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Napoleon

Vom Außenseiter zum Herrscher über fast ganz Europa – eine Biografie

By Volker Ullrich
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Napoleon by Volker Ullrich
Synopsis

Wie schaffte es Napoleon Bonaparte, von einem mittellosen, wütenden Außenseiter zum bejubelten Herrscher über fast ganz Europa zu werden? Natürlich spielten seine Talente, sein Fleiß und sein militärisches Geschick eine Rolle. Aber auch die politische und gesellschaftliche Situation seiner Zeit trug viel dazu bei. In unseren Blinks zu Napoleon (2014) erzählen wir dir seine außergewöhnliche Lebensgeschichte.

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Ein korsischer Außenseiter auf der Überholspur

Napoleon Bonaparte kam gar nicht als Napoleon Bonaparte auf die Welt, sondern als Napoleone Buonaparte. Seine Eltern lebten auf Korsika und die Familie seines Vaters hatte italienische Wurzeln. So schön und idyllisch es auf der sonnigen Mittelmeerinsel für den jungen Napoleone gewesen sein musste, so schnell fand seine Kindheit ein Ende.

Denn schon im Alter von neun Jahren schickte sein Vater ihn in den kalten und regnerischen Nordosten Frankreichs. Dort ging er auf eine Militärschule in Brienne. Seine Klassenkameraden gehörten allesamt dem französischen Adel an und machten sich über den kleinen Korsen lustig, der aus einer weniger reichen Familie stammte. Napoleone hasste es, von seinen Mitschülern gehänselt zu werden, und außerdem hasste er auch gleich das ganze Land. Schließlich besetzte Frankreich seine stolze Heimat Korsika. Also zog sich Napoleone zurück – und sann auf Rache.

Den Besuch der Militärschule hatte er den guten Kontakten seines Vaters zu verdanken. Der arbeitete in Versailles, dem damaligen Machtzentrum Frankreichs, und hatte für ihn ein begehrtes Stipendium ergattert. Und Napoleone nutzte seine Chance: Er verschlang zahllose Bücher und beeindruckte seine Lehrer mit seinem Wissen über Geschichte und Geografie. Als er die Schule nach vier Jahren beendete, gehörte er zu den wenigen Auserwählten, die auf die Offiziersschule Champs-de-Mars gehen durften. Seine Mitschüler waren immer noch hochnäsige und herablassende Söhne aus reichen Familien. Doch mittlerweile hatte Napoleone genug Selbstbewusstsein, und er scherte sich nicht mehr um ihre Meinung. 

Mit nur sechzehn Jahren durfte Napoleone die Uniform eines französischen Offiziers anlegen. Er startete seine militärische Karriere als Unterleutnant bei einem Artillerieregiment in Valence, einer mittelgroßen Stadt im Rhonetal. Dort lernte er das Militärhandwerk von Grund auf, die ersten Monate musste er die Aufgaben von einfachen Soldaten erfüllen. Schon bald zeigte sich ein Talent, das ihm später sehr nützlich sein sollte: Napoleone fiel es sehr leicht, eine gute Beziehung zu der gesamten Truppe aufzubauen. Vom Koch bis hin zum General, alle mochten den energiegeladenen und cleveren Korsen.

Seinen Urlaub nutzt er immer, um seine Familie auf Korsika zu besuchen. Dort engagierte er sich in der Unabhängigkeitsbewegung. Es muss schwer für ihn gewesen sein, seine gesamte Jugend inmitten von Menschen zu verbringen, die für ihn verhasste Besatzer waren. 

Im April 1789, Napoleone war gerade zwanzig Jahre alt, erhielt er zum ersten Mal ein Kommando über drei Kompanien, in der Kleinstadt Auxonne. Seine Aufgabe: nach Unruhen in der Bevölkerung wieder für Ordnung sorgen. Die Mission war ein Erfolg, doch Napoleone war von seiner eigenen Rolle nicht überzeugt, denn die Unruhen waren ein Vorbote der Französischen Revolution. 

Wie stand Napoleone zu den Revolutionären? Nun, er sah sich in erster Linie als Korse, nicht als französischer Revolutionär. Trotzdem gab es eine starke Verbindung zwischen Napoleone und den Aufständischen: Er war wie sie getrieben vom Hass auf den französischen Adel.

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