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Das sind die Blinks zu

Verzeihen

Vom Umgang mit Schuld

Von Svenja Flaßpöhler
19 Minuten
Audio-Version verfügbar
Verzeihen: Vom Umgang mit Schuld von Svenja Flaßpöhler

In Verzeihen geht um den Umgang mit Schuld und die Kunst des Vergebens. Die Blinks beleuchten anhand persönlicher Beispiele und philosophischer Perspektiven, unter welchen Bedingungen wir verzeihen können, was Verzeihen überhaupt bedeutet und was das Ganze mit dem Verzicht auf Vergeltung zu tun hat.

  • Jeder, der schon seit Längerem damit hadert, einer anderen Person zu verzeihen
  • Jeder, der mehr über Schuld und Vergebung erfahren und dabei auch philosophische Positionen kennenlernen möchte
  • Jeder, der seinen manchmal unerklärlichen Schuldgefühlen schon immer auf den Grund gehen wollte

Svenja Flaßpöhler wurde 1975 in Münster geboren und lebt heute in Berlin. Sie ist Philosophin, Autorin und stellvertretende Chefredakteurin des Philosophie Magazins. Mit ihrem Buch Mein Wille geschehe. Sterben in Zeiten der Freitodhilfe lieferte sie erstmals einer breiten Masse Gesprächsstoff.

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Entdecke die Kernaussagen zu diesem Titel:

Verzeihen

Vom Umgang mit Schuld

Von Svenja Flaßpöhler
  • Lesedauer: 19 Minuten
  • Verfügbar in Text & Audio
  • 12 Kernaussagen
Verzeihen: Vom Umgang mit Schuld von Svenja Flaßpöhler
Worum geht's

In Verzeihen geht um den Umgang mit Schuld und die Kunst des Vergebens. Die Blinks beleuchten anhand persönlicher Beispiele und philosophischer Perspektiven, unter welchen Bedingungen wir verzeihen können, was Verzeihen überhaupt bedeutet und was das Ganze mit dem Verzicht auf Vergeltung zu tun hat.

Kernaussage 1 von 12

Verzeihen bedeutet Verzichten.

Wir sagen „Verzeihung“, wenn wir jemandem in der Bahn auf den Fuß treten, oder „verzeih mir“, wenn wir jemanden mit unüberlegten Worten verletzen. Tagtäglich erbitten oder gewähren wir Verzeihung für ein bestimmtes Verhalten.

Aber woher kommt eigentlich dieses “Verzeihen”und was bedeutet es genau?

Das Wort verzeihen hat seinen Ursprung im mittelhochdeutschen Wort zihan für beschuldigen, bezichtigen. Wenn du jemandem etwas verzeihst, verzichtest du also darauf, ihm weiter die Schuld für seine Tat zu geben. Nicht länger zu be-schuldigen bedeutet aber nicht zu ent-schuldigen: Du kannst jemanden nicht von seiner Schuld befreien, sondern dich nur anders dazu verhalten. Die Schuld des Täters bleibt, nur deine Einstellung als Opfer ändert sich.

Wenn dich jemand z.B. mit Worten beschimpft oder mit seinem Verhalten verletzt hat, kannst du durch dein Verzeihen darauf verzichten, ihm seine Schuld weiter vorzuhalten – sein Vergehen machst du dadurch aber nicht ungeschehen. Seine Tat bleibt Teil eurer gemeinsamen Geschichte, du bist nur nicht mehr böse darüber. Dein Verzeihen hat folglich weniger mit Logik, Rache oder Strafe zu tun als mit deiner bewussten Entscheidung, auf die Vergeltung oder Wiedergutmachung einer Schuld zu verzichten.

Verzeihen ist indes nicht dasselbe wie Vergebung. Während Ersteres eine passive Qualität und viel mit Loslassen zu tun hat, hat die Vergebung im wahrsten Sinne des Wortes eine aktive Konnotation des Großmutes und Schenkens. Der religiöse Anklang kommt nicht von ungefähr: Der Theologin Beate Weingardt zufolge wird der negative Verzicht bei der Vergebung zum positiven Geschenk, der Gabe der Absolution und quasi-Auslöschung der Schuld. Vergeben kann strenggenommen nur eine göttliche Macht, Verzeihen hingegen ist weltlich. 

Das bedeutet nicht, dass der Akt des Verzeihens weniger mit Größe zu tun hat. Vielleicht besteht sein Geschenk gerade im Verzicht auf den Anspruch auf Strafe und Vergeltung. So gesehen lassen sich Verzeihen und Vergeben nie ganz klar voneinander trennen.

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