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Das sind die Blinks zu

Philosophie der Neuzeit

Von Descartes bis Kant

Von Johannes Haag & Markus Wild
15 Minuten
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Philosophie der Neuzeit: Von Descartes bis Kant von Johannes Haag & Markus Wild

Die Blinks zu Philosophie der Neuzeit (2019) führen durch die Leitgedanken der neuzeitlichen Philosophie – von Descartes’ „Cogito ergo sum“ bis zu Rousseaus Gesellschaftsvertrag. Sie zeigen, wie die philosophische Periode der Neuzeit vom Gedanken der Autonomie und Freiheit geprägt ist, der sich in den Theorien zu Erkenntnis und Moral sowie in der politischen Philosophie wiederfindet.

  • Philosophiestudenten und -interessierte
  • Neugierige, die die Leitgedanken von wichtigen Philosophen wie Descartes, Leibniz und Rousseau kennenlernen wollen
  • Geschichtsinteressierte, die ihr Wissen über die geistigen Strömungen der Neuzeit auffrischen wollen

Johannes Haag ist Professor für Theoretische Philosophie an der Universität Potsdam. Er beschäftigt sich u.a. mit Sprachphilosophie, Erkenntnistheorie und der Philosophie des Geistes. Markus Wild lehrt Theoretische Philosophie an der Universität Basel und arbeitet v.a. zur philosophischen Anthropologie und zur „Tierphilosophie“ – ein Begriff, den er selbst geprägt hat.

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Philosophie der Neuzeit

Von Descartes bis Kant

Von Johannes Haag & Markus Wild
  • Lesedauer: 15 Minuten
  • Verfügbar in Text & Audio
  • 9 Kernaussagen
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Philosophie der Neuzeit: Von Descartes bis Kant von Johannes Haag & Markus Wild
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Die Blinks zu Philosophie der Neuzeit (2019) führen durch die Leitgedanken der neuzeitlichen Philosophie – von Descartes’ „Cogito ergo sum“ bis zu Rousseaus Gesellschaftsvertrag. Sie zeigen, wie die philosophische Periode der Neuzeit vom Gedanken der Autonomie und Freiheit geprägt ist, der sich in den Theorien zu Erkenntnis und Moral sowie in der politischen Philosophie wiederfindet.

Kernaussage 1 von 9

Descartes’ Denken begann mit radikalem Zweifel und begründete damit die Philosophie der Neuzeit.

Wie können wir überhaupt etwas wissen? Könnte nicht alles, was wir wahrnehmen und denken – unsere ganze Welt also – auch ein Traum sein, der so überzeugend ist, dass er uns als Wirklichkeit erscheint? Mit dieser fundamentalen Skepsis läutete der französische Philosoph René Descartes zu Beginn des 17. Jahrhunderts die Neuzeit in der Philosophie ein.

Descartes’ Streben nach geistiger Autonomie führte dazu, dass er sich auf die Suche nach Wahrheiten machte, die den Wechsel der Zeiten überdauern. Deshalb wandte er sich von allen „allgemein anerkannten Wahrheiten“ ab, über die sich eine Gesellschaft einig ist. Um ewige Wahrheiten zu erkennen, können wir uns nicht auf vermeintliche geistige Autoritäten verlassen, denn deren Denken ist gebunden an die Epoche, der sie angehören, und an den Kulturraum, der sie prägt. Wenn sich die Weltbilder in der Geschichte also immer wieder wandeln, wie können wir wissen, was die „echte“ Wahrheit ist?

Die erste Frage lautet jedoch: Wie findet man ewige Wahrheiten? Descartes sah sich hier vor zwei grundlegenden Problemen: Das erste ist das bereits erwähnte Traumargument: Unserer sinnlichen Wahrnehmung können wir nicht trauen, denn Träume können uns wie Wirklichkeit erscheinen. Eine Lösung dafür wäre, nur auf unser apriorisches Wissen zu vertrauen. Wir wissen etwas a priori, wenn es ohne gemachte Erfahrung in der Welt wahr ist, z.B. dass zwei plus zwei vier ergibt. Wir müssen nicht erst zweimal zwei Äpfel zusammenlegen, um festzustellen, dass diese Aussage korrekt ist. Doch auch an der Erkenntnis zweifelte Descartes, und zwar wegen des zweiten Problems, dem Argument vom Täuschergott: Auch die apriorische Erkenntnis könnte demnach Schein sein, da Gott unseren Verstand täuschen könnte – vielleicht bilden wir uns also selbst das Einmaleins nur ein.

War Descartes also der Ansicht, dass wir gar nichts wissen können? Nein, mit seiner Methode des Zweifels schälte er stattdessen die eine ewige Wahrheit heraus, auf die er seine Philosophie aufbaute. Sie ist die wohl bekannteste Idee der Philosophiegeschichte: „Cogito, ergo sum“ – „Ich denke, also bin ich.“ Selbst wenn alles falsch ist, was ich denke – dass es etwas gibt, das denkt, ein denkendes Ding, eine res cogitans, ist für Descartes zweifellos.

Und wenn wir denken, betreten wir nach Descartes das Reich der Ideen. Unter sämtlichen möglichen Ideen nimmt die Idee Gottes eine Sonderstellung ein. Denn dass wir die Idee Gottes überhaupt denken können, beweist bereits seine Existenz – eine weitere der gesuchten ewigen Wahrheiten. Descartes argumentierte folgendermaßen: Da Gott die Idee einer unendlichen res cogitans ist, kann sie nicht aus einer endlichen res cogitans, d.h. aus uns selbst, stammen. In anderen Fällen funktioniert der Schluss von Gedanke zu Wirklichkeit allerdings nicht: Wir können z.B. Einhörner denken, deswegen existieren sie aber noch lange nicht.

Ähnlich einflussreich wie die Aussage „Ich denke, also bin ich“ war Descartes’ Trennung von Körper und Geist: Descartes unterschied zwischen ausgedehnten Dingen und denkenden Dingen. Unser Geist denkt, ist aber nicht ausgedehnt, und unser Körper ist ausgedehnt, denkt aber nicht. So wie Descartes die Autonomie des Denkens durch das Infragestellen allgemein anerkannter Wahrheiten verfocht, hielt er auch unseren Geist für unabhängig von unserem Körper.

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