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Im Dunkeln sehen

Erfahrungen eines Blinden

Von John M. Hull
13 Minuten
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Im Dunkeln sehen von John M. Hull

Als John M. Hull sein Augenlicht verliert, ist er bereits ein erwachsener Mann. In seinem Buch Im Dunkeln sehen (1992) schildert Hull die physischen und psychischen Herausforderungen, vor die ihn sein Erblinden gestellt hat, und erkundet die Möglichkeiten, sich durch Raum und Zeit zu tasten. Über allen Erfahrungen schwebt stets die Frage nach dem Sinn: Was bedeutet Blindheit in einer Welt der Sehenden?

  • Freunde, Angehörige und Lebensgefährten von erblindeten Menschen
  • Jeder, der mit einer Depression oder Behinderung hadert
  • Philosophie- und Psychologie-Interessierte

John M. Hull (1935–2015) war Professor für religiöse Erziehung an der Universität von Birmingham und Autor einer Reihe von Büchern und Artikeln in den Bereichen Religionsunterricht, praktische Theologie und Behinderung. Für seine literarischen Beiträge über das Blindsein wurde er 2012 mit dem Lifetime Achievement Award des Royal National Institute of Blind People (RNIB) ausgezeichnet.

 

Original: Im Dunkeln sehen © 1992 C.H.Beck, München

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Im Dunkeln sehen

Erfahrungen eines Blinden

Von John M. Hull
  • Lesedauer: 13 Minuten
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Im Dunkeln sehen von John M. Hull
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Als John M. Hull sein Augenlicht verliert, ist er bereits ein erwachsener Mann. In seinem Buch Im Dunkeln sehen (1992) schildert Hull die physischen und psychischen Herausforderungen, vor die ihn sein Erblinden gestellt hat, und erkundet die Möglichkeiten, sich durch Raum und Zeit zu tasten. Über allen Erfahrungen schwebt stets die Frage nach dem Sinn: Was bedeutet Blindheit in einer Welt der Sehenden?

Kernaussage 1 von 8

Die Blindheit nimmt Erscheinungen jegliche Bedeutung und rückt Stimmen in den Mittelpunkt.

Da Hull sein Sehvermögen erst als Erwachsener verlor, waren seine Erfahrungen als Blinder von den 45 vorhergehenden Jahren als Sehender geprägt. Daher war er überrascht, wie schnell die Erinnerungen an die Gesichter der Menschen verblichen und das Aussehen insgesamt an Bedeutung verlor.

John stellte fest, dass er sich besser an die Gesichter von Menschen erinnern konnte, die er seit seinem Erblinden nicht mehr getroffen hatte, als an das von Personen in seinem nächsten Umfeld: seine Frau und Kinder sowie die Menschen, mit denen er in seinem Beruf als Religionspädagoge in Birmingham zu tun hatte. Es schien, als würden die neuen Erinnerungen aus der Zeit nach dem Verlust seines Augenlichts die visuellen Erinnerungen an seine Familie verdrängen. Im Gegensatz zu Verwandten aus Australien, die er seit Jahren nicht mehr gesehen hatte, konnte sich John an das Aussehen seiner Nächsten nur erinnern, indem er sich bestimmte Fotos ins Gedächtnis rief.

John fragte sich, ob das eingefrorene Abbild seiner Frau Marilyn auf dem Foto bewirken würde, dass er sie für immer als junge Frau im Gedächtnis behielte. Ebenso fragte er sich, ob seine Tochter Imogene in seiner Vorstellung ewig ein siebenjähriges Mädchen bliebe.

Doch es waren nicht nur die Gesichter seiner Familienmitglieder, die John allmählich vergaß. Auch die Erinnerung an sein eigenes Aussehen verschwamm mit der Zeit. Die Blindheit veränderte nicht nur, wie er den Prozess des Älterwerdens wahrnahm, sondern verschob auch sein Selbstbild.

In den ersten Jahren seiner Blindheit projizierte John noch imaginäre Bilder auf die Leute, denen er begegnete, insbesondere wenn er mit Frauen sprach. Doch mit der Zeit konzentrierte er sich zunehmend auf die Stimmen der Menschen. Stimmliche Eigenschaften wie Anmut, präzise Aussprache oder Melodie wurden zu Anhaltspunkten für das Wesen des Sprechenden. Zu Johns Überraschung kam er dabei häufig zu einer ähnlichen Einschätzung wie sehende Menschen, beispielsweise wenn er und seine Kollegen Uni-Bewerber befragten: Obwohl sich die Beurteilung der Kandidaten in Johns Fall einzig auf die Stimme stützte und nicht wie bei seinen Kollegen auf das äußere Erscheinungsbild und Verhalten, waren sie sich in der Regel einig.

Inzwischen war die menschliche Stimme für John so sehr in den Vordergrund getreten, dass er manchmal beinahe vergaß, dass Menschen überhaupt ein bestimmtes Aussehen haben. Dabei ist Johns erhöhte Sensibilität für Stimmen nur ein Beispiel dafür, wie er die Welt durch Klänge neu entdeckte.

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