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Pessimisten küsst man nicht

Optimismus kann man lernen

Von Martin E.P. Seligman
16 Minuten
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Pessimisten küsst man nicht: Optimismus kann man lernen von Martin E.P. Seligman

Wie kann es sein, dass manche Menschen das Glück anzuziehen scheinen, während andere mit hängendem Kopf von einem Unglück ins nächste trudeln? Pessimisten küsst man nicht (1991) erklärt, wie sich das Schwarzsehen in unserer Gesellschaft verbreitet hat, warum es so schädlich ist, und wie wir das optimistische Denken wiedererlernen können.

  • Frohnaturen und Schwarzseher
  • Alle, die das Glück in sich selber suchen
  • Eltern, die ihren Kindern mehr Lebensmut mitgeben wollen

Martin Seligman ist Professor für Psychologie an der University of Philadelphia und Bestsellerautor. Er legte den Grundstein für das Forschungsfeld der positiven Psychologie, die sich hauptsächlich mit den gesundheitsfördernden Aspekten der menschlichen Psyche beschäftigt – im Gegensatz zur traditionellen Psychologie, die ihr Augenmerk eher auf Krankheiten legt. Er hat weitere Bestseller veröffentlicht, darunter Kinder brauchen Optimismus und Der Glücksfaktor.

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Pessimisten küsst man nicht

Optimismus kann man lernen

Von Martin E.P. Seligman
  • Lesedauer: 16 Minuten
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Pessimisten küsst man nicht: Optimismus kann man lernen von Martin E.P. Seligman
Worum geht's

Wie kann es sein, dass manche Menschen das Glück anzuziehen scheinen, während andere mit hängendem Kopf von einem Unglück ins nächste trudeln? Pessimisten küsst man nicht (1991) erklärt, wie sich das Schwarzsehen in unserer Gesellschaft verbreitet hat, warum es so schädlich ist, und wie wir das optimistische Denken wiedererlernen können.

Kernaussage 1 von 10

Unsere Erklärungsmuster bestimmen unsere Lebenseinstellung.

Nehmen wir einmal an, ein Optimist und ein Pessimist arbeiten in einer Firma und haben gerade einen wichtigen Kunden verloren. Während der Optimist diesem Sachverhalt vielleicht mit einem Satz wie „Dieser Kunde wollte heute eben nicht, das nächste Mal sind die Umstände hoffentlich besser“ begegnet, sagt der Pessimist: „Immer mache ich alles falsch, ich werde noch jeden Kunden vergraulen.“ Diese zwei Äußerungen mögen zwar etwas überspitzt sein – sie bringen aber ziemlich genau auf den Punkt, worin sich die beiden Einstellungen unterscheiden.

Maßgeblich ist hier etwa, wie dauerhaft ein Problem angesehen wird. Optimisten wissen, dass Schwierigkeiten zeitliche Grenzen haben – unser Optimist spricht deshalb davon, dass nur „heute“ etwas schiefgegangen ist. Damit hält er sich die Möglichkeit offen, dass die Welt morgen ganz anders aussehen könnte. Für den Pessimisten hingegen läuft „immer“ etwas schief. Probleme sind für ihn also ein Dauerzustand. Mit dieser Einstellung ist man dann geneigt, es morgen oder übermorgen vielleicht gar nicht erst zu probieren.

Ein anderer Faktor ist der Geltungsbereich. Für Optimisten sind Probleme die Ausnahme, für Pessimisten die Regel – zumindest in ihrer Wahrnehmung. Der Optimist beschränkt sich auf das, was er konkret vor sich hat, während der Pessimist gnadenlos verallgemeinert. In unserem Beispiel spricht etwa Ersterer von „diesem Kunden“, Letzterer allerdings gleich von „jedem“. Auch hier ist absehbar, dass das Problem in den Augen des Pessimisten in allen vergleichbaren Situationen wieder auftreten wird und damit weitere Versuche gar nicht erst lohnenswert macht. Der Optimist hingegen macht es „das nächste Mal“ besser.

Zuletzt unterscheiden sie sich in ihrer Ursachenforschung. Der Optimist erwägt die Umstände und auch ab und zu sein Gegenüber, während der Pessimist fast immer bei sich selbst die Schuld sucht. Wer also in unserem Beispiel angeblich alles falsch macht, ist der Pessimist selbst. Der Optimist hingegen schiebt es auf die „äußeren Umstände“.

Um es auf den Punkt zu bringen: Optimisten und Pessimisten unterscheiden sich in den drei Bereichen Dauerhaftigkeit, Geltungsbereich und Personalisierung. Wem schon einmal der eine oder andere pessimistische Satz herausgerutscht ist, sei an dieser Stelle entwarnt: An allen drei Dimensionen kann man arbeiten. In jedem Menschen schlummert ein Optimist, der nur darauf wartet, das Leben etwas zuversichtlicher anzugehen.

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