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Blink 3 von 12 - Eine kurze Geschichte der Menschheit
von Yuval Noah Harari
Ein Gesellschaftsroman über Ehe, Moral und Konvention im 19. Jh.
Effi Briest ist ein Roman von Theodor Fontane, der die Geschichte einer jungen Frau erzählt, die in einer unglücklichen Ehe gefangen ist. Er beleuchtet gesellschaftliche Zwänge und persönliche Tragödien im 19. Jahrhundert.
Stell dir einen idyllischen Sommertag vor. Ein Herrenhaus in der Mark Brandenburg, umgeben von einem gepflegten Garten mit Platanen, einem Teich und einer alten Schaukel. Hier, in Hohen-Cremmen, führt die junge Effi Briest ein behütetes und unbeschwertes Leben. Mit ihren siebzehn Jahren hat sie noch etwas Kindliches an sich. Sie trägt einen blau-weiß gestreiften Matrosenkittel, ihre braunen Augen lachen, und wenn sie sich an der Schaukel festhält, dann ist sie ganz in ihrem Element.
An diesem Tag sitzt Effi mit ihrer Mutter auf der schattigen Veranda und stickt – oder besser gesagt: Die Mutter stickt, während Effi immer wieder aufspringt, um ihre gymnastischen Übungen zu machen. Die Mutter schaut ihr zu, heimlich stolz, aber auch ein wenig besorgt. Denn Effi ist lebhaft und leidenschaftlich. Zu leidenschaftlich vielleicht für das, was das Leben von einer jungen Dame erwartet.
Bald kommen Effis Freundinnen: die Zwillinge Bertha und Hertha und Hulda, die Pastorentochter. Gemeinsam mit Effi naschen sie Stachelbeeren und plaudern, während Effi ihnen eine Geschichte erzählt: Vor vielen Jahren war ein junger Offizier namens Geert von Innstetten oft zu Besuch bei Effis Großvater. Ein charmanter, schneidiger Mann. Und er verliebte sich – in Effis Mutter. Doch dann kam Effis Vater, ein Ritterschaftsrat mit Besitz und Ansehen, und die Mutter entschied sich für Sicherheit statt Romantik. Innstetten machte Karriere, wurde Landrat in Kessin, einer kleinen Stadt an der pommerschen Ostseeküste. Und heute, nach all den Jahren, kommt er zu Besuch.
Die Freundinnen lauschen gespannt. Dann ruft der alte Diener: Die gnädige Frau lässt bitten. Als Effi zu ihr kommt, hält sie sie zurück und nimmt ihre Hände. Und dann sagt sie es: Baron Innstetten hat soeben um Effis Hand angehalten.
Effi erstarrt. Heiraten? Jetzt schon? Sie hat Innstetten erst vor zwei Tagen zum ersten Mal gesehen. Die Mutter spricht weiter, in ruhigem, sachlichem Ton: Innstetten ist ein Mann von Charakter mit einer guten Stellung. Er ist älter, ja, aber das ist ein Vorteil.
Bevor Effi antworten kann, betritt Innstetten mit ihrem Vater den Raum. Groß, schlank, von militärischer Haltung. Effi zittert. Und dann hört man von draußen die Stimmen der Freundinnen. Hertha ruft durchs Fenster: „Effi, komm!“
Innstetten lächelt. Effi atmet tief durch. Und noch am selben Abend ist sie verlobt.
Bald darauf beginnen bereits die Vorbereitungen zur Hochzeit. Effi und ihre Mutter reisen nach Berlin, um Effis Trousseau, also ihre Aussteuer, zusammenzustellen. Vetter Dagobert, ein ausgelassener junger Leutnant, begleitet sie überallhin. Effi genießt diese Tage, in denen sie im Mittelpunkt steht und die volle Aufmerksamkeit ihrer Familie erhält.
Doch manchmal, wenn sie allein ist, fragt sie sich: Ist das wirklich mein Leben? Bin ich wirklich verliebt? Auch ihre Freundinnen fragen, ob sie denn glücklich sei. Effi antwortet lachend: „Wenn man zwei Stunden verlobt ist, ist man immer glücklich.“
Und so steht sie da, am Vorabend ihres neuen Lebens: Effi Briest, siebzehn Jahre alt, voller Lebensfreude und Leichtsinn – und doch schon auf dem Weg in eine Welt voller Pflichten und Konventionen. Eine Welt, in der es kein Zurück mehr gibt.
Effi Briest (1895) erzählt die Geschichte der jungen Effi, die mit siebzehn Jahren einen deutlich älteren Mann heiratet. Es ist die Geschichte einer Ehe, die an emotionaler Kälte und einem fatalen Geheimnis zerbricht – und gleichzeitig eine Kritik an den gesellschaftlichen Moralvorstellungen dieser Zeit.
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