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Blink 3 von 12 - Eine kurze Geschichte der Menschheit
von Yuval Noah Harari
Deutschland ohne Amerika - eine historische Chance
Das erwachsene Land analysiert Deutschlands Rolle in der globalen Politik nach Angela Merkel. Holger Stark diskutiert Chancen und Herausforderungen, die eine verantwortungsvolle Außenpolitik und die nationale Souveränität im 21. Jahrhundert mit sich bringen.
Als Bill Clinton im Januar 1999 vor den Kongress tritt, lässt sich der damalige US-Präsident feiern wie ein Popstar. Die Stimmung bei der jährlichen Rede zur Lage der Nation ist nahezu euphorisch: Demokratie und die freie Marktwirtschaft sind auf dem Vormarsch, die Globalisierung wird als Fortschrittsprojekt ausgelobt, große geopolitische Konflikte scheinen überwunden und vor allem boomt die US-amerikanische Wirtschaft. Clinton verkündet stolz, dass aus dem Haushaltsdefizit der frühen 1990er Jahre ein kräftiger Überschuss geworden ist. Die USA seien die dynamischste und wettbewerbsfähigste Wirtschaft der Welt und das kommende Jahrhundert verspreche, ein goldenes amerikanisches Zeitalter zu werden.
Clinton sollte sich irren. Am Morgen des 11. September 2001 entführen Al-Qaida-Terroristen mehrere Passagierflugzeuge. Zwei von ihnen rasen in die Türme des World Trade Centers in New York, ein weiteres trifft das Pentagon bei Washington. Fast 3.000 Menschen sterben. Für die Vereinigten Staaten ist es der schwerste Angriff auf ihrem eigenen Territorium seit Pearl Harbor. Es ist ein Anschlag, der die westliche Welt zusammenrücken lässt. Die Reaktionen sind geprägt von Solidarität, denn der Angriff gilt nicht nur den USA, sondern den westlichen Demokratien generell. Zum ersten und bislang einzigen Mal ruft die NATO den Verteidigungsfall nach Artikel 5 aus. Dieser Artikel besagt, dass sich nach Angriff auf einen der Mitgliedsstaaten alle anderen Mitglieder hinter dieses stellen – auch militärisch.
Soldaten aus mehr als vierzig Ländern beteiligen sich am Krieg in Afghanistan, auch Deutschland entsendet Truppen an den Hindukusch. Doch 2003 greifen die Vereinigten Staaten den Irak an und mit diesem zweiten Krieg beginnt eine tiefe Spaltung des Westens. Die Regierung von US-Präsident George W. Bush behauptet, Saddam Hussein verfüge über Massenvernichtungswaffen und stelle eine akute Bedrohung dar. Die vermeintlichen Waffen werden jedoch nie gefunden. Für die deutsche Regierung unter Gerhard Schröder wirkt der Krieg wie ein Beispiel rücksichtsloser Machtpolitik, die sich über internationale Regeln hinwegsetzt. Schröder stellt sich öffentlich gegen den Krieg. Es ist ein ungewöhnlich offener Bruch mit den Entscheidungen Washingtons und der erste große Riss im deutsch-amerikanischen Verhältnis seit Jahrzehnten.
Noch schwerer wiegen die Bilder aus dem irakischen Gefängnis Abu Ghraib. Fotos zeigen amerikanische Soldaten, die Gefangene demütigen und misshandeln. Sie gehen um die Welt und beschädigen das ethische Selbstbild des Westens nachhaltig.
Die moralischen Kosten sind hoch, aber auch materiell haben diese Kriege einen hohen Preis. Der Einsatz in Afghanistan dauert fast zwanzig Jahre und kostet nach Berechnungen des US-Verteidigungsministeriums mehr als 800 Milliarden Dollar – andere Schätzungen gehen von weit höheren Summen aus. Der Irakkrieg verschlingt ebenfalls mehr als 700 Milliarden Dollar.
Tausende US-amerikanische Soldaten sterben, Hunderttausende Veteranen kehren schwer traumatisiert zurück. Unter ihnen ist auch ein junger Mann aus Ohio: JD Vance, der später zum politischen Aufsteiger der US-amerikanischen Rechten wird. Seine Erfahrungen im Irakkrieg prägen maßgeblich seine spätere außenpolitische Haltung, die von offener Skepsis gegenüber militärischen Auslandseinsätzen gekennzeichnet ist.
Vom Hochgefühl der 1990er Jahre ist nur knapp ein Jahrzehnt später wenig übrig. Viele Menschen in den USA beginnen sich zu fragen, warum ihr Land so viel Geld und politische Energie in Konflikte auf der anderen Seite der Welt investiert, denen auch amerikanische Soldaten zum Opfer fallen. Das Land ist kriegsmüde und von dem Haushaltsüberschuss, den Clinton einst verkündet hatte, ist inzwischen nichts mehr übrig.
Die Bereitschaft, internationale Polizei zu spielen, nimmt spürbar ab. Stattdessen wächst der Wunsch, sich wieder stärker auf das eigene Land zu konzentrieren. Damit beginnt eine Entwicklung, die auch das Verhältnis zu Europa und besonders zu Deutschland verändert.
Die Weltordnung, die Westeuropa jahrzehntelang Sicherheit gab, ist ins Wanken geraten. Die frühere Schutzmacht USA zieht sich zurück und mit ihr verschwindet die Gewissheit, in Washington einen verlässlichen Partner zu haben. In Das erwachsene Land (2026) erfährst du, warum sich die Vereinigten Staaten verändern und was das für Deutschland und Europas Zukunft bedeutet.
Ich bin begeistert. Ich liebe Bücher aber durch zwei kleine Kinder komme ich einfach nicht zum Lesen. Und ja, viele Bücher haben viel bla bla und die Quintessenz ist eigentlich ein Bruchteil.
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Viele tolle Bücher, auf deren Kernaussagen reduziert- präzise und ansprechend zusammengefasst. Endlich habe ich das Gefühl, Zeit für Bücher zu finden, für die ich sonst keine Zeit habe.
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Blink 3 von 12 - Eine kurze Geschichte der Menschheit
von Yuval Noah Harari