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Fraktale und Finanzen

Märkte zwischen Risiko, Rendite und Ruin

Von Benoit Mandelbrot, Richard Hudson
15 Minuten
Fraktale und Finanzen: Märkte zwischen Risiko, Rendite und Ruin von Benoit Mandelbrot, Richard Hudson

Die konventionellen Finanztheorien, die wir an den Universitäten lernen, sind nicht besonders gut, denn sie erklären viele Ereignisse auf den Märkten nicht zufriedenstellend, da sie von falschen Voraussetzungen ausgehen. Warum und inwiefern dagegen Fraktale ein besseres Erklärungsmodell für Marktdynamiken darstellen, erläutert Mandelbrot in Fraktale und Finanzen.

  • Jeder, der sich fragt, warum die gängigen Finanztheorien so schlecht funktionieren
  • Jeder, der bessere Vorhersagen über finanzielle Entwicklungen treffen möchte
  • Jeder, der das berühmte Apfelmännchen genauer kennenlernen will

Benoit Mandelbrot (1924–2010) war ein französisch-amerikanischer Mathematiker. Er entwickelte die sogenannte Mandelbrot-Menge, die auch als „Apfelmännchen” bekannt ist, und leistete damit Pionierarbeit in der fraktalen Geometrie. Als Mathematiker und Professor war er u.a. bei IBM und den Universitäten Yale und Lille I beschäftigt. Fraktale und Finanzen ist sein letztes Buch und wurde von der Financial Times Deutschland mit dem Wirtschaftsbuchpreis ausgezeichnet.

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Entdecke die Kernaussagen zu diesem Titel:

Fraktale und Finanzen

Märkte zwischen Risiko, Rendite und Ruin

Von Benoit Mandelbrot, Richard Hudson
  • Lesedauer: 15 Minuten
  • 9 Kernaussagen
Fraktale und Finanzen: Märkte zwischen Risiko, Rendite und Ruin von Benoit Mandelbrot, Richard Hudson
Worum geht's

Die konventionellen Finanztheorien, die wir an den Universitäten lernen, sind nicht besonders gut, denn sie erklären viele Ereignisse auf den Märkten nicht zufriedenstellend, da sie von falschen Voraussetzungen ausgehen. Warum und inwiefern dagegen Fraktale ein besseres Erklärungsmodell für Marktdynamiken darstellen, erläutert Mandelbrot in Fraktale und Finanzen.

Kernaussage 1 von 9

Gefühlschaos: Menschen handeln viel irrationaler als die herkömmlichen Finanztheorien annehmen.

John Stuart Mill war einer der Gründungsväter der modernen Wirtschaftstheorie. Er erfand das Konzept des homo oeconomicus: ein rationales Wesen, das nur daran interessiert ist, den größtmöglichen Gewinn zu erwirtschaften, und dazu immer die besten Entscheidungen trifft. Eiskalt kauft und verkauft er alles, wie es ihm gerade geboten erscheint. So entstehen durch seine Handlungen Märkte und Preise.

Seit seiner Geburt im 19. Jahrhundert hat der homo oeconomicus eine erstaunliche Karriere hingelegt: Er wurde zu einer der Grundüberzeugungen aller wirtschaftlichen Theorien. So geht z.B. die bekannte Chicagoer Schule davon aus, dass jeder individuelle Investor immer die gleiche Entscheidung treffen wird, wenn ihm die gleichen Informationen zur Verfügung stehen, nämlich diejenige, die ihm am meisten Profit verspricht.

Der homo oeconomicus hat nur ein Problem: Es gibt ihn gar nicht. Er ist ein theoretisches Konstrukt, das vielleicht einige Marktmechanismen erklären kann, aber bei anderen völlig versagt. Denn die Marktteilnehmer sind Menschen, und Menschen handeln viel irrationaler als lange Zeit angenommen.

Anhand eines ganz einfachen Experiments wurde das deutlich. Eine Gruppe Versuchsteilnehmer stand vor der Wahl: Entweder bekämen sie $100 auf die Hand oder sie könnten eine Münze werfen. Bei Kopf würden sie $200 gewinnen, bei Zahl gar nichts. Die meisten Teilnehmer entschieden sich für die $100, da sie so den Gewinn sicher hatten.

Doch sobald die Forscher die Fragesteallung umgekehrt formulierten, passierte etwas Interessantes. Als die Teilnehmer nun gefragt wurden, ob sie entweder sofort $100 zahlen möchten oder lieber eine Münze werfen würden, bei der sie entweder nichts oder $200 zahlen müssten, entschieden sich die meisten dafür zu Zocken.

Rational betrachtet ist es auch bei der zweiten Möglichkeit sicherer, die $100 zu zahlen. Offensichtlich handelten die Teilnehmer also nicht rational – denn die Angst vor dem Verlust und die Aussicht auf Schuldenfreiheit hatte ihnen ihre Logik vernebelt. Das ist nur menschlich. Und hierin liegt eine der größten Schwachstellen unserer klassischen Wirtschaftstheorie: Sie geht davon aus, dass wir nicht wie Menschen handeln, sondern wie Maschinen.

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