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Warum Liebe weh tut

Eine soziologische Erklärung

Von Eva Illouz
12 Minuten
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Warum Liebe weh tut: Eine soziologische Erklärung von Eva Illouz

Anstatt sich der psychologischen Seite des Liebeskummers zu widmen, beleuchtet Warum Liebe weh tut, wie der Kapitalismus dazu führt, dass wir heute häufig so unglücklich in unseren Beziehungen sind.

  • Menschen in Beziehungen, die diese besser verstehen und gestalten wollen
  • Soziologiestudenten, die einen Blick auf ein besonderes Forschungsgebiet werfen möchten
  • Jeder, der sich mit dem Kapitalismus und seinen Auswirkungen auf die Menschen beschäftigt

Eva Illouz ist Professorin für Soziologie und Mitglied beim Federmann Center for the Study of Rationality an der Hebräischen Universität Jerusalem. Dort untersucht sie das Leben im Kapitalismus und beschäftigt sich vor allem mit der Liebe in unserer heutigen Zeit. Sie hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, darunter Die neue Liebesordnung und Die Errettung der modernen Seele.

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Warum Liebe weh tut

Eine soziologische Erklärung

Von Eva Illouz
  • Lesedauer: 12 Minuten
  • Verfügbar in Text & Audio
  • 7 Kernaussagen
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Warum Liebe weh tut: Eine soziologische Erklärung von Eva Illouz
Worum geht's

Anstatt sich der psychologischen Seite des Liebeskummers zu widmen, beleuchtet Warum Liebe weh tut, wie der Kapitalismus dazu führt, dass wir heute häufig so unglücklich in unseren Beziehungen sind.

Kernaussage 1 von 7

Unsere heutige Vorstellung von Liebe und Beziehungen hat sich erst in der Moderne entwickelt.

Die Art, wie wir heute einen Partner wählen und Beziehungen führen, ist eine noch ziemlich neue Erfindung. Aus den großen Romanen des 19. Jahrhunderts von Jane Austen, Emily Brontë oder Gustave Flaubert kennen wir diverse sich verzehrende junge Herren, bangende Geliebte und unglückliche Liebende. Es scheint, als ob Liebesschmerz im 19. Jahrhundert sehr verbreitet und sehr existenziell war. Und tatsächlich war das Lieben im romantischen Sinn bis in die Moderne viel strengeren Regeln unterworfen als heute.

Männer und Frauen hatten bis Anfang des 20. Jahrhunderts festgeschriebene Rollen. Die von Religion und Kirche vorgegebenen moralischen Vorstellungen und Werte bestimmten auch das Zusammenleben von Mann und Frau. Die einzige gesellschaftlich legitime Form der Beziehung war die Ehe, die überwiegend aus politischen und wirtschaftlichen Gründen geschlossen wurde.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wendete sich das Blatt in unserer Gesellschaft allerdings. Die Religion verlor an Einfluss, die Frauenbewegung forderte Gleichberechtigung und die starken moralischen Gesetze begannen aufzuweichen.

Nachdem Sexualität lange als sündig verpönt war und Sex außerhalb der Ehe verfolgt und bestraft wurde, entstand in der Moderne ein Individualismus, mit dem mehr und mehr Menschen selbst bestimmen konnten, wen sie als Ehepartner wählten oder ob sie überhaupt heiraten wollten.

War damit jeder Grund zum Liebesschmerz begraben und alle Männer und Frauen lebten glücklich in ihrem selbstgewählten Liebesglück? Nicht ganz.

Trotz der neuen Freiheiten blieben Rollenbilder erhalten und auch Beziehungen waren nicht völlig von gesellschaftlichen Zwängen befreit. Frauen etwa hatten zwar das Wahlrecht erkämpft und durften frei eine Arbeit wählen, jedoch waren viele von ihnen noch immer wirtschaftlich von ihren Ehemännern abhängig und auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt.

Und auch unsere Rollenbilder hielten sich hartnäckig: Frauen galten – und gelten noch immer – als romantischer, emotionaler und fürsorglicher, wodurch sie den Stempel der Hausfrau und Mutter aufgedrückt bekamen, während der Mann als Ernährer und rationaler Kopf der Familie das Patriarchat aufrecht erhielt.

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