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Der große Bio-Schmäh

Wie uns die Lebensmittelkonzerne an der Nase herumführen

Von Clemens G. Arvay
15 Minuten
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Der große Bio-Schmäh: Wie uns die Lebensmittelkonzerne an der Nase herumführen von Clemens G. Arvay

Der große Bio-Schmäh (2012) zeigt, wie große Lebensmittelkonzerne auf den profitablen Öko-Zug aufspringen und was da eigentlich in den Bio-Regalen der Supermärkte steht. Du erfährst, was stattdessen notwendig wäre, um tatsächlich biologische Lebensmittel zu erzeugen.

  • Alle, die glauben, etwas Gutes zu tun, wenn sie im Supermarkt eine Bio-Milch kaufen
  • Jeder, der sich wirklich gesund und umweltbewusst ernähren will
  • Alle, die wissen wollen, wie die Lebensmittelindustrie funktioniert

Der Agrarbiologe Clemens G. Arvay, Jahrgang 1980, ist Journalist und Referent im Bereich Umweltbildung und außerdem ein erfolgreicher Buchautor. Auch in anderen Büchern befasste er sich mit dem Wirtschaften der Lebensmittelkonzerne, z.B. in Friss oder stirb und Hilfe, unser Essen wird normiert!

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Entdecke die Kernaussagen zu diesem Titel:
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Der große Bio-Schmäh

Wie uns die Lebensmittelkonzerne an der Nase herumführen

Von Clemens G. Arvay
  • Lesedauer: 15 Minuten
  • Verfügbar in Text & Audio
  • 9 Kernaussagen
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Der große Bio-Schmäh: Wie uns die Lebensmittelkonzerne an der Nase herumführen von Clemens G. Arvay
Worum geht's

Der große Bio-Schmäh (2012) zeigt, wie große Lebensmittelkonzerne auf den profitablen Öko-Zug aufspringen und was da eigentlich in den Bio-Regalen der Supermärkte steht. Du erfährst, was stattdessen notwendig wäre, um tatsächlich biologische Lebensmittel zu erzeugen.

Kernaussage 1 von 9

Bio-Konzerne vermitteln ein falsches Bild von traditionellem Handwerk und bäuerlichem Idyll.

Sieht ja wirklich nett aus, dieser urige Bäcker in seiner alten Backstube. Doch was hat dieses Bild mit der Realität zu tun? Gar nichts. Es ist auf die Packung gedruckt, um uns gezielt in die Irre zu führen. Denn Werbefachleute wissen ganz genau, dass traditionelle Backstuben Eindruck machen. Alte Werkstätten vermitteln eine Vorstellung von Qualität und Tradition, gaukeln sogar eine persönlichen Beziehung zum „Bäcker unseres Vertrauens“ vor.

So bewirbt z.B. der österreichische Discounter Hofer sein Bio-Brot mit dem Slogan „Zurück zum Ursprung“. Im Werbespot sitzt ein älterer Mann à la gutmütiger Opa in einer kleinen Backstube und blickt liebevoll auf seine Sauerteigbrote, die er mit seinen eigenen Händen geknetet hat – eine heimelige Szene. Die Wirklichkeit sieht anders aus: Das Hofer-Brot wird in riesigen Fabriken gebacken. Doch wer sieht schon gerne Industriehallen auf der Verpackung?

Ein anderes Beispiel: Die Halle C/27, eine riesige Brotfabrik im Industriegebiet der österreichischen Stadt Linz, heißt heute „Willi’s Backstube“. Der Name soll das Bild einer urtümlichen Manufaktur suggerieren. Er ist jedoch ein reiner Marketing-Gag, denn Halle bleibt Halle.

Die verbliebenen echten Handwerksbäcker ärgern sich über diese irreführenden Darstellungen. Während ihr Handwerk von vollautomatisierten Backmaschinen verdrängt wird, müssen sie für die idealisierte Bewerbung der industriell hergestellten Brotberge herhalten.

Nicht anders läuft es bei Eiern. Auch auf Eierkartons sind in der Regel wenige Hühner zu sehen, die glücklich auf kleinen Bauernhöfen herumpicken. Auf dem Lieferwagen ist zu lesen: „Direkt vom Bio-Bauern“. Dabei werden natürlich auch Bio-Eier in industrieller Massenhaltung produziert. Eine typische Brüterei liefert wöchentlich eine halbe Million Legehennen-Küken aus, an Bio-Betriebe ebenso wie an konventionelle. Um die männlichen Küken möglichst effizient aussortieren zu können, wird die Form ihrer Flügel genetisch verändert – so viel zum Thema Bio bei der Eierproduktion.

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