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Die Wegwerfkuh

Wie unsere Landwirtschaft Tiere verheizt, Bauern ruiniert, Ressourcen verschwendet und was wir dagegen tun können

Von Tanja Busse
10 Minuten
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Die Wegwerfkuh: Wie unsere Landwirtschaft Tiere verheizt, Bauern ruiniert, Ressourcen verschwendet und was wir dagegen tun können von Tanja Busse

Die Wegwerfkuh (2015) beleuchtet die drastischen Veränderungen in der deutschen Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten. Kapitalismus und Effizienzdenken haben die Bedingungen der Tierhaltung so umstrukturiert, dass sie dem Leben der Bauern, den Tieren und letztendlich uns, den Konsumenten, schaden.

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Tanja Busse ist Journalistin und Expertin auf dem Gebiet Ernährung und Landwirtschaft. Sie promovierte zum Thema Massenmedien und schreibt seit 2000 für Die Zeit, Greenpeace und den WDR. Sie ist Autorin einiger Longseller wie Die Einkaufsrevolution (auch erhältlich als Blinks) und Die Ernährungsdiktatur.

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Die Wegwerfkuh

Wie unsere Landwirtschaft Tiere verheizt, Bauern ruiniert, Ressourcen verschwendet und was wir dagegen tun können

Von Tanja Busse
  • Lesedauer: 10 Minuten
  • Verfügbar in Text & Audio
  • 6 Kernaussagen
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Die Wegwerfkuh: Wie unsere Landwirtschaft Tiere verheizt, Bauern ruiniert, Ressourcen verschwendet und was wir dagegen tun können von Tanja Busse
Worum geht's

Die Wegwerfkuh (2015) beleuchtet die drastischen Veränderungen in der deutschen Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten. Kapitalismus und Effizienzdenken haben die Bedingungen der Tierhaltung so umstrukturiert, dass sie dem Leben der Bauern, den Tieren und letztendlich uns, den Konsumenten, schaden.

Kernaussage 1 von 6

Masse statt Klasse: Die moderne Landwirtschaft beruht auf Prinzipien der Industrie und des Kapitalismus – und die Bauern leiden darunter.

Die Zeiten, in denen Bauern friedlich mit ein paar Tieren auf einem Hof lebten und mit ihren überschüssigen Produkten ihren Lebensunterhalt verdienten, sind lange vorbei. Heutzutage wird die Agrarwirtschaft durch den Markt und die Industrie bestimmt und die fordern eine stetige Leistungssteigerung durch höhere Effizienz.

Das Resultat: unglückliche Landwirte. Wie soll ein einzelner Bauer mit seinen fünf Hühnern und seinen paar Milchkühen mit riesigen Industriehöfen mithalten? Wenn kleine Bauernhöfe nicht genug Einnahmen haben, werden sie von den Industriehöfen aufgekauft oder verdrängt. Die Bauern sind also gezwungen, mehr Tiere und bessere Maschinen zu kaufen.

Mehr Ställe, Melkmaschinen, computergesteuerte Lüftungsanlagen, die per SMS an den Bauern eine Warnmeldung schicken, wenn es eine Störung gibt – all das gehört zum modernen Equipment dazu und muss finanziert werden. Hinzu kommt, dass Lobbyisten leider nur Massentierhaltung und Großbetriebe durch Subventionen fördern. Der kleine Bauernhof hingegen erhält keine Finanzspritze, sodass sich selbstständige Bauern zunehmend verschulden müssen.

Das alles wäre nur halb so schlimm, wenn Bauern für ihre Leistungen fair bezahlt würden. Aber auch hier sitzt die Industrie am längeren Hebel: Lebensmittel sollen so billig wie möglich verkauft werden. Um die geringen Einnahmen für die Bauern auszugleichen, muss also mehr produziert werden.

2015 wurde die Milchquote abgeschafft, was Bauern befürchten lässt, dass es über die nächsten Jahre einen für sie existenzgefährdenden Preisverfall auf dem Milchmarkt geben wird. Derzeit verdienen Milchbauern im Jahr durchschnittlich 35.000€. Aber während die Milch immer billiger wird, steigen die Kosten für die Landwirte, wie z.B. die Preise für Futtermittel. Daher wird es immer schwieriger, mit den Leistungen von Massenbetrieben mitzuhalten.

Die moderne Landwirtschaft wird also durch die kapitalistische Marktwirtschaft bestimmt, was nicht nur schreckliche Folgen für die Bauern und deren Lebensgrundlage hat, sondern auch für die Tiere.

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