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Warum wir den Medien nicht mehr trauen

Von Uwe Krüger
12 Minuten
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Mainstream: Warum wir den Medien nicht mehr trauen von Uwe Krüger

Mainstream (2016) analysiert die moderne Medienwelt und hinterfragt kritisch, warum immer mehr Menschen ihr nicht mehr vertrauen. Die Blinks erklären, wie es dazu kommen konnte, dass eigentlich freie Journalisten zunehmend einseitig berichten, und zeigen Wege auf, dies wieder zu verändern.

  • Journalisten
  • Jeder, der sich für Politik und Gesellschaft interessiert
  • Alle, die den Medien nicht trauen

Uwe Krüger ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Journalistik an der Universität Leipzig. Sein Buch Meinungsmacht über die Netzwerke der Alpha-Journalisten wurde breit diskutiert und u.a. in der ZDF-Satiresendung Die Anstalt in dem inzwischen legendären Sketch Qualitätsjournalismus aufgegriffen.

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Mainstream

Warum wir den Medien nicht mehr trauen

Von Uwe Krüger
  • Lesedauer: 12 Minuten
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Mainstream: Warum wir den Medien nicht mehr trauen von Uwe Krüger
Worum geht's

Mainstream (2016) analysiert die moderne Medienwelt und hinterfragt kritisch, warum immer mehr Menschen ihr nicht mehr vertrauen. Die Blinks erklären, wie es dazu kommen konnte, dass eigentlich freie Journalisten zunehmend einseitig berichten, und zeigen Wege auf, dies wieder zu verändern.

Kernaussage 1 von 7

Die Leitmedien in Deutschland folgen alle derselben politischen Richtung.

In Deutschland gibt es keine Pressezensur. Journalisten können in aller Regel frei berichten. Trotzdem empfinden viele Menschen die Berichterstattung als einen Mainstream ohne Vielfalt und Gegensätze und damit als unglaubwürdig.

Der Mainstream zeigt sich zunächst darin, dass gewisse Leitmedien zu einem bestimmten Zeitpunkt unisono ein bestimmtes Thema behandeln. Und dabei scheinen Radio- und Fernsehsender, Tageszeitungen und Nachrichtenmagazine oft alle derselben Linie zu folgen.

Das macht die Menschen misstrauisch, denn aus eigener Erfahrung wissen sie, dass es immer verschiedene Sichtweisen gibt. Es entsteht das Gefühl, dass zu einseitig berichtet wird.

Sehr deutlich wurde das während des Ukraine-Konflikts 2014. Prowestlich eingestellte Ukrainer hatten nach langen Protesten die Macht im Staat übernommen. Daraufhin hatte Russland in den Konflikt eingegriffen und die Halbinsel Krim annektiert.

Bei der Berichterstattung über den Konflikt stellten fast alle deutschen Medien die Protestbewegung als „die Guten” und die prorussische Fraktion als „die Bösen” dar. Dabei unterschlugen sie, dass auf der Seite der vermeintlich demokratiefreundlichen Ukrainer militante Nationalisten und Rechtsextreme beteiligt waren und die Protestbewegung massiv vom Westen unterstützt wurde.

Dieses Beispiel lässt sich verallgemeinern. Immer wieder ist zu beobachten, dass die Leitmedien dazu tendieren, die offiziellen Meinungen und Argumente zu übernehmen.

Bei politischen Streitthemen entfaltet sich anfangs eine mediale Debatte mit durchaus gegensätzlichen Meinungen. Sobald aber im parlamentarischen Raum Konsens herrscht, unterstützen die meisten Medien die Regierung.

So untersuchte eine Studie zwischen 1994 und 1998 die Breite des Meinungsspektrums in den Zeitungen Die Welt, FAZ, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Rundschau und taz. Fazit: Die Meinungen in außenpolitischen Fragen wichen kaum voneinander ab. Alle Zeitungen zeigten eine Nähe zur EU, zu den USA und zur NATO.

Fundamentalkritik wird schon gar nicht geübt. Als Deutschland sich 1999 am Kosovo-Krieg beteiligte, waren über die Hälfte der 190 Leitartikel der großen Tageszeitungen dem Krieg gegenüber positiv eingestellt. Lediglich ein Viertel der Leitartikler äußerte sich kritisch, dies betraf jedoch meist Details der Taktik und Prozedur. So gut wie nie wurde erwähnt, dass der Einsatz völkerrechtswidrig war.

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