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Frauen und Macht

Ein Manifest

Von Mary Beard
16 Minuten
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Frauen und Macht: Ein Manifest von Mary Beard

Warum müssen Frauen im 21. Jahrhundert immer noch um Gleichberechtigung, Respekt und Teilhabe kämpfen? Woher kommen die Vorurteile, die es Männern ermöglichen, Frauen zum Schweigen zu bringen? Die berühmte britische Altphilologin Mary Beard untersucht in Frauen und Macht (2018) die kulturellen Wurzeln von Misogynie und Chauvinismus. Die Blinks zu ihrem Buch nehmen dich mit auf eine erschütternde Zeitreise von der griechischen und römischen Antike bis in moderne Parlamente und Bürgerrechtsbewegungen, um eines klarzustellen: Die Welt braucht eine neue Definition von Macht, die Frauen nicht kategorisch ausschließt.

  • Fans von Literatur, Philosophie und Rhetorik
  • Alle, die sich für die Geschichte des Feminismus interessieren
  • Jeder, der Debatten um sexuelle Belästigung wie die #metoo-Bewegung in einen größeren, historischen Kontext setzen möchte

Mary Beard ist eine renommierte britische Altphilologin und Professor of Classics an der University of Cambridge. Sie ist Fellow der British Academy, Mitglied der American Academy of Arts and Sciences und publiziert seit 1992 in der Literaturbeilage der Times. Sie besitzt einen Doktortitel in klassischer Literatur und lehrt seit 1984 als ehemals einzige weibliche Dozentin an der altphilologischen Fakultät in Cambridge.

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Frauen und Macht

Ein Manifest

Von Mary Beard
  • Lesedauer: 16 Minuten
  • Verfügbar in Text & Audio
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Frauen und Macht: Ein Manifest von Mary Beard
Worum geht's

Warum müssen Frauen im 21. Jahrhundert immer noch um Gleichberechtigung, Respekt und Teilhabe kämpfen? Woher kommen die Vorurteile, die es Männern ermöglichen, Frauen zum Schweigen zu bringen? Die berühmte britische Altphilologin Mary Beard untersucht in Frauen und Macht (2018) die kulturellen Wurzeln von Misogynie und Chauvinismus. Die Blinks zu ihrem Buch nehmen dich mit auf eine erschütternde Zeitreise von der griechischen und römischen Antike bis in moderne Parlamente und Bürgerrechtsbewegungen, um eines klarzustellen: Die Welt braucht eine neue Definition von Macht, die Frauen nicht kategorisch ausschließt.

Kernaussage 1 von 10

In der griechischen und römischen Literatur kommen Frauen nur auf unlauterem und unnatürlichem Wege zur Macht.

Die Geschichte moderner weiblicher Rollenzuschreibungen beginnt in der Wiege unserer abendländischen Kultur: in den großen Schriften, Dramen und Mythologien der griechischen und römischen Antike.

Besonders das antike griechische Theater brachte etliche Frauenfiguren hervor, die in irgendeiner Form mit Macht in Berührung kamen. Bereits die erste nähere Betrachtung zeigt allerdings, dass diese Frauen ihre Macht entweder kläglich missbrauchten oder nur durch die Übernahme typisch männlicher Züge erlangen konnten.

Das Werk Agamemnon, das 458 v.Chr. vom griechischen Dichter Aischylos als erster Teil der Trilogie Orestie veröffentlicht wurde, beschreibt beispielhaft, wie sich antike Frauenfiguren selbst für politische Teilhabe disqualifizierten. Als der männliche Protagonist der Handlung, König Agamemnon, in den Trojanischen Krieg ausreitet, übernimmt seine Gemahlin Klytaimnestra die Regierungsgeschäfte.

Da sie ja nun aber eine Frau ist, steht ihr Aufstieg die gesamte Geschichte über in einem derart unrechtmäßigen Licht, dass das natürliche Gleichgewicht einer Tragödie wiederhergestellt werden muss: Klytaimnestra geht ihrem Mann fremd, ermordet ihn nach seiner Rückkehr hinterlistig im Bad und kommt schließlich durch einen mörderischen Komplott ihrer Kinder ums Leben.

Auffällig ist, dass Aischylos bei der Beschreibung der Klytaimnestra die traditionellen athenischen Geschlechterkonventionen pervertiert. Er zeichnet die mächtige Frau in einer typisch männlichen Sprache als androboulon – als aktive, autonome sowie mit Autorität und maskulinem Verstand bewaffnete Figur. Das widersprach in allen Belangen dem vorherrschenden Frauenbild der Zeit.

Die Kriegsgöttin Athene, ein positives Beispiel für eine kraftvolle und mächtige weibliche Figur, stand gleich vollends außerhalb der Geschlechterordnung. Die Schutzpatronin der griechischen Hauptstadt war eine Ausnahme zur sonst durchgehend männlich besetzten Rolle des Kriegers. Daher wurde Athene als Jungfrau dargestellt, also als Gegenentwurf zur Frau, deren Hauptaufgabe das Austragen und Gebären neuer Staatsbürger war. So verkam sie im Laufe der Geschichte zur unweiblichen oder gar ganz geschlechtslosen Götterfigur.

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