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In Gewalt untersucht Steven Pinker die verschiedenen Aspekte der Gewalt und formuliert dann eine Überlegung, die vielen von uns sehr gewagt erscheint: Die Gewalt unter Menschen nimmt ständig ab. Anhand unzähliger Beispiele, Aspekte, Studien und Statistiken untermauert er diese These und belegt so, dass – und warum – die Menschen bisher noch nie so gewaltfrei und sicher gelebt haben wie heute.

  • Jeder, der glaubt, dass die Kriege und Konflikte auf der Welt immer schlimmer werden
  • Jeder, der sich für Gewalt und ihre Hintergründe interessiert
  • Jeder, der mehr über die Geschichte der Menschheit lernen möchte

Steven Pinker ist ein US-amerikanischer Psychologe, Linguist und Kognitionswissenschaftler. Er unterrichtet Psychologie in Harvard und hat bereits mehrere erfolgreiche Bücher zu psychologischen Themen veröffentlicht. Außerdem schreibt er regelmäßig für verschiedene Zeitungen wie die New York Times oder das Forbes Magazine.

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Gewalt

Eine neue Geschichte der Menschheit

Von Steven Pinker
  • Lesedauer: 25 Minuten
  • 16 Kernaussagen
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Gewalt: Eine neue Geschichte der Menschheit von Steven Pinker
Worum geht's

In Gewalt untersucht Steven Pinker die verschiedenen Aspekte der Gewalt und formuliert dann eine Überlegung, die vielen von uns sehr gewagt erscheint: Die Gewalt unter Menschen nimmt ständig ab. Anhand unzähliger Beispiele, Aspekte, Studien und Statistiken untermauert er diese These und belegt so, dass – und warum – die Menschen bisher noch nie so gewaltfrei und sicher gelebt haben wie heute.

Kernaussage 1 von 16

Raubtier Mensch: Gewalt ist oft der einfachste Weg, das zu bekommen, was wir wollen.

Bevor wir uns ansehen, wie sich die Gewalt im Verlauf der Geschichte entwickelt hat, beschäftigen wir uns zunächst mit der Natur der Gewalt. Sie ist in allen Menschen fest verankert. Es gibt fünf „innere Dämonen“, die in jedem von uns wohnen und uns dazu bringen können, gewalttätig zu werden. Der erste Dämon ist Raub.

Gewalt ist oft ein einfacher Weg, sich einen evolutionären Vorteil zu verschaffen. Die Evolution beruht auf dem Mechanismus der natürlichen Auslese und die wiederum ist eng mit dem Recht des Stärkeren verbunden. Alle Organismen kämpfen um die Chance, ihre Gene weiterzugeben.

In diesem Kampf war für unsere Vorfahren Gewalt oft die einzige Lösung. Wenn es nur wenig Nahrung oder potenzielle Sexualpartner gab, nahm sich der Stärkere einfach das, was er brauchte. Und wenn er es nicht freiwillig bekam, wendete er eben Gewalt an. Es galt oft genug: Wer raubt, der überlebt.

Daher ist es kein Wunder, dass der Gebrauch von Gewalt tief in unseren Genen eingeschrieben ist. Und das gilt nicht nur für bestimmte, besonders gewalttätige Menschen, sondern für alle von uns. Einige Studien zeigen sogar, dass die Gewalttätigkeit unter Kleinkindern am weitesten verbreitet ist: Sie beißen, treten und schlagen sich viel öfter als erwachsene Menschen.

Mit dem Erwachsenwerden bildet sich ein Unterschied zwischen Männern und Frauen heraus. So gaben in einer Umfrage z.B. 70-90% der Männer an, sich innerhalb des letzten Jahres vorgestellt zu haben, jemanden zu töten. Bei den Frauen waren es nur 50-80%. Für diese Gewaltfantasien wurde sogar eine neurologische Basis nachgewiesen. Im sogenannten Rache-Schaltkreis, der in Experimenten an Katzen und Menschen künstlich stimuliert wurde, wird Aggression erzeugt.

Gewalt ist aber evolutionär betrachtet nicht immer die beste Lösung. Unsere eigene Familie zu verletzen würde z.B. verhindern, dass unsere Gene weitergegeben werden. Außerdem bringt Gewalt auch immer ein Risiko mit sich: Selbst wenn wir einen Kampf gewinnen, werden wir möglicherweise lebensgefährlich verletzt.

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