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Ich schraube, also bin ich

Vom Glück, etwas mit den eigenen Händen zu schaffen

Von Matthew B. Crawford
16 Minuten
Ich schraube, also bin ich: Vom Glück, etwas mit den eigenen Händen zu schaffen von Matthew B. Crawford

Matthew B. Crawford hat es getan: Er hat seinen Traum verwirklicht und seinen profitablen Bürojob bei einem Thinktank in Washington aufgegeben, um als Motorradmechaniker zu arbeiten. In Ich schraube, also bin ich stellt er unser Bildungssystem in Frage und macht ein schon lange überfälliges Statement zum Wert der Arbeit mit den eigenen Händen.

  • Jeder, der sich fragt, ob er wirklich sein gesamtes Arbeitsleben am Schreibtisch verbringen will
  • Jeder, der mehr über die Philosophie und Psychologie des Handwerks lernen möchte
  • Jeder, der dem Büroalltag entkommen möchte

Nachdem er seinen PhD in politischer Philosophie beendet hatte, begann Matthew B. Crawford für einen Thinktank in Washington zu arbeiten. Nach nur fünf Monaten kündigte er wieder und gründete stattdessen Shockoe Moto, eine kleine Motorradwerkstatt in Richmond, Virginia. Heute arbeitet er teilweise dort und teilweise als Forscher am Institut für Kulturwissenschaften der Universität Virginia.

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Ich schraube, also bin ich

Vom Glück, etwas mit den eigenen Händen zu schaffen

Von Matthew B. Crawford
  • Lesedauer: 16 Minuten
  • 10 Kernaussagen
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Ich schraube, also bin ich: Vom Glück, etwas mit den eigenen Händen zu schaffen von Matthew B. Crawford
Worum geht's

Matthew B. Crawford hat es getan: Er hat seinen Traum verwirklicht und seinen profitablen Bürojob bei einem Thinktank in Washington aufgegeben, um als Motorradmechaniker zu arbeiten. In Ich schraube, also bin ich stellt er unser Bildungssystem in Frage und macht ein schon lange überfälliges Statement zum Wert der Arbeit mit den eigenen Händen.

Kernaussage 1 von 10

Finger weg: Modernes Design hindert uns daran, Dinge zu reparieren.

Wann hast du das letzte Mal etwas repariert? Dein Auto auseinandergeschraubt und ein Ersatzteil selbst eingebaut? Ein Möbelstück selbst wieder in Form gebracht? Einen Socken gestopft? Ist vermutlich schon eine ganze Weile her!

Das liegt nicht daran, dass wir alle faul sind oder dass nichts kaputt geht. Heute ist es oft günstiger, neue Sachen zu kaufen, als die alten zu reparieren. Außerdem hindert uns das Design vieler Alltagsgegenstände schlicht daran, dass wir sie instand setzen könnten.

Ganz deutlich wird das am Beispiel von Autos: Vor 20 Jahren war es kein Problem, bei einem Mercedes oder VW die meisten Sachen selbst auszutauschen. Jeder hatte damals schon einmal einen Keilriemen gewechselt. Wenn wir heute die Motorhaube eines modernen Autos aufklappen, sehen wir: eine Abdeckung. Wir kommen an den Motor ohne Spezialwerkzeuge überhaupt nicht mehr heran. Die Autohersteller haben kein Interesse daran, dass wir unser Auto selbst reparieren, also hindern sie uns mit überflüssig verbauten Teilen.

Das führt dazu, dass wir nicht mehr Herr über unsere Dinge sind. Und das macht uns passiv und abhängig. Anstatt Sachen selbst herzustellen, kaufen wir sie. Und wenn sie kaputt gehen, kaufen wir sie neu. Das liegt auch an unserem Wirtschaftssystem – ein Paar Socken zu kaufen kostet nur ein paar Euro. Würden wir das Garn selbst herstellen und dann die Stricknadeln in die Hand nehmen, wäre das nicht nur viel teurer, sondern würde auch ewig lang dauern. Wirtschaftlich betrachtet macht das überhaupt keinen Sinn. Psychologisch betrachtet aber vielleicht schon, wie wir in den nächsten blinks sehen werden.

Dieses Gefühl macht sich zunehmend auch in unserer Gesellschaft breit: Immer mehr Menschen sind davon genervt, dass sie die Dinge, die sie besitzen, nicht mehr selbst reparieren können und es hat sich eine Art DIY-Bewegung gegründet. Sie wird auch dadurch befeuert, dass die soziale Ungleichheit zunimmt und immer mehr Leute darauf angewiesen sind, ihre Besitztümer zu reparieren, weil sie sich keine neuen Sachen leisten können. Die Menschen fangen wieder an, Gemüse anzubauen, Socken zu stopfen, Sofas neu zu beziehen und ihre Staubsauger auseinanderzuschrauben.

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