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Inkognito

Die geheimen Eigenleben unseres Gehirns

Von David Eagleman
12 Minuten
Inkognito: Die geheimen Eigenleben unseres Gehirns von David Eagleman

Wir modernen Menschen sind stolz darauf, unser Leben individuell zu gestalten und selbst zu bestimmen, was wir tun. Leider hat die Neurowissenschaft eine unangenehme Nachricht: Eigentlich werden unsere Entscheidungen vom Unterbewusstsein bestimmt – unser bewusstes Denken ist nur eine nette Fassade, um uns glauben zu lassen, dass wir das tun, was wir wollen. In Inkognito erklärt David Eagleman, was wirklich in unserem Gehirn vor sich geht.

  • Psychologen und Neurowissenschaftler
  • Alle, die mehr darüber erfahren möchten, wie unser Gehirn funktioniert
  • Jeder, der das Konzept von Schuld in unserem Rechtssystem in Frage stellt

David Eagleman ist ein amerikanischer Neurowissenschaftler. Er hat neben mehreren Sachbüchern auch einige sehr erfolgreiche Kurzgeschichten veröffentlicht. Eagleman ist einer der Wegbereiter der Forschungsdisziplin Neurorecht: Zusammen mit seinem Team erforscht er, wie Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften unser Rechtssystem verändern könnten.

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Entdecke die Kernaussagen zu diesem Titel:

Inkognito

Die geheimen Eigenleben unseres Gehirns

Von David Eagleman
  • Lesedauer: 12 Minuten
  • 7 Kernaussagen
Inkognito: Die geheimen Eigenleben unseres Gehirns von David Eagleman
Worum geht's

Wir modernen Menschen sind stolz darauf, unser Leben individuell zu gestalten und selbst zu bestimmen, was wir tun. Leider hat die Neurowissenschaft eine unangenehme Nachricht: Eigentlich werden unsere Entscheidungen vom Unterbewusstsein bestimmt – unser bewusstes Denken ist nur eine nette Fassade, um uns glauben zu lassen, dass wir das tun, was wir wollen. In Inkognito erklärt David Eagleman, was wirklich in unserem Gehirn vor sich geht.

Kernaussage 1 von 7

Meistens haben wir keine bewusste Kontrolle über unsere Gedanken, Gefühle und Handlungen – und das ist auch gut so.

Es liegt in der Natur der Sache: Weil wir uns über unser Bewusstsein eben bewusst sind, und über unser Unterbewusstsein nicht, haben wir das Gefühl, dass wir selbst entscheiden, was wir denken, fühlen und tun. Aus Erkenntnissen der Neurowissenschaft wissen wir aber, dass das so nicht stimmt.

Die meisten Prozesse in unserem Gehirn laufen so schnell und automatisiert ab, dass sie nie in unser Bewusstsein vordringen. Diesen Vorgängen liegen biophysische Aktivitäten zugrunde, von denen wir überhaupt nichts mitbekommen. Werden Strukturen unseres Gehirns jedoch durch ein traumatisches Erlebnis nachhaltig verändert oder geschädigt, z.B. durch eine Verletzung oder einen Tumor, merken wir, welche vorher unbewussten Prozesse nun nicht mehr oder anders ablaufen. Das kann sogar dazu führen, dass unsere Persönlichkeit sich verändert, und wir plötzlich anders denken und handeln als zuvor.

Das passierte z.B. einem Mann, der seit 20 Jahren glücklich verheiratet war. Dann bemerkte seine Frau, dass er sich plötzlich für Kinderpornografie interessierte. Es stellte sich heraus, dass er einen Gehirntumor im präfrontalen Kortex hatte, der vermutlich für diese dramatische Veränderung seiner Sexualität und seines Charakters verantwortlich war.

Es mag erschreckend klingen, dass wir nur begrenzt für unsere eigenen Gedanken und Handlungen verantwortlich sein sollen, aber tatsächlich ist es eine gute Sache. Wenn wir immerzu alles bewusst entscheiden müssten, was normalerweise von unserem Autopiloten übernommen wird, wären wir total überfordert. Vermutlich würden wir morgens nicht einmal aus dem Bett kommen, weil wir zu lange darüber nachdenken müssten, welches Bein wir zuerst auf den Boden setzen sollen.

Viele Bereiche unseres Alltags laufen automatisiert ab. Gute Beispiele dafür sind das Spielen von Musikinstrumenten, Sport und Autofahren. Falls wir z.B. versuchen würden, Klavier zu spielen, und dabei jedem Finger einzeln zu befehlen, wann er welche Taste drücken muss, würden wir feststellen, dass es so überhaupt nicht geht.

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