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Blink 3 von 12 - Eine kurze Geschichte der Menschheit
von Yuval Noah Harari
Jung bleiben und immer gesünder werden
How Not to Age bietet wissenschaftlich fundierte Ratschläge und praktische Tipps zur Verlangsamung des Alterungsprozesses. Dr. Michael Greger erklärt, wie Ernährung und Lebensstil unsere Langlebigkeit und Gesundheit positiv beeinflussen können.
2013 kam eine Gruppe von Wissenschaftlern in Italien zusammen, um genau dieser Frage nachzugehen: die weltweit führenden Forscher auf dem Gebiet der Biogerontologie – also dem Teil der Entwicklungsbiologie, der sich mit den Ursachen des Alterns befasst.
In den folgenden zwei Jahren gelangten die Wissenschaftler zu einem Konsens darüber, welche biologischen Prozesse das beeinflussen, was wir „Altern“ nennen. Im Abschluss-Paper „Interventions to Slow Aging in Humans“ – Maßnahmen zur Verlangsamung des Alterns beim Menschen – identifizieren sie elf wesentliche Prozesse. Weil wir in diesem Blink nicht auf alle eingehen können, picken wir vier der wichtigsten Faktoren heraus: oxidativen Stress, Autophagie, Telomere und Seneszenz.
Beginnen wir mit der Oxidation. Wenn du einen Apfel aufschneidest und ihn auf dem Küchentisch liegen lässt, dann färbt sich das Fruchtfleisch innerhalb kurzer Zeit bräunlich ein. Das liegt daran, dass die Enzyme im Inneren des Apfels mit dem Sauerstoff in der Luft reagieren und den Abbau bestimmter chemischer Verbindungen auslösen. Dieser Prozess wird als Oxidation bezeichnet und findet überall in der Natur statt – auch in deinem Körper.
Oxidativer Stress wird durch sogenannte ROS verursacht. Diese Reactive Oxygen Species (oder vereinfacht: „Sauerstoffradikale“) sind an sich normale Nebenprodukte des Zellstoffwechsels und für bestimmte Zellfunktionen unerlässlich. Aber wenn verschiedene Faktoren zusammenkommen – zum Beispiel Umweltbelastungen, ungesunde Ernährung, Stress oder chronische Entzündungen – dann kann dein Körper die Produktion dieser ROS nicht mehr regulieren. Es sammeln sich zu viele Sauerstoffradikale an, die dann die DNS und wichtige Proteine und Lipide beschädigen. Das stört Zellfunktionen, die den Alterungsprozess und verschiedene altersbedingte Krankheiten befeuern.
Die Autophagie ist so etwas wie der Reinigungsdienst des Stoffwechsels. Er beseitigt unerwünschte oder beschädigte Proteine, die dein Körper eingelagert hat. An sich ist es völlig normal, dass Zellen und Proteine kaputt gehen und aussortiert werden. Unser Körper ersetzt sie durch Nährstoffe, die er mit der Nahrung aufnimmt. Die ausrangierten Proteine werden nicht mehr verwendet und im Körper abgelagert.
Aber wenn wir eine Weile lang nichts essen, kommt der natürliche Aufräumprozess der Autophagie in Gang: Ein Enzymsensor namens AMPK macht den Körper darauf aufmerksam, dass ihm der überschüssige Brennstoff ausgeht. Dann fängt das System an, aussortierte Proteine zu Ersatzteilen zu verarbeiten. Ausrangierte Amino- und Fettsäuren gelangen wieder in die Zelle, wo sie für den Aufbau neuer Zellbestandteile oder zur Energiegewinnung verwendet werden.
Kurzum: Sowohl die Oxidation als auch die Autophagie sind natürliche und wichtige Vorgänge. Das Problem ist nur, dass sie im Laufe unseres Lebens immer leichter aus dem Gleichgewicht geraten. Der oxidative Stress häuft sich und der Pegel des so wichtigen Signal-Enzyms AMPK nimmt ab. Beides führt dazu, dass sich im Körper beschädigte und aussortierte Proteine ablagern und die Zeichen der Alterung sichtbar werden. Eine gestörte Autophagie wird sogar mit verschiedenen Krankheiten in Verbindung gebracht, etwa mit Krebs, neurodegenerativen Störungen wie Alzheimer und Parkinson sowie Infektionen.
Wir sehen uns später an, was du tun kannst, um den oxidativen Stress zu reduzieren und die Autophagie zu unterstützen. Aber davor befassen wir uns mit zwei weiteren wichtigen Mechanismen des Alterungsprozesses.
How Not to Age (2021) untersucht anhand wissenschaftlicher Ergebnisse, was genau in unserem Körper passiert, wenn wir altern. Was können wir tun, um diese biologischen Prozesse zu verlangsamen und so lange wie möglich gut und gesund zu leben? Welche Rolle spielt unser Lebensstil, von der Ernährung über Bewegung und Schlaf bis zu Stress? Hier kommen ein paar Einblicke in die aktuelle Forschung und wertvolle Tipps.
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Blink 3 von 12 - Eine kurze Geschichte der Menschheit
von Yuval Noah Harari