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Blutsbande

Verwandtschaft als Kulturgeschichte

Von Christina von Braun
19 Minuten
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Blutsbande: Verwandtschaft als Kulturgeschichte von Christina von Braun

Blutsbande (2018) erklärt, dass unser westliches Konzept der Blutsverwandtschaft nur eines neben anderen, sozial geprägten Verwandtschaftsverhältnissen ist. Wie wir Verwandtschaftsverhältnisse verstehen, unterliegt nämlich einem stetigen Wandel der Zeit. Begib dich auf eine Zeitreise und lerne, warum Verwandtschaft nicht immer gleich Familie ist.

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„Verwandtschaft – was bedeutet das eigentlich? In diesen Blinks lernst du, die Beziehung zu deiner Familie mal aus einem kulturgeschichtlichen Blickwinkel zu betrachten. Aha-Momente garantiert!“

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Christina von Braun ist emeritierte Kulturwissenschaftlerin und lehrte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören Gender- und Religionstheorien, ihre Studien sind meist interdisziplinär angelegt. Zu ihren Veröffentlichungen zählen Der Preis des Geldes und Verschleierte Wirklichkeit. Die Frau, der Islam und der Westen.

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Blutsbande

Verwandtschaft als Kulturgeschichte

Von Christina von Braun
  • Lesedauer: 19 Minuten
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Blutsbande: Verwandtschaft als Kulturgeschichte von Christina von Braun
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Blutsbande (2018) erklärt, dass unser westliches Konzept der Blutsverwandtschaft nur eines neben anderen, sozial geprägten Verwandtschaftsverhältnissen ist. Wie wir Verwandtschaftsverhältnisse verstehen, unterliegt nämlich einem stetigen Wandel der Zeit. Begib dich auf eine Zeitreise und lerne, warum Verwandtschaft nicht immer gleich Familie ist.

Leseempfehlung aus der Redaktion

„Verwandtschaft – was bedeutet das eigentlich? In diesen Blinks lernst du, die Beziehung zu deiner Familie mal aus einem kulturgeschichtlichen Blickwinkel zu betrachten. Aha-Momente garantiert!“

– Robyn, Programmleiterin bei Blinkist

Kernaussage 1 von 12

Eine Form, Verwandtschaft zu beschreiben, ist der Gabentausch.

Wenn wir Familie und Verwandtschaft hören, denken wir zunächst an die genetische Komponente, die uns mit unseren Brüdern und Schwestern verbindet. Verwandtschaft hängt aber auch von anderen Faktoren ab und kann bspw. auch ertauscht werden.

Das Prinzip des Tausches ist denkbar einfach: Eine Gabe muss angenommen und anschließend erwidert werden. Durch den Gabentausch entsteht eine Abhängigkeit, denn wer etwas erhält, muss auch eine Gegenleistung erbringen. Eine Gabe ist außerdem immer persönlich, was ihren Stellenwert nochmals erhöht.

In seinem Essay Die Gabe aus dem Jahr 1924 beschrieb der französische Soziologe Marcel Mauss den Gabentausch als Grundprinzip sozialer Beziehungen bei archaischen Völkern. Ein Prinzip, das sich, wenn auch abgeschwächt, bis heute bewährt hat. Das sehen wir auch an unserem Verhalten, das noch Grundzüge solcher Rituale bewahrt hat. Sind wir z.B. bei Freunden eingeladen, fühlen wir uns meist dazu verpflichtet, etwas mitzubringen – und sei es nur ein kleines Geburtstagsgeschenk oder eine Flasche Wein, die man während des Abendessens gemeinsam genießen kann. Diese implizite Regel, bei der der Gast den Gastgeber beschenkt, beruht auf ebenjenem Prinzip des Gabentauschs.

Lange dominierte im Westen das Denken, die Blutsverwandtschaft wäre das naturgegebene und einzige Verwandtschaftsmodell. Erst in der Spätmoderne wurde es langsam vom sozialen Verwandtschaftsmodell abgelöst. In anderen Kulturen existierte dieses jedoch schon länger und wurde z.B. über den Gabentausch geschaffen.

Mit Mauss’ Erkenntnissen ergab sich Anfang des 20. Jahrhunderts eine völlig neue Perspektive auf Verwandtschaft: Sie ist nicht einfach da, Menschen konstruieren sie aktiv selbst. Und jede Kultur besitzt eigene Regeln, nach denen Verwandtschaft etabliert werden kann, z.B. in vielen Kulturen durch den Bund der Ehe, die eine Verwandtschaftsbeziehung entstehen lässt, die nicht auf Blut basiert.

Die höchste Gabe, die eine Familie der anderen bei einem Gabentausch vermachen konnte, war eine junge Braut. Häufig würde die andere Familie darauf die Gabe mit einer Braut ihrerseits „zurückzahlen“. Dieser „Frauentausch“ hatte jedoch keine wirkliche ökonomische Funktion, er diente vielmehr dazu, ein soziales Netz an Bindungen und damit neue, größere Verwandtschaftsverhältnisse herzustellen. Darüber hinaus verhinderte der Tausch auch Inzest und sorgte für friedliche Beziehungen zwischen unterschiedlichen Völkern.

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