Das sind die Blinks zu

Phishing for Phools

The Economics of Manipulation and Deception

Von George A. Akerlof, Robert Shiller
12 Minuten
Phishing for Phools von George A. Akerlof, Robert Shiller

Die Märkte sorgen dafür, dass es allen möglichst gut geht – das glauben die meisten. Phishing for Phools (2016) aber zeigt, wie die moderne freie Marktwirtschaft wirklich funktioniert. Und so erklären die Blinks dazu, wie die Märkte uns tatsächlich schaden und was sich dagegen unternehmen lässt. 

  • Menschen, die sich mit Wirtschaftswissenschaft beschäftigen
  • Jeder, der in einer freien Marktwirtschaft lebt
  • Alle, die sich nicht gerne über den Tisch ziehen lassen

George A. Akerlos ist Wirtschaftswissenschaftler und lehrt an der Universität Berkeley. Er erhielt 2001 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. Robert J. Shiller ist Professor an der Universität Yale und zählt seit 2003 ebenfalls zu den Nobelpreisträgern. Die beiden haben 2010 bereits gemeinsam das Buch Animal Spirits: How Human Psychology Drives the Economy, and Why it Matters for Global Capitalism veröffentlicht.

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Phishing for Phools

The Economics of Manipulation and Deception

Von George A. Akerlof, Robert Shiller
  • Lesedauer: 12 Minuten
  • 7 Kernaussagen
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Phishing for Phools von George A. Akerlof, Robert Shiller
Worum geht's

Die Märkte sorgen dafür, dass es allen möglichst gut geht – das glauben die meisten. Phishing for Phools (2016) aber zeigt, wie die moderne freie Marktwirtschaft wirklich funktioniert. Und so erklären die Blinks dazu, wie die Märkte uns tatsächlich schaden und was sich dagegen unternehmen lässt. 

Kernaussage 1 von 7

Entscheidungsfreiheit ist heute nur noch eine Illusion.

Phishing for Phools! Was heißt das überhaupt? Phishing ist ein englisches Kunstwort. Es besteht aus dem „fishing“ für „fischen“ oder „angeln“, wobei das „f“ durch ein „ph“ ersetzt wurde – das ist eine typische Hackerschreibweise. Den Begriff hat man auch ins Deutsche übernommen. Hier bezeichnet er den Versuch, mithilfe von gefälschten Websites oder Nachrichten an persönliche Daten von Internetnutzern zu kommen. Und „Phools“, das sind eben die Dummen: die Fools, die auf das Phishing hereinfallen.

Allerdings handelt es sich bei Phishing keineswegs nur um einige vereinsamte Nerds, die irgendwo im Keller Fake-Websites zusammenbasteln. Vielmehr ist Phishing eines der wichtigsten Merkmale der freien Marktwirtschaft. Geangelt werden aber nicht nur die Informationen der Kunden, sondern die Kauf- und Konsumlust der Kunden selbst. Doch wie kommt es dazu?

Hattest du in der Schule im Wirtschaftsunterricht oder später an der Uni in diesen Bereich hineingeschnuppert? Dann kannst du dich vielleicht erinnern: Die Marktwirtschaft ist gut für die Gesellschaft. Sie sorgt dafür, dass jeder möglichst viel vom großen Kuchen abbekommt. Angebot und Nachfrage regeln über den Preis alles so, dass jeder mehr oder weniger das bekommt, was er möchte.

Die meisten Lehrbücher zu diesem Thema schicken dich zunächst in den Supermarkt: Du hast zwei Euro und davon sollst du Äpfel oder Orangen kaufen. Und jetzt übersehen sie etwas. Die meisten gehen nämlich nicht in den Supermarkt, vergleichen dort brav die Preise für Äpfel und nehmen dann die mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Viele Menschen gehen stattdessen in den Supermarkt und kommen mit zwei Äpfeln, drei Zeitschriften, Schokolade, einem Energydrink und einer Fertigbackmischung zurück. Und haben 20 statt zwei Euro ausgegeben. Sie wurden erfolgreich gephisht.

Der Supermarkt manipuliert dich. Er nutzt deine Sehnsüchte aus und erschafft künstlich neue. Er führt dir Produkte vor, die du nicht brauchst – und lässt dich glauben, sie unbedingt haben zu müssen. Der Apfelkuchen gelingt schließlich mit der Fertigbackmischung viel leichter. Und etwas mehr Energie im Alltag kann auch nicht schaden. Um an die Kasse zu kommen, musst du an allen Produkten vorbei, von denen du nur „vergessen“ hattest, dass du sie eigentlich schon lange kaufen wolltest. Und der Supermarkt ist nur das harmloseste Beispiel.

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