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Das sind die Blinks zu

Schluss mit dem täglichen Weltuntergang

Wie wir uns gegen die digitale Vermüllung unserer Gehirne wehren

Von Maren Urner
12 Minuten
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Schluss mit dem täglichen Weltuntergang: Wie wir uns gegen die digitale Vermüllung unserer Gehirne wehren von Maren Urner

In den Blinks zu Schluss mit dem täglichen Weltuntergang (2019) zeigen wir dir, wie der ständige Medienkonsum nicht nur dein Gehirn überfordert, sondern auch dein Weltbild ins Negative verzerrt. Doch es gibt einen Ausweg aus dieser Misere – eine neue Form des Journalismus.

  • Alle, die das Gefühl haben, zu viele Nachrichten zu konsumieren
  • Jeder, der nicht mehr länger willenlos auf Überschriften klicken möchte
  • Alle, die wissen wollen, was der Informations-Overload für unser Gehirn bedeutet

Maren Urner ist promovierte Neurowissenschaftlerin. Im Jahr 2016 gründete sie Perspective Daily, ein Online-Nachrichtenmagazin für einen positiveren und lösungsorientierten Journalismus. In ihrem Bestseller Schluss mit dem täglichen Weltuntergang (2019) legt sie dar, wieso es uns an genau dieser Art der Berichterstattung mangelt. 

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Schluss mit dem täglichen Weltuntergang

Wie wir uns gegen die digitale Vermüllung unserer Gehirne wehren

Von Maren Urner
  • Lesedauer: 12 Minuten
  • Verfügbar in Text & Audio
  • 7 Kernaussagen
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Schluss mit dem täglichen Weltuntergang: Wie wir uns gegen die digitale Vermüllung unserer Gehirne wehren von Maren Urner
Worum geht's

In den Blinks zu Schluss mit dem täglichen Weltuntergang (2019) zeigen wir dir, wie der ständige Medienkonsum nicht nur dein Gehirn überfordert, sondern auch dein Weltbild ins Negative verzerrt. Doch es gibt einen Ausweg aus dieser Misere – eine neue Form des Journalismus.

Kernaussage 1 von 7

Nachrichten tragen dazu bei, dass wir ein negatives Weltbild haben.

Nennen wir das Kind ruhig beim Namen: Wir sind süchtig nach Informationen! Und das Internet macht es uns dabei nur zu leicht, diese Sucht zu befriedigen. Versorgt es uns doch zu jedem Ereignis live mit so viel Stoff, dass wir mit dem Konsumieren gar nicht mehr nachkommen. 

Wer nun denkt, er wäre durch seinen dauernden Nachrichtenkonsum immerhin gut über den Zustand der Welt informiert, liegt leider daneben. Denn Nachrichten haben einen deutlichen Hang zum Negativen – und verzerren so unser Weltbild.

Ihrem Selbstverständnis nach sind Journalisten dazu da, Missstände aufzudecken. Nachrichten drehen sich daher so gut wie immer um korrupte Politiker, nicht eingehaltene Wahlversprechen, Staatskrisen oder andere Katastrophen. Wenn Journalisten vor der Wahl zwischen einem positiven und einem negativen Aufhänger für eine Story stehen, entscheiden sie sich im Normalfall für den negativen. Der unter Journalisten beliebte Ausspruch „If it bleeds, it leads“ fasst den Umstand wohl am besten zusammen: Nur was blutig ist, drucken wir auf den Titel. 

Missstände aufzudecken ist natürlich ein legitimer Anspruch. Doch allzu oft schießen Medienmacher dabei übers Ziel hinaus. Es geschehen nämlich durchaus auch positive Dinge auf der Welt. Doch die Nachricht, dass die Kindersterblichkeit von 2018 auf 2019 um 0,14 Prozent gesunken ist, wird es auf keine Titel und Startseiten schaffen. Wieso eigentlich nicht?

Ein Grund ist: In der tagesaktuellen Berichterstattung bleibt für langfristige, positive Entwicklungen meist kein Platz. Das lässt sich gut daran nachvollziehen, wie über den Arbeitsmarkt in Deutschland berichtet wurde. Wissenschaftler haben sich dazu einmal den Wirtschaftsteil der Tageszeitung Die Welt genauer angesehen. Dabei fanden sie heraus, dass zwischen 2000 und 2008 zwanzigmal mehr negative Artikel zur Situation des Arbeitsmarktes verfasst wurden als positive. Dabei hatte sich die Lage während dieser Jahre insgesamt deutlich verbessert. Diese langfristig positive Entwicklung ging jedoch verloren in einem Meer aus vielen einzelnen, vorübergehenden Missständen. 

Eine der Konsequenzen dieser schwarzmalerischen Berichterstattung ist der sogenannte Optimism Gap. Während wir im Großen und Ganzen ein realistisches und bisweilen sogar positives Bild unseres direkten Umfelds haben, sehen wir größere nationale oder internationale Zusammenhänge meist negativ. Die Ironie dabei ist offensichtlich: Obwohl wir über so viele Informationen wie nie zuvor verfügen, ergibt sich daraus für uns kein genaueres Bild der Welt, sondern ein ins Negative verzerrtes.

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