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Das sind die Blinks zu

Goodbye Hoechst

Von Könnern, Spielern und Scharlatanen

Von Karl-Gerhard Seifert
12 Minuten
Audio-Version verfügbar
Goodbye Hoechst: Von Könnern, Spielern und Scharlatanen von Karl-Gerhard Seifert

Goodbye Hoechst (2019) zeichnet den Niedergang des ehemaligen Weltkonzerns nach. Das deutsche Chemie- und Pharmaunternehmen geriet Mitte der 1990er-Jahre ins Straucheln und erfuhr innerhalb weniger Jahre seine komplette Auflösung. Karl-Gerhard Seifert war in dieser Zeit Mitglied des Vorstands. Anhand von Presseberichten, internen Protokollen und aus eigenem Erinnern rekonstruiert er, was aus seiner Sicht das Ende von Hoechst herbeigeführt hat. In unseren Blinks liest du die wichtigsten Stationen.

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Karl-Gerhard Seifert hat die längste Zeit seiner Karriere über im Hoechst-Konzern gearbeitet, von 1988 bis 1997 war er Mitglied im Vorstand. Viele der Entscheidungen, die letztlich zum Zerfall von Hoechst führten, hielt er persönlich für falsch. In Goodbye Hoechst verarbeitet er die für ihn traumatische Zeit der Intrigen, Frustration und Enttäuschung in den letzten Unternehmensjahren und scheut sich dabei nicht, die aus seiner Sicht Verantwortlichen für das Aus von Hoechst zu benennen.

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Entdecke die Kernaussagen zu diesem Titel:

Goodbye Hoechst

Von Könnern, Spielern und Scharlatanen

Von Karl-Gerhard Seifert
  • Lesedauer: 12 Minuten
  • Verfügbar in Text & Audio
  • 7 Kernaussagen
Goodbye Hoechst: Von Könnern, Spielern und Scharlatanen von Karl-Gerhard Seifert
Worum geht's

Goodbye Hoechst (2019) zeichnet den Niedergang des ehemaligen Weltkonzerns nach. Das deutsche Chemie- und Pharmaunternehmen geriet Mitte der 1990er-Jahre ins Straucheln und erfuhr innerhalb weniger Jahre seine komplette Auflösung. Karl-Gerhard Seifert war in dieser Zeit Mitglied des Vorstands. Anhand von Presseberichten, internen Protokollen und aus eigenem Erinnern rekonstruiert er, was aus seiner Sicht das Ende von Hoechst herbeigeführt hat. In unseren Blinks liest du die wichtigsten Stationen.

Kernaussage 1 von 7

Ein Störfall in Griesheim markierte den Anfang vom Ende des Hoechst-Konzerns.

Der Mega-Störfall ereignete sich 1993, es war die Nacht zum Rosenmontag. Im Hoechster Werk Griesheim war der Belegschaft beim Rühren eines Chemikaliengemischs ein Fehler unterlaufen, was den Kessel zum Überlaufen brachte. Durch ein Entlüftungsrohr regnete daraufhin eine krebsverdächtige Substanz auf die umliegenden Gebiete herab. Auch ein Wohngebiet war betroffen.

Da die Temperaturen sich zwischen 0 und 3 Grad bewegten, war es kalt genug, dass die Chemikalie nicht komplett in die Luft ging. Sonst hätte die Bevölkerung evakuiert werden müssen. Doch auch so war der Aufruhr groß. Anwohner fürchteten um ihre Gesundheit. Das Bundesumweltministerium schaltete sich ein. Es fanden Pressekonferenzen und Informationsveranstaltungen statt, während sich das Reinigungspersonal in Gasmasken und Schutzanzügen daran machte, den Schaden so schnell wie möglich zu beheben.

Der damalige Vorstandsvorsitzende der Hoechst AG, Wolfgang Hilger, war während des Vorfalls im Urlaub und gab später an, nicht zeitnah von dem Unfall erfahren zu haben. Karl-Gerhard Seifert erinnert sich jedoch daran, Hilger bereits einen Tag nach dem Störfall angerufen zu haben. Doch auch nach einem weiteren Anruf am Mittwoch, bei dem Seifert ihm das Ausmaß der Katastrophe schilderte, sah Hilger keine Veranlassung, seinen Urlaub abzubrechen. Die Öffentlichkeit verlangte nach dem Vorstandsvorsitzenden, doch dieser ließ sich eine Woche lang verleugnen.

Auch wenn es zum Glück keine Toten oder Verletzten gab, war der Imageverlust, den die Hoechst AG durch diesen Störfall erlitt, enorm. Seifert zufolge weigerten sich einige Ärzte danach, Medikamente des Hoechst-Konzerns zu verschreiben. Eine bessere Öffentlichkeitsarbeit hätte die Wogen zumindest teilweise glätten können, doch so nahm die wirtschaftliche Talfahrt ihren Anfang.

Dass der Fall Griesheim rückblickend den Anfang vom Ende markierte, lag nicht nur an den wirtschaftlichen, sondern auch an den personellen Konsequenzen. Wegen seines ungeschickten Verhaltens gab Wolfgang Hilger ein Jahr früher als geplant den Vorsitz des Vorstands ab und machte so den Weg frei für Jürgen Dormann. Dieser hatte sich, genau wie Hilger, die gesamte erste Woche nach dem Störfall auf Tauchstation begeben, während die anderen vor Ort Gesicht zeigten und sich um Schadensbegrenzung bemühten. Seiner Ernennung zum CEO sollte das allerdings nicht im Wege stehen.

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