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Blink 3 von 12 - Eine kurze Geschichte der Menschheit
von Yuval Noah Harari
Warum sich der Kampf gegen Wirtschaftskriminalität lohnt
Cum/Ex, Milliarden und Moral beleuchtet einen der größten Steuerbetrugsskandale Europas, indem es die Komplexität des Cum-Ex-Handels offenlegt und die moralischen und wirtschaftlichen Implikationen untersucht, die damit verbunden sind.
Unter dem Namen Cum/Ex firmiert der größte Steuerraub in der Geschichte der Bundesrepublik. Die Täter haben den deutschen Staat um über 30 Milliarden Euro betrogen. So weit, so skandalös. Aber wie funktionieren Cum/Ex-Geschäfte? Hier ein grober Überblick:
Im Prinzip ist Cum/Ex ein Netz aus Aktien-Transaktionen. Der Cum/Ex-Käufer lässt sich dabei Steuern erstatten, die er gar nicht gezahlt hat.
Bei vielen Aktien wird an einem bestimmten Tag im Jahr eine Dividende ausgeschüttet. So profitieren die Aktionäre von den Gewinnen des Unternehmens, das die Aktie herausgibt. Das Wort Cum/Ex bezieht sich auf diese Dividende: Es bedeutet auf Latein „mit/ohne“.
Rund um den Tag der Dividendenausschüttung wechseln große Aktienpakete rasend schnell und mehrmals hintereinander die Besitzer. Am Ende lässt sich kaum mehr feststellen, wer diese Aktien denn jetzt tatsächlich zum genauen Zeitpunkt der Ausschüttung besaß. Das Ganze passiert in einem komplexen Geflecht aus Scheinfirmen. So wird daraus ein wahres Verwirrspiel.
Einige Länder, darunter Deutschland, erheben auf die Dividenden eine Quellensteuer. Das bedeutet, dass der Staat einen Teil der Dividende einzieht. Das passiert automatisch und eben an der Quelle, nicht beim Empfänger. Diese Zahlungen sind also keinem bestimmten Empfänger zugeordnet. Es ist für das Finanzamt viel einfacher, einmal einen Betrag an der Quelle der Dividendenausschüttung zu erheben, als bei jedem einzelnen Empfänger.
Einige Empfänger sind allerdings von der Quellensteuer befreit – zum Beispiel, wenn sie im Ausland sitzen oder wenn es sich um steuerbefreite Institutionen wie Pensionsfonds oder Stiftungen handelt. Und darin besteht der Trick: Dadurch, dass genau um die Ausschüttung herum die Aktien so oft ver- und gekauft wurden, gibt es gleich mehrere Investoren. Diese können dem Finanzamt Belege zeigen, mit denen sie die Steuern zurückfordern können, die sie gar nicht gezahlt haben.
Bei diesem System gilt: Je schneller und öfter die Aktien den Besitzer wechseln und je größer die Pakete sind, desto größer ist auch der Gewinn.
Ja, das ist kompliziert. Und das ist ein Problem. Unter anderem deswegen, weil die Behörden oft keine Ressourcen haben, um sich in solche Betrugsmaschen einzuarbeiten. Die Betrüger wissen das und sie spielen diese Karte aus.
Cum/Ex-Geschäfte sind und waren immer schon illegal, auch wenn Unternehmensberater und Anwälte oft behaupten, dass es sich dabei um ein Schlupfloch oder „einen cleveren Steuertrick“ handelt – in Wirklichkeit ist es einfach Betrug und das war gesetzlich auch schon immer klar.
Cum/Ex, Milliarden und Moral (2025) wirft einen Blick darauf, wie die Ermittlungsbehörden den Finanzskandal um den Cum/Ex-Betrug aufgeklärt haben. Du erfährst, welche Steine den Ermittlern in den Weg gelegt wurden, wo das System versagt, und wie wir uns in Zukunft für den Kampf gegen die Wirtschaftskriminalität besser aufstellen können.
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