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Blink 3 von 12 - Eine kurze Geschichte der Menschheit
von Yuval Noah Harari
Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse
Der Schwarze Schwan untersucht die tiefgreifenden Auswirkungen extrem unwahrscheinlicher Ereignisse. Nassim Nicholas Taleb erklärt, wie diese „Schwarzen Schwäne“ Geschichte und Märkte prägen und fordert zum Umdenken in Risikoeinschätzungen und Entscheidungsprozessen auf.
Wir Menschen sind Weltmeister darin, Eindrücke zu Narrativen zu verflechten. Wir suchen nach Mustern, stellen Theorien auf und konstruieren Modelle. Dieser Drang nach Ordnung ist eine unserer größten Stärken. Ohne ihn gäbe es keine Wissenschaft, keine Philosophie und keine Technik. Aber das Ganze hat eine Kehrseite: Sobald wir uns eine plausible Erklärung zurechtgelegt haben, halten wir stur an ihr fest.
Wie gefährlich dieser Dogmatismus sein kann, zeigt die Geschichte des medizinischen Fortschritts. Vor gerade einmal zwei Jahrhunderten war die Vorstellung noch weit verbreitet, Krankheiten entstünden durch „schlechte Säfte“ im Körper. Ärzte ließen ihre Patienten zur Ader, setzten ihnen Blutegel auf den Körper oder verschrieben ihnen Schlangenöle. Niemand wusste, dass Krankheiten in Wirklichkeit durch Viren und Bakterien übertragen wurden. Erst die Keimtheorie brachte dieses alte Weltbild im späten 19. Jahrhundert ins Wanken. Und mit einem Schlag mussten jahrhundertealte Überzeugungen überdacht werden.
Dieser Wissenssprung ist ein gutes Beispiel für einen „Schwarzen Schwan“: ein Ereignis, das die Menschen so lange für unmöglich halten, bis es tatsächlich eintritt. Die Metapher stammt ursprünglich aus Australien. Jahrtausendelang galt es in Europa als unbestritten, dass Schwäne weiß sind. Aber dann entdeckten Seefahrer im 17. Jahrhundert am anderen Ende der Welt plötzlich Schwarze Schwäne. Und ihre Fassungslosigkeit wurde buchstäblich zum geflügelten Wort. Zum Ausdruck dafür, dass ein einziges Ereignis ein ganzes Weltbild kippen kann.
Schwarze Schwäne begegnen uns nicht nur in der Natur. Sie sind Teil unseres Lebens. Und sie treten gerne genau dann auf, wenn wir uns am sichersten und bequemsten fühlen.
Stell dir vor, du wettest gerne bei Glücksspielen. Das nächste Pferderennen steht vor der Tür und du setzt dein gesamtes Vermögen auf ein Pferd namens „Rocket“. Deine Zuversicht hat Gründe. Du weißt um die besondere Athletik des Tieres, seine beeindruckende Siegesserie und die aktuell schwächelnde Konkurrenz. Alles spricht für Rockets Sieg und saftige Gewinne. Aber dann kommt alles anders.
Rocket legt sich direkt beim Start einfach flach auf die Bahn. Für dich ist das ein Schwarzer Schwan. Ein unerwartetes Ereignis mit katastrophalen Folgen. Aber es gibt jemanden, der genau auf diesen Fall gesetzt hat: Rockets Besitzer. Er wusste, dass sein Pferd schon länger unter den harten Bedingungen rund um die Rennen litt und sich zuletzt immer vehementer wehrte. Und er nutzte diese entscheidende Zusatzinformation, um gegen sein eigenes Tier zu wetten. Somit erleben zwei Menschen ein und dasselbe Ereignis auf zwei denkbar unterschiedliche Arten. Für den einen ist es der finanzielle Untergang, und für den anderen ein absoluter Glücksfall.
Das Beispiel zeigt, dass uns Schwarze Schwäne unterschiedlich schwer treffen. Der Zugang zu den richtigen Informationen kann gewisse Risiken abfedern. Ahnungslosigkeit dagegen erhöht die Gefahr, von einem einzigen Ereignis aus der Bahn geworfen zu werden.
Selbst ganze Gesellschaften können von Schwarzen Schwänen erschüttert werden. Als Kopernikus im 16. Jahrhundert das geozentrische Weltbild widerlegte, stellte er das Selbstverständnis einer ganzen Zivilisation infrage. Das heliozentrische Weltbild war nicht nur eine astronomische Theorie, sondern eine Revolution. Sie veränderte Philosophie, Theologie und Naturwissenschaften und leitete eine Epoche geistiger Umwälzungen ein.
Schwarze Schwäne erinnern uns daran, dass alles Wissen provisorisch ist. Daran, dass wir uns in Bescheidenheit üben und geistig flexibel bleiben müssen. Das wahre Problem ist nicht, dass hin und wieder völlig unerwartete Dinge passieren. Das Problem ist, dass wir uns hartnäckig weigern, das Undenkbare zu denken.
Der Schwarze Schwan (2007) beleuchtet, wie sehr unsere Welt von seltenen und extrem unwahrscheinlichen Ereignissen geprägt wird. Finanzkrisen, Terroranschläge oder technologische Durchbrüche erscheinen im Nachhinein logisch erklärbar, aber vorher sieht sie niemand kommen. Nassim Nicholas Taleb entzaubert unsere Vorstellung, die Zukunft berechnen und Risiken kontrollieren zu können. Wie gefährlich ist diese Wunschvorstellung wirklich? Und wie können wir besser lernen, mit der Unsicherheit zu leben?
Ich bin begeistert. Ich liebe Bücher aber durch zwei kleine Kinder komme ich einfach nicht zum Lesen. Und ja, viele Bücher haben viel bla bla und die Quintessenz ist eigentlich ein Bruchteil.
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Blink 3 von 12 - Eine kurze Geschichte der Menschheit
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