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Das sind die Blinks zu

Arbeit

Warum unser Glück von ihr abhängt und wie sie uns krank macht

Von Joachim Bauer
15 Minuten
Audio-Version verfügbar
Arbeit: Warum unser Glück von ihr abhängt und wie sie uns krank macht von Joachim Bauer

Die Blinks zu Arbeit (2013) beleuchten, wie sich Arbeit im Laufe der Zeit verändert hat, wie sie in unserer heutigen Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft gestaltet ist und was wir tun können, um mehr Freude und weniger Frustration bei unserer eigenen Arbeit zu empfinden.

  • Alle, die das Für und Wider moderner Arbeitsverhältnisse verstehen wollen
  • Jeder, der mehr über die Geschichte der Arbeit erfahren möchte
  • Menschen, die mehr „gute” und weniger „schlechte” Arbeit leisten wollen

Joachim Bauer forscht und lehrt als Professor an der Universität Freiburg in der psychosomatischen Medizin. Er ist Autor mehrerer preisgekrönter Sachbücher und das Magazin Cicero zählt ihn zu den 500 einflussreichsten deutschsprachigen Intellektuellen.

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Entdecke die Kernaussagen zu diesem Titel:

Arbeit

Warum unser Glück von ihr abhängt und wie sie uns krank macht

Von Joachim Bauer
  • Lesedauer: 15 Minuten
  • Verfügbar in Text & Audio
  • 9 Kernaussagen
Arbeit: Warum unser Glück von ihr abhängt und wie sie uns krank macht von Joachim Bauer
Worum geht's

Die Blinks zu Arbeit (2013) beleuchten, wie sich Arbeit im Laufe der Zeit verändert hat, wie sie in unserer heutigen Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft gestaltet ist und was wir tun können, um mehr Freude und weniger Frustration bei unserer eigenen Arbeit zu empfinden.

Kernaussage 1 von 9

Das Ansehen der Arbeit hat sich im Lauf der Geschichte gewandelt.

In der griechischen und römischen Antike finden wir die ersten theoretischen Auseinandersetzungen mit menschlicher Arbeit. Berühmte Denker wie Aristoteles oder Cicero vertraten dabei eine Haltung, die wir heute als arrogant bezeichnen würden: Für sie war Arbeit nur dann des Menschen würdig, wenn sie aus freien Stücken – und nicht in Abhängigkeit zu einem anderen Menschen oder des Geldes wegen – verrichtet wurde. Hoch angesehen waren bei ihnen die Philosophie, die Politik oder der Sport. Berufszweige wie das Handwerk straften sie dagegen mit Verachtung.

In der Tradition des jüdisch-christlichen Glaubens erfährt die Arbeit, insbesondere die einfache Arbeit wie das Handwerk, einen viel höheren Stellenwert. Nicht ohne Grund beschreibt das Neue Testament Jesus Christus als Sohn eines Zimmermanns, der selbst einige Jahre in der Werkstatt des Vaters arbeitete. Rein profitgetriebene Arbeit kam dagegen schlecht davon. So heißt es in der Bergpredigt: „Ihr sollt nicht Schätze sammeln auf Erden, wo sie Motten und Rost fressen.”

Im Mittelalter dominierte die von dem Dominikanermönch und Philosophen Thomas von Aquin und dem Mystiker Meister Eckhart geprägte Haltung: Die vita contemplativa, also die konzentrierte geistige Hinwendung zu Gott, war etwas Besseres als die vita activa, die körperliche Arbeit. Die Geringschätzung des Praktischen und die Überhöhung des Geistlichen widersprach zwar zur Gänze der von Jesus Christus vorgelebten Haltung, fand jedoch Eingang in die Köpfe der damaligen Zeit und hat bis heute auf viele Menschen Einfluss.

In eine andere Richtung stieß dagegen der Protestantismus, der sich ab dem 16. Jahrhundert in Europa verbreitete. „Der Mensch ist zur Arbeit geboren wie der Vogel zum Fliegen”, heißt es bei Martin Luther. Dem Protestantismus zufolge sollte jeder in der Lage sein, durch Arbeit – ob körperliche oder geistige – sein Glück zu schmieden. Daran geknüpft war jedoch die Forderung nach einer asketischen, pflichtbewussten Lebensweise, in der Genuss nicht geduldet wurde. Auch diese Haltung lebt bis heute in vielen Köpfen fort, z.B. in den stark protestantisch geprägten USA.

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