Join Blinkist to get the key ideas from
Get the key ideas from
Get the key ideas from

Female Choice

Vom Anfang und Ende der männlichen Zivilisation

By Meike Stoverock
  • Read in 21 minutes
  • Audio & text available
  • Contains 13 key ideas
Upgrade to Premium Read or listen now
Female Choice by Meike Stoverock
Synopsis

Fast überall im Tierreich gilt das Prinzip der Female Choice. Das heißt: Die Weibchen wählen ihre Sexualpartner, wobei ein Großteil der Männchen ohne Partnerin bleibt. Meike Stoverock glaubt, dass das auch beim Menschen so war, bis vor etwa 10.000 Jahren eine Zivilisation entstand, die den Mann und seine Bedürfnisse bevorzugte. Mit Female Choice (2021) liefert Stoverock einen provokanten Beitrag zur Geschlechterdebatte, der die Beziehungen zwischen Männern und Frauen aus einer ungewohnten Perspektive beleuchtet.

Key idea 1 of 13

Sex oder Gender? Frau oder Mann? Zwischen den Fronten binärer Systeme

Berlin 2009: Caster Semenya gewinnt WM-Gold im 800-Meter-Lauf der Frauen. Kurze Zeit später werden Gerüchte laut, Semenya sei in Wahrheit ein Mann. Tatsächlich ist die Sportlerin eine XY-Frau, das heißt: Sie besitzt zwar das männliche Y-Chromosom, hat aber aufgrund einer hormonellen Abweichung einen weiblichen Körperbau. Sollte Semenya nun als Frau oder als Mann antreten? 

Dieses Beispiel zeigt, dass unsere Gesellschaft auf einem binären Geschlechtersystem beruht, das die Bandbreite der Geschlechtlichkeit nicht akkurat abbildet. Das biologische Geschlecht wird nämlich nicht allein durch Gene, sondern auch durch Hormone bestimmt. 

  • Bei den meisten genetischen Männern ist vor allem der Testosteron-Spiegel höher, was unter anderem zu gesteigerter Libido, Risikobereitschaft, Muskelbildung und höherem Aggressionspotenzial führt. Sexuelle Befriedigung senkt den Testosteronspiegel.
  • Bei Frauen dagegen kontrollieren Östrogen und Progesteron den weiblichen Zyklus und wirken sich je nach Zyklusphase zum Beispiel positiv auf kommunikative Fähigkeiten aus. Allerdings gibt es Abstufungen zwischen genetischen Männern mit hohem Testosteronspiegel und genetischen Frauen mit viel Östrogen und Progesteron. 

Dass die meisten Menschen relativ eindeutig männlich oder weiblich sind, lässt sich laut Stoverock allerdings nicht leugnen. Wenn im Folgenden über Männer und Frauen gesprochen wird, dann ist immer dieser Normalfall gemeint. Ein Beispiel: Achtzig Prozent aller Frauen sind zwischen 1,55 und 1,75 Meter groß. Eine Körpergröße in diesem Bereich ist also der Normalfall. Selbstverständlich gibt es Abweichungen, die nicht weniger natürlich sind! Der einzige Unterschied ist, dass sie seltener vorkommen.

Genauso wenig wie der Normalfall lässt sich die Tatsache leugnen, dass die meisten Männer und Frauen sich durch gewisse Eigenschaften und Verhaltensweisen unterscheiden. 

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts wurden diese Unterschiede vorwiegend auf soziale Prägung zurückgeführt. Doch die Wissenschaft zeigte, dass diese sogenannte Gendertheorie in die Irre führt. Denn wenn die geschlechtliche Identität allein von der sozialen Prägung abhinge, würde das bedeuten: Alle, die sich nicht mit ihrem biologischen Geschlecht identifizieren können, wurden nur nicht entsprechend erzogen.

Viele Feministen halten trotzdem daran fest. Das ist verständlich. Schließlich wurde die Biologie immer wieder missbraucht, um die Unterdrückung von Frauen und anderen Gruppen zu legitimieren. Man denke nur an die Rassenlehre der Nazis. Oder Behauptungen wie: „Frauen sind von Natur aus schwächer“. Doch gerade deshalb sollten wir biologische Argumentationsmuster nicht jenen überlassen, die sie zur Frauendiskriminierung missbrauchen.

Stattdessen gilt es, biologische Tatsachen und ihre Auswirkungen aus feministischer Perspektive zu betrachten, dabei aber soziale Faktoren nicht zu vernachlässigen.

Und genau damit beginnen wir im nächsten Blink.

Upgrade to continue Read or listen now

Key ideas in this title

Upgrade to continue Read or listen now

Learn more, live more

Sign up now to learn and grow every day with the key ideas from top nonfiction and podcasts in 15 minutes.