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Blink 3 von 12 - Eine kurze Geschichte der Menschheit
von Yuval Noah Harari
Krisen, Unruhen und die Geburt einer neuen Weltordnung
Weltsystemcrash von Max Otte analysiert die Ursachen und mögliche Konsequenzen der aktuellen wirtschaftlichen Krisenlage in der Welt. Es bietet Einblicke und Ratschläge zur persönlichen Finanzplanung in unsicheren Zeiten.
Wir sind krisenmüde. Darum möchten wir den Medien und Politikern gern glauben, wenn sie das Schlimmste für überwunden erklären: die Finanzkrise 2008, die Eurokrise ab 2010, die Migrationskrise ab 2015. In Wirklichkeit aber steht uns das Gröbste noch bevor. Denn beim nächsten Mal bricht die gesamte Weltwirtschaft zusammen, da ist sich Max Otte sicher.
Springen wir zurück ins Jahr 1990. Das Ende des Kalten Krieges wurde zum historischen Wendepunkt stilisiert: zum Sieg der kapitalistischen Marktwirtschaft über den Kommunismus, verbunden mit der einmaligen Chance, die Armut in der Welt zu bekämpfen und eine freiheitlich-demokratische Friedensarchitektur nach westlichem Vorbild zu schaffen. Fortschrittsgläubige wie Francis Fukuyama sprachen gar vom „Ende der Geschichte“.
Heute wissen wir, dass es anders kam. Nach den militärischen Konflikten der 1990er und der Finanzkrise von 2008 stolpern wir heute schnurstracks in Richtung Weltsystemkrise. Die Symptome dafür sind auf drei Ebenen spürbar.
Die erste ist die geopolitische Gemengelage. Der Nordosten Afrikas und der Nahe Osten sind nach zwei Jahrzehnten militärischer Konflikte destabilisiert. Die Auseinandersetzungen in Syrien, aber auch die in der Ukraine haben erneut zu einer massiven Aufrüstung im Osten geführt.
Viele westliche Politiker, allen voran in den USA, werfen Russland so vehement Spionage und politische Beeinflussung vor, dass immer mehr Beobachter von einer Neuauflage des Kalten Krieges sprechen. Auf der anderen Seite fühlt sich Washington vom kometenhaften Aufstieg Chinas bedroht und steuert aggressiv auf einen Handelskrieg mit Peking zu.
Die zweite Ebene sind soziale Spannungen. Die Destabilisierung in Nordafrika und Nahost führt zu großen Migrationsbewegungen in Richtung Europa, die die dortigen Gesellschaften spalten. Die Emotionalisierung von Kulturdebatten und der Vormarsch populistischer Parteien zeigen, dass sich in Ländern wie Deutschland viele Menschen fürchten: vor der Geschwindigkeit der Globalisierung, vor neuen wirtschaftlichen Einbrüchen und dem eigenen sozialen Abstieg.
Womit wir bei der dritten Ebene wären, den wirtschaftlichen Symptomen. Die deutsche Wirtschaft verzeichnete im ersten Halbjahr 2019 so herbe Verluste wie zuletzt während der Krise 2008. Die gigantische steuerfinanzierte Banken- und Eurorettung hat bis heute nicht zum erhofften wirtschaftlichen Aufschwung geführt, sondern zu Spannungen zwischen den EU-Staaten, Austrittsbemühungen wie dem „Brexit“ und einer riesigen Verschuldung.
Kurzum: Der Zusammenbruch der Weltwirtschaft 2008 wurde nicht verhindert, sondern nur aufgeschoben. Statt nachhaltige Reformen anzustrengen, wurden Milliarden an Steuergeldern in kurzsichtigen Rettungspaketen versenkt. Inzwischen nähert sich die globale Verschuldung einem historischen Rekordwert: Sie entspricht 320 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung.
Wir haben den Zusammenbruch der Weltwirtschaft nach der Finanzkrise 2008 nicht überwunden, sondern nur aufgeschoben. Der gigantische Schuldenstand unserer Staaten, das eskalierende Kräftemessen zwischen den Großmächten USA, China und Russland und die wachsende soziale Ungleichheit in der Welt spalten und polarisieren unsere Gesellschaften. Die Blinks zu Weltsystemcrash (2019) fügen alle diese Puzzlestücke zu einer alarmierenden Bestandsaufnahme zusammen. Denn der nächste Crash kommt in jedem Fall.
„Die USA zahlen 900 Millionen Dollar Zinsen am Tag.

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Blink 3 von 12 - Eine kurze Geschichte der Menschheit
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