen getroffen werden. Stattdessen übernimmt der Instinkt, um blitzschnell zwischen Kampf oder Flucht zu wählen. 

Die Sache hat nur einen Haken, und zwar eine fatale Einschränkung unserer Wahrnehmung. Wenn wir in Eile sind und unseren Schlüssel einfach nicht finden können oder sogar eine rote Ampel übersehen, ist garantiert Panikum am Werk. Um wertvolle Zeit zu sparen, hat es unseren Denkapparat auf Notbetrieb umgestellt.

Stress ist also ein Schutzreflex unseres Körpers, um kurzfristig über sich selbst hinauszuwachsen. Wird die Notlösung jedoch zum Dauerzustand, sind Probleme vorprogrammiert.

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