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Blink 3 von 12 - Eine kurze Geschichte der Menschheit
von Yuval Noah Harari
Philosophie des Geistes für das 21. Jahrhundert
Ich ist nicht Gehirn von Markus Gabriel argumentiert gegen reduktionistische Ansätze der Neurowissenschaften. Er verteidigt eine breitere Sichtweise der menschlichen Existenz und Bewusstsein, die über bloße Gehirnaktivitäten hinausgeht, um den freien Willen zu bewahren.
In der Philosophie des Geistes scheint es zuerst ganz simpel um „den Geist“ zu gehen. Doch immer mehr Dinge, die früher als „geistig“ oder „beseelt“ galten, lassen sich heute naturwissenschaftlich erklären. So wie die Bewegungen der Sterne früher als Botschaften verstanden wurden, heute aber als mechanische Abläufe.
Deshalb stellt sich die Frage, wie geistige Vorgänge in eine Welt passen sollen, die vollständig durch Naturgesetze beschrieben wird. Wird der Geist als etwas Nicht-Materielles verstanden, gerät man sofort in Schwierigkeiten. Denn körperliche Vorgänge folgen dem Prinzip der Energieerhaltung. Wenn ein Gedanke oder ein Wille einen Arm bewegen soll, müsste er irgendwie Energie ins Spiel bringen. Da sich eine solche Energie nirgends messen lässt, wirkt die Annahme eines eigenständigen Geistes wie die Vorstellung eines unsichtbaren Zusatzmotors im Körper – irgendwie unwahrscheinlich.
Auf der anderen Seite gibt es aber auch Dinge im Leben, die sich nicht physikalisch beschreiben lassen und die trotzdem real sind. Kaufpreise sind zum Beispiel keine Gegenstände, sondern nur Bedingungen: Du musst den Preis X zahlen, um dafür das Produkt Y zu bekommen. Regeln und Gesetze sind ebenfalls keine Naturgegenstände, aber sie haben Konsequenzen für unser Leben. Und Sprache lässt sich nicht auf Moleküle reduzieren, und trotzdem verständigst du dich mit ihr. Daraus folgt: Nicht alles Wirkliche muss Teil des physikalischen Universums sein, um zu existieren.
Ein entscheidender Unterschied zwischen geistigen und physikalischen Dingen ist übrigens der Zweck: Ein Herz hat die Funktion, Blut zu pumpen. Es tut dies nicht, um etwas zu erreichen. Ein Mensch dagegen handelt nicht nur aus funktionalen Gründen. Du überlegst dir im Supermarkt zum Beispiel, welches Brot du kaufen willst: teuer Bio oder das billige abgepackte?
Du verfolgst damit mehrere Zwecke: Geschmack, gesunde Ernährung und eine finanziell vernünftige Entscheidung. Solche Zwecke gehören nicht zu bestimmten Organen oder Körperzellen. Gehirne verarbeiten Informationen, ja, aber sie haben keine Absichten. Ein Gehirn hat keine Absicht. Es ist der Mensch, der die Absicht hat und sein Gehirn benutzt, um sie umzusetzen.
Wer glaubt, Handlungen vollständig auf neuronale Prozesse reduzieren zu können, verwechselt zwei Ebenen der Beschreibung. Die biologische Beschreibung zeigt, was im Körper geschieht. Die Handlungserklärung zeigt, was jemand tut und warum. Beide Perspektiven beschreiben die Realität.
Der Geist ist daher kein Ding unter Dingen. Er ist nicht wie ein Objekt auffindbar, sondern zeigt sich in der Weise, wie Menschen sich zu sich selbst, zu anderen und zur Welt verhalten.
Ich ist nicht Gehirn (2015) untersucht die Frage, ob Geist, Ich und Freiheit vollständig naturwissenschaftlich erklärbar sind. Können Bewusstsein, menschliche Freiheit und Würde auf Gehirnprozesse reduziert werden oder übersehen die modernen Neurowissenschaften dabei etwas Grundlegendes? Wir geben dir Antworten und umreißen dabei die wichtigsten Erkenntnisse aus der Philosophie des Geistes.
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Blink 3 von 12 - Eine kurze Geschichte der Menschheit
von Yuval Noah Harari