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Russisches Roulette

Vom Kalten Krieg zum Kalten Frieden

By Horst Teltschik
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Russisches Roulette: Vom Kalten Krieg zum Kalten Frieden by Horst Teltschik

Es knirscht und knarzt in den Beziehungen zwischen dem Westen und Russland. Das Ende des Kalten Krieges liegt nur wenige Jahrzehnte zurück und schon werden wieder alte Ressentiments und Kriegsgebärden bedient. Der Westen braucht Putin, hält ihn aber als vermeintlich gefährlichen Machtpolitiker auf Abstand. Diese Blinks zu Russisches Roulette (2019) erklären, warum diese einseitige Sichtweise so gefährlich ist. Sie erinnern uns daran, dass eine gemeinsame Friedenspolitik nur möglich ist, wenn wir offen aufeinander zugehen.

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Horst Teltschik war stellvertretender Leiter des Bundeskanzleramts und Chef der Abteilung für auswärtige und innerdeutsche Beziehungen unter Helmut Kohl. Als Sonderbeauftragter war er an den Verhandlungen zur deutschen Einheit beteiligt. Nach der Wende arbeitete er in führenden Positionen in der Wirtschaft, u.a. bei Bertelsmann, BMW und Boeing Deutschland. Von 1999-2008 war er Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz. Seit 2003 ist Teltschik Honorarprofessor für Wirtschaftswissenschaften an der TU München.

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Russisches Roulette

Vom Kalten Krieg zum Kalten Frieden

By Horst Teltschik
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Russisches Roulette: Vom Kalten Krieg zum Kalten Frieden by Horst Teltschik
Synopsis

Es knirscht und knarzt in den Beziehungen zwischen dem Westen und Russland. Das Ende des Kalten Krieges liegt nur wenige Jahrzehnte zurück und schon werden wieder alte Ressentiments und Kriegsgebärden bedient. Der Westen braucht Putin, hält ihn aber als vermeintlich gefährlichen Machtpolitiker auf Abstand. Diese Blinks zu Russisches Roulette (2019) erklären, warum diese einseitige Sichtweise so gefährlich ist. Sie erinnern uns daran, dass eine gemeinsame Friedenspolitik nur möglich ist, wenn wir offen aufeinander zugehen.

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Die Ost-West-Beziehungen waren zum Ende des Kalten Krieges eigentlich auf einem guten Weg.

Ganz ehrlich: Was denkst du über Wladimir Putin? Hältst du ihn für einen knallharten Autokraten, der barbusig mit seiner Schrotflinte zur Jagd reitet? Und für die größte Bedrohung, der sich Europa im Moment stellen muss? Falls ja, bist du damit nicht allein. Denn genau dieses Bild verbreiten anno 2019 die westlichen Medien. Was auch dazu führt, dass wir Russland gegenüber so misstrauisch sind wie lange nicht mehr.

Dabei hatten wir den Ost-West-Konflikt doch vor kaum 30 Jahren mühevoll überwunden. Die NATO gelangte in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg zu der Einsicht, dass sich militärische Stärke und diplomatischer Dialog nicht gegenseitig ausschließen. Der Westen trat der Sowjetunion gegenüber entschlossen auf, ließ aber immer die Tür zu konstruktiven Verhandlungen offen.

John F. Kennedy brachte es 1963 folgendermaßen auf den Punkt: Der Westen müsse sich um Entspannung bemühen, ohne in seiner Wachsamkeit nachzulassen. Dafür brauchte es eben auch „ein höheres Maß an Kontakt und Kommunikation“. Die NATO fuhr bewusst zweigleisig: Militärische Stärke und diplomatische Entspannung waren kein Widerspruch, sondern zwei Seiten derselben politischen Medaille. Diese Politik wurde auf beiden Seiten des Atlantiks über viele Jahre fortgeführt, im Weißen Haus wie im Bonner Kanzleramt. Und sie sollte Früchte tragen.

Die sowjetischen Führer von Breschnew über Andropow bis Tschernenko machten es dem Westen sicher nicht immer leicht. Und dennoch wurde in all diesen Jahren hartnäckiger Friedensverhandlungen jenes Vertrauen geschaffen, auf dem Gorbatschows gefeierte Glasnost-Politik ab Mitte der 80er-Jahre aufbaute.

Das freundschaftliche Verhältnis zwischen Michail Gorbatschow und Ronald Reagan wurde zum Grundpfeiler vieler diplomatischer Meilensteine. So einigten sich die USA und die Sowjetunion 1987 unter der Federführung von Gorbatschow und Reagan im INF-Vertrag auf die freiwillige Zerstörung ihrer jeweiligen Kurz- und Mittelstreckenraketen. 1991 wurde diese Abrüstung um den START-I-Vertrag zur Reduzierung strategischer Nuklearraketen ergänzt.

Enge persönliche Beziehungen zwischen zwei Staatschefs gelten heute schnell als Kumpanei. Dass sie trotzdem noch immer so wichtig sind, liegt an einer alten Wahrheit: Reden hilft.

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