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Blink 3 von 12 - Eine kurze Geschichte der Menschheit
von Yuval Noah Harari
Musik, die den Kopf verdreht und klüger macht
Musik macht schlau - außer manche untersucht den Einfluss von Musik auf die Intelligenz. Christoph Reuter hinterfragt populäre Mythen, zeigt wahre Effekte auf und erklärt, wann und wie Musik kognitive Fähigkeiten tatsächlich verbessern kann.
Mozarts Musik perlt wie ein Glas Sekt. Das sind Töne, die klingen wie ein blauer Frühlingshimmel mit Schäfchenwolken. Wenn du dich ihr mit allen Sinnen hingibt, spürst du, wie es am ganzen Körper zu kribbeln beginnt, als würde ein warmer Sonnenstrahl deinen Nacken wärmen. Kurz: Mozart macht fröhlich – aber macht er auch schlauer?
Zumindest in den 90er Jahren war man felsenfest davon überzeugt: Zehn Minuten Mozart täglich, so hieß es, kurbelt die Denkfähigkeit an und schärft das mathematische Verständnis. Mozart-Effekt nannte man dieses Phänomen. Benannt nach dem weltberühmten Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart, der als Wunderkind und Genie in die Geschichte einging. Das muss auch 200 Jahre später noch auf seine Hörer abfärben, dachte man.
Der sogenannte Mozart-Effekt, der eine zeitlang als Sensation durch die Medien geisterte, ging auf eine Studie zurück. Einer Gruppe Studierender spielte man eine Mozart-Sonate für zwei Klaviere vor, genauer gesagt das Köchelverzeichnis 448 – ein spritziges und graziöses Stück, bei dem zwei Pianisten ihre Finger im halsbrecherischen Tempo über die Tasten hüpfen lassen.
Hinterher ließ man die Versuchspersonen eine Reihe von Aufgaben lösen, die besonders gutes visuell-räumliches Denken erfordern. Und siehe da: Die Mozart-Gruppe schnitt ein kleines bisschen besser ab als diejenigen, die vor dem Test keine Musik gehört hatten. Tadaa, der Mythos Mozart-Effekt war in die Welt gesetzt.
Heute weiß man: Es ist gar nicht Mozart, der schlau macht. Es ist die Aktivierung des Hirns. Dein Gehirn springt an, wenn es etwas hört, das dich wach, neugierig oder emotional macht. Das kann eine Kurzgeschichte von Stephen King sein, ein interessanter Radiobeitrag – und natürlich auch Musik. Es ist aber egal, ob es sich dabei um Mozart oder Coldplay handelt. Hauptsache ist, dass dir gefällt, was du hörst. Coldplay-Effekt, klingt eigentlich auch nicht schlecht, oder?
Halten wir fest: Die Vorstellung, dass Musikhören im Handumdrehen klug macht, ist Quatsch. Wenn wir die Langzeitwirkung betrachten, sieht es allerdings schon anders aus. In einer großen Studie des Musikpädagogen Hans Günther Bastian bekamen Grundschulkinder im Berliner Problembezirk Wedding über Jahre hinweg intensiven Musikunterricht. Sie lernten ein Instrument, spielten im Ensemble, lernten, aufeinander zu hören und selbstständig zu üben. Am Anfang sah man kaum Unterschiede. Aber mit der Zeit veränderte sich etwas. Nach einigen Jahren zeigten diese Kinder im Schnitt deutlich verbesserte kognitive Werte und schulische Leistungssteigerungen. Vor allem aber zeigten sie mehr soziale Stärke. Sie grenzten seltener andere aus, fühlten sich zugehöriger, trauten sich mehr zu. Musik wurde für sie zu einem Raum, in dem sie sich ausdrücken konnten – und in dem sie lernten, Teil eines Ganzen zu sein.
Musik wirkt also nicht als blitzartiger Schlaumacher, sondern entfaltet ihren Zauber im Laufe der Zeit. Übrigens, falls du dich schonmal gefragt hast, ob es sinnvoll ist zum Arbeiten oder Vokabelpauken Hintergrundmusik zu hören, ist die Antwort ein klares „ja, aber“. Studien legen nahe, dass Musik konzentrationsfördernd wirkt, solange sie eher ruhig und leise ist, keinen Text hat und nicht von Werbung unterbrochen wird. Wichtig ist auch hier, dass du über einen längeren Zeitraum dran bleibst und keine Wunder erwartest. Denn Musik kann das Hirn zwar auf Touren bringen – aber lernen musst du immer noch selbst.
Musik ist eine schöne Sache. Sie nährt unsere Seele und hebt unsere Laune. Aber sie kann noch mehr als das: Sie macht schlau! In Musik macht schlau – außer manche (2025) geht es um die Zusammenhänge zwischen Musik und Gehirngesundheit. Erfahre hier, wie du musizierend klüger und fröhlicher wirst.
Ich bin begeistert. Ich liebe Bücher aber durch zwei kleine Kinder komme ich einfach nicht zum Lesen. Und ja, viele Bücher haben viel bla bla und die Quintessenz ist eigentlich ein Bruchteil.
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Blink 3 von 12 - Eine kurze Geschichte der Menschheit
von Yuval Noah Harari